„KI frisst Software“: Solltest du jetzt die SAP-Aktie im Crash kaufen?!
Die SAP-Aktie (WKN: 716460) befindet sich in einem regelrechten Crash. Der Hintergrund ist einfach erklärt: Künstliche Intelligenz stellt eine Bedrohung dar. Es geht die Angst im Markt herum, dass KI-Tools zukünftig die Aufgabe der teilweise horizontalen Software übernehmen. Eine mögliche Angriffsfläche erscheint denkbar.
Auf der anderen Seite müssen wir einfach sagen: SAP ist in der Wirtschaftswelt etabliert. Ein Wechsel ist mit hohem Aufwand, mit Kosten und den teilweise auftretenden Halluzinationen Künstlicher Intelligenz verbunden. Ob Unternehmen und Weltkonzerne auf so eine Unsicherheit ausweichen, wenn es um kritische Fragen zum Rechnungswesen geht? Ich wäre da jedenfalls skeptisch.
Blicken wir heute deshalb auf die SAP-Aktie. Das Wachstum, die vorhandene Stärke und die Aussichten. Selbst wenn wir nicht direkt kaufen, ist ein Platz auf der Watchlist auch nicht das Verkehrteste.
SAP-Aktie: Ein gewaltiges Software-Ökosystem!
Hinter SAP steckt mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Software-Anwendungen. Im Kern geht es um die Buchführung, Controlling, um Vertrieb, Einkauf und Personalwesen. Ja, selbst Lager, Transport und Produktion können mithilfe geeigneter Software digital gesteuert werden. Die Software gilt als horizontal, weil SAP weitgehend eine Software für möglichst alle Unternehmen anbietet. Der DAX-Konzern bietet aber auch personalisierte Lösungen für Großkunden an, wodurch sich die Grenzen zwischen horizontaler und vertikaler Software leicht vermischen.
Zu der Größe: SAP gilt als Standard etabliert. Mittlerweile nutzen 80 % der kleinen und mittelgroßen Unternehmen die Software von SAP. Selbst im Bereich der Großkunden hat sich die Software als Standard etabliert: BASF, Allianz, BMW oder auch Siemens, selbst die DAX-Schwergewichte greifen bei dem deutschen Softwaregroßkonzern zu. Rund 90 % der Kunden nutzen SAP dabei als zentrales ERP-System. Weltweit gibt es außerdem 230 Mio. Cloud-Nutzer, die per Software-as-a-Service auf die Dienstleistungen zurückgreifen.
SAP ist daher nicht einfach ein Software-Konzern. Sondern er ist derart historisch gewachsen, dass er sich in die Betriebsabläufe eingebrannt hat. Ein Wechsel zu Künstlicher Intelligenz? Kann im Einzelfall preiswerter sein, natürlich. Aber es wäre gewiss teuer und mit hohen Risiken verbunden, aus einem etablierten und tief verwurzelten Software-Baum herauszuwechseln. SAP selbst weist keine Retention Rate der Kunden aus. Schätzungen gehen aber davon aus, dass sie im sehr hohen 90er Prozentbereich liegt.
Die fundamentale Bewertung und das Wachstum!
Blicken wir nun auf die Bewertung der SAP-Aktie. Die Anteilsscheine haben allein seit Jahresanfang 29,4 % ihres Börsenwertes eingebüßt. Seit dem Rekordhoch von fast 277 Euro liegt das Minus bei einem aktuellen Aktienkurs von ca. 142 Euro bei fast 50 %. Die Hälfte des Börsenwertes hat das ehemalige DAX-Schwergewicht damit bereits eingebüßt. Und das, obwohl im Geschäftsjahr 2025 der Umsatz um währungsbereinigt 11 % auf 36,8 Mrd. Euro gewachsen ist. Das Nettoergebnis wuchs hingegen um 36 % auf 7,17 Mrd. Euro. Je Aktie entspricht das einem Wert von 6,15 Euro.
Setzen wir das nun in ein Verhältnis: Die SAP-Aktie wird bei einem Aktienkurs von 142 Euro mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 23 bewertet. Das bedeutet, dass es ein Gewinnwachstum je Aktie von ca. 7,5 % pro Jahr braucht, um eine marktschlagende Rendite zu ermöglichen. Ein Wachstum, das ich definitiv für möglich halte. Im Cloud-Bereich liegt das Umsatzwachstum bei 26 % auf 21 Mrd. Euro. Wir sehen daher, dass es definitiv noch einen sehr dynamischen Geschäftsbereich bei SAP gibt. Zudem glaube ich, dass das Management eine überzeugende Strategie beim Thema Künstlicher Intelligenz liefern kann. Auch damit erscheint Wachstum möglich.
SAP will außerdem für bis zu 10 Mrd. Euro in den nächsten Jahren eigene Aktien zurückkaufen. Damit können bei der jetzigen Bewertung mehr als 6 % der ausstehenden Anteilsscheine gekauft und eingezogen werden. Ein zusätzlicher Katalysator für das Gewinnwachstum je Aktie. Daneben zahlt SAP eine jährlich wachsende Dividende aus. Dieses Jahr gibt es 2,50 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 1,76 % entspricht. Für einen DAX-Konzern, der lediglich rund 40 % seines Gewinns auszahlt, ist auch das überaus attraktiv.
SAP-Aktie; Jetzt ein Kauf?!
Ob die SAP-Aktie heute ein Kauf ist, hängt daher vor allem vom zukünftigen Wachstum ab. Mir erscheint es jedoch so, als wäre das Chance-Risiko-Verhältnis eher günstig. Die Bewertung ist mit einem KGV von 23 so preiswert, dass ein mittleres bis höheres einstelliges prozentuales Wachstum ausreichend wäre. Das sollte der Konzern schaffen. Allein das Cloud-Segment dürfte nach Einschätzung des Managements erneut um 23 % bis 25 % im Jahresvergleich wachsen. Hier sehen wir auch einen Katalysator für Gewinne, die durch Aktienrückkäufe (1,6 Mrd. Euro bereits in 2026) noch überproportional steigen dürfte.
Solange die KI-Angst im Markt ist, kann die Aktie trotzdem weiter fallen. Der Markt agiert hier eben nicht rational. Es erscheint mir sogar denkbar, dass wir uns einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 bis 18 annähern, die SAP-Aktie wirkt im Moment schließlich wie ein fallendes Messer. Deshalb würde ich, wenn ich mir eine Position aufbauen wollte, gestaffelt vorgehen. Vielleicht 25 % der investierbaren Gesamtsumme heute und immer, wenn die Aktie weitere 10 % bis 15 % an Wert verliert, moderat nachkaufen. Wer das deutsche Software-Schwergewicht aber schon immer mal in seinem Depot haben wollte, der sollte den jetzt günstigen Zeitpunkt durchaus genauer betrachten.
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Vincent besitzt Aktien der Allianz und von SAP. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Allianz und von SAP.
