Der DAX steht Ende nächster Woche bei 23.972 Punkten!
Lieber Aktiensegler,
ich wage heute einmal den Blick in die Kristallkugel. Meine Prognose für den DAX ist, dass er, wenn du diese Zeilen liest, bei 23.972 Punkten steht. Ich schreibe diese Zeilen rund eine Woche vor der Veröffentlichung dieser Ausgabe von Bilanz Ziehen. Das müsstest du mir einfach mal glauben.
Um ganz ehrlich zu sein: Selbst ich halte diese Prognose nicht für sonderlich belastbar. Um ehrlich zu sein habe ich nur eine rudimentäre Ahnung von technischer Analyse. Meines Wissens nach kann ich die Kristallkugel auch nur begrenzt lesen. Aber ich möchte die Vorhersage des DAX-Stands von 23.972 Punkten heute einmal nutzen, um dich auf eines hinzuweisen: Wie schwierig es ist, die Zukunft exakt vorherzusagen, wie einfach es jedoch ist, eine vage Tendenz aufzustellen, die längerfristiger Natur ist.
Dass der DAX bei Bilanz Ziehen bei 23.972 Punkten steht, wäre einfach nur Glück!
Zur Einordnung meiner Annahme: Dass der DAX zum Erscheinen von Bilanz Ziehen so steht, fußt bei mir auf zwei losen Annahmen. Die erste ist, dass die Korrektur der vergangenen Tage (vergiss nicht, ich schreibe am Freitag eine Woche davor) weiter anhält. Ein Zählerstand von 23.972 Punkten schien mir irgendwo in einer guten Reichweite zu sein. Mehr ist es nicht. Ziemlich dünn, oder?
Auf der anderen Seite gibt es vieles, was gerade jetzt dazwischenkommen kann. Der DAX dürfte in der nächsten Woche durch die Quartalsberichtssaison durchaus Bewegung erfahren. Es kann politische Neuigkeiten geben zum Handelskonflikt, zur Konjunktur, zum Verhältnis Euro zum US-Dollar. Wir sehen daher, dass es besonders kurzfristig sehr viele unvorhersehbare Dinge gibt, die man eigentlich kaum einplanen kann. Genauso kann es sein, dass einige DAX-Aktien mit besonders guten Prognosen für das Jahr 2026 aufwarten. Daneben könnte es sogar neue Zölle geben oder wieder politische Unruhen in den USA. In einer Woche kann derart viel passieren, dass ich niemals eine belastbare Prognose abgeben würde. Es ist einfach nicht meine Art, zu investieren. Jede Annahme, die ich hier treffe, wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einfach nur falsch.
Auf der Gegenseite gibt es längerfristige Tendenzen, die wir sehr wohl bestimmen können. So beispielsweise, dass der DAX wie eigentlich fast jeder Aktienindex über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg steigt. Er hat beispielsweise seit seinem Beginn von 1.000 Punkten auf über 24.000 Zähler zugelegt. Eine realistische Annahme kann daher beispielsweise sein, dass er in den nächsten 30 Jahren auf über 100.000 Punkte steigt. Dafür wäre lediglich eine Wertsteigerung von 4,8 % pro Jahr nötig, Meiner Meinung nach dürfte das durchaus realistisch sein.
Meine Intention: Halte dich an realistische Prognosen!
Mit meinem gewagten DAX-Experiment möchte ich dir eines aufzeigen: Es gibt Prognosen, denen du trauen solltest. Sie sind aber eher Tendenzen und sagen kaum etwas über den Weg dorthin aus, der durchaus unterschiedlich ausfallen kann. Meine Annahme, dass der DAX bis zu diesem Bilanz Ziehen einen Punktestand von 23.972 Zählern erreicht, gehört aber nicht dazu. Sie wäre einzig und allein Glück.
Solche Annahmen sind selten belastbar, selbst wenn sie auf vermeintlich guten Dingen wie technischer Analyse basieren. Es kann von der Nachrichtenlage her einfach jederzeit zu viel passieren. Aber mal ganz ehrlich: Wieso sollten wir auch versuchen, den DAX-Stand bis zur nächsten Woche zu bestimmen? Es ist eine kurze Etappe, ein kleiner Zeitraum. Für Investoren eigentlich nicht maßgeblich. Oder, noch direkter: Es hat für uns eigentlich keine Bedeutung.
Auf reale vage Tendenzen und Prognosen, die du mit Vorsicht genießen solltest,
dein
Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360
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