Adidas-Aktie: 40% mehr Dividende; Aktie ein Kauf?

Wie viele Investoren blicke ich derzeit auf die Aktie von Adidas (WKN: A1EWWW), nachdem das Unternehmen gute Zahlen und eine Dividendensteigerung um 40 % angekündigt hat. Die Schlagzeilen suggerieren eine attraktive Ausschüttung. Doch die eigentliche Frage für mich als langfristiger Anleger lautet: Kann Adidas in den kommenden zehn Jahren Umsatz und Gewinn nachhaltig verdoppeln oder sogar verdreifachen?
Wachstumstreiber: Marke, Lifestyle und globale Märkte
Operativ befindet sich Adidas wieder im Aufwind. Im Jahr 2025 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von rund 24,8 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis auf gut 2 Mrd. Euro kletterte. Das währungsbereinigte Umsatzplus von 13 % ist solide. Ein zweistelliges Wachstum wurde über alle Kanäle und in allen Märkten erreicht.
Die Krise der Vergangenheit scheint damit überwunden. Der Fokus liegt nun auf Wachstum. Die strategische Logik dahinter ist klar: Sportbekleidung ist längst nicht mehr nur funktionale Ausrüstung, sondern Teil des globalen Lifestyle-Marktes. Trends wie „Athleisure“, also Sportmode im Alltag, vergrößern den adressierbaren Markt erheblich. Wenn Adidas seine Marke weiter stärkt, sind in bestimmten Kategorien weiterhin zweistellige Wachstumsraten möglich.
Der Ausblick für 2026 sieht jedoch lediglich einen Anstieg im hohen einstelligen Bereich vor. In absoluten Zahlen sollen 2 Mrd. Euro mehr Umsatz erzielt werden. Dennoch könnte das Ergebnis langfristig deutlich zweistellig ausfallen.
Ein weiteres Argument für Wachstum liegt in der geografischen Expansion. Insbesondere Nordamerika und die asiatischen Märkte bieten langfristig großes Potenzial. Bereits 2025 legte der Umsatz in wichtigen Regionen zweistellig zu, während Klassiker wie die „Samba“-Sneaker einen regelrechten Nachfrageboom erlebten.
Können sich Umsatz und Gewinn verdoppeln?
Die zentrale Frage lautet für mich: Kann Adidas in zehn Jahren doppelt so groß sein? Dieses Szenario ist für mich durchaus plausibel. Wenn der Umsatz langfristig um durchschnittlich 7 bis 8 % pro Jahr wächst, würde sich das Geschäft in rund zehn Jahren ungefähr verdoppeln. Steigen gleichzeitig die Margen – etwa durch Direktvertrieb und digitale Kanäle –, könnte der Gewinn sogar noch schneller wachsen.
Doch es bleiben Risiken. Trendabhängigkeit, Währungseffekte, Zölle oder geopolitische Spannungen können schnell die Profitabilität belasten. So erwartet das Unternehmen für 2026 beispielsweise negative Effekte durch Zölle und Wechselkurse in Höhe von rund 400 Mio. Euro.
Der mittelfristige Ausblick sieht zumindest bis 2028 jährlich währungsneutrale Zuwächse im hohen einstelligen Bereich vor. Das operative Ergebnis soll dabei deutlich zweistellig zulegen.
Insofern halte ich es für durchaus möglich, dass sich Umsatz und Gewinn in zehn Jahren verdoppeln. Mit einem erwarteten KGV von unter 12 für das Jahr 2027 ist die Aktie aus meiner Sicht auch attraktiv. Einzig der trendabhängige Modezyklus trübt meine ansonsten optimistische Einschätzung. Hieran sind schon viele brillante Konzerne gescheitert.
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Frank besitzt Aktien von Adidas. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
