PepsiCo vs. Coca-Cola: Der Unterschied – und warum die hohe Differenz bei der Dividende „unfair“ ist!
PepsiCo (WKN: 851995) und Coca-Cola (WKN: 850663) sind Rivalen, keine Frage. Bei der Aktie scheint es im Moment aber einen klaren Gewinner zu geben. Denn Coca-Cola setzt eigentlich eine gute Performance fort, während der Verfolger massiv das Nachsehen hat und eher korrigierte.
Wir sehen den deutlichen Bewertungsunterschied bereits bei der Dividende. Coca-Cola kommt momentan auf eine Dividendenrendite von 2,8 %. Wohingegen PepsiCo mit einer Dividendenrendite von 3,9 % bedeutend günstiger bewertet ist. Ob die Wahl klar auf die günstigere Aktie fallen sollte, mag irgendwo eine Glaubensfrage sein. Zumal es bedeutende Unterschiede in der operativen Ausrichtung gibt.
Lass uns heute aber einmal die Unterschiede beleuchten und aufzeigen, warum Coca-Cola und PepsiCo in Summe nicht so unterschiedlich bewertet sein sollten. Trotz anderer Art und Weise, Geld zu verdienen, bleibt die Basis schließlich gleich.
Coca-Cola & PepsiCo: Der Unterschied im Geschäft und warum er nicht so relevant ist!
Wenn wir das Geschäftsmodell von Coca-Cola und PepsiCo vergleichen, so können wir sagen: Der Hersteller von Pepsi-Cola ist aktiver im eigenen Markt. Hier übernimmt das Management die Abfüllung und den Vertrieb selbst. Zudem gibt es hier eine Snack-Sparte, die den Konzern bedeutend diversifiziert. Damit schafft es der US-Konzern auf eine Portfoliobasis von 23 Marken, die in jedem Jahr auf einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar kommen. Der Marken- und Marktführer im Getränkesegment hat hingegen das Abfüllgeschäft weitgehend ausgegliedert und verkauft in erster Linie Lizenzen und Grundstoffe wie Sirup an Abfüllbetriebe.
Zwar können wir natürlich als klaren Vorteil für Coca-Cola anführen, dass deren Geschäft weniger anfällig für kleinere Trends und Dellen ist. Denn die Kunden sind die Abfüller; hier kann der US-Getränkeriese stabile Lizenzeinnahmen kassieren und auch die Sirupmenge konstant lassen. Das Risiko für den Lagerbestand tragen die Abfüller. PepsiCo ist hingegen den Märkten, Preisverhandlungen mit Supermärkten und all diesen Schwankungen ausgesetzt.
Der springende Punkt ist jedoch: Coca-Cola und PepsiCo leiden einerseits, weil der Verbraucher preissensibler wird. Natürlich: Vorteil für Coca-Cola. Das Narrativ im Markt scheint jedoch eher zu sein, dass Abnehmprodukte wie Wegovy oder Ozempic von Novo Nordisk den Appetit auf ungesunde Getränke nehmen. Auch Snacks dürften davon betroffen sein. In Summe bin ich aber der Überzeugung: Wenn diese Bedrohung sich bewahrheitet, wären beide Konzerne betroffen. Nicht nur PepsiCo, das den Handel selbst in der Hand hält.
Ein zu deutlicher Unterschied in der Bewertung!
Die Aktien von PepsiCo und Coca-Cola sind momentan gemessen an ihrer fundamentalen Bewertung insgesamt zu unterschiedlich. Sehen wir uns zunächst den Verfolger mit dem Snack-Segment an: Die PepsiCo-Aktie notiert derzeit bei 153 US-Dollar. Bei einem 2024er Gewinn je Aktie in Höhe von 6,95 US-Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 22. Coca-Cola kommt hingegen auf einen Aktienkurs von 74,75 US-Dollar, was bei einem Ergebnis je Aktie von 2,47 US-Dollar (2024) einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 entspricht. Eine deutliche Bewertungsdifferenz, wenn du mich fragst.
Natürlich können wir sagen, dass PepsiCo die Auswirkungen bei den Verbrauchern direkter spürt. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025 stieg der Umsatz hier um lediglich 0,8 %. Das Ergebnis je Aktie sank hingegen auf bereinigter Basis um 3,5 % auf 5,88 US-Dollar. Wir sehen hier daher die direkten Auswirkungen eines schwächeren Marktes. Coca-Cola konnte hingegen den Umsatz zuletzt um 5 % steigern und auch das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg im Jahresvergleich um weitere 6 %. Der entscheidende Aspekt ist jedoch: Würden die Abfüller längerfristig weniger Nachfrage sehen, könnte Coca-Cola auch seine Pricing-Power nicht mehr ausspielen. Sie würden weniger Volumen kaufen und müssten wohl geringere Lizenzgebühren bezahlen. Oder eben pleitegehen. Der Effekt verschiebt sich daher. Würde er dauerhaft bestehen, zeigt es sich meiner Meinung nach lediglich später, da die Abfüller hier als Puffer wirken.
Mein Fazit zu Coca-Cola und PepsiCo und der hohen Bewertungsdifferenz!
Wenn wir uns Coca-Cola und PepsiCo daher heute ansehen, sind meiner Meinung nach zwei Fazits grundsätzlich denkbar. Entweder die Sorgen bewahrheiten sich. Abnehmprodukte führen zu einem dauerhaften Rückgang der Nachfrage. In diesem Fall wäre die Coca-Cola-Aktie derzeit massiv zu teuer. Es würde voraussichtlich in den nächsten drei bis fünf Jahren spätestens ein sich verlangsamendes Wachstum eintreten, trotz des defensiveren und eigentlich planbaren Geschäftsmodells.
Wenn die Sorgen hingegen übertrieben sind und sich der Markt wieder beruhigt, erscheint mir die Aktie von PepsiCo massiv unterbewertet. Welches Szenario eintritt? Puh, gute Frage. In Anbetracht der Markenstärke beider Weltkonzerne würde ich eher zu dem zweiten Fazit tendieren. Ein gewisses Restrisiko besteht. Aber sowohl Coca-Cola als auch PepsiCo mit ihren jeweils über 50 Jahren steigender Dividenden haben bereits sehr viele Krisen gemeistert. Mein persönlicher Gedanke ist, dass auch diese lösbar erscheint.
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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.
