Warum diese langweilige deutsche Aktie plötzlich 6 % Rendite liefert!

Die Börse liebt Geschichten von Disruption, KI-Hypes und Tech-Revolutionen – vor allem, wenn sie massives Wachstum versprechen. Aber manchmal sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Geschäftsmodelle, die sich langfristig als echt überzeugend erweisen.
Ein gutes Beispiel ist Mensch und Maschine Software (WKN: 658080). Viele haben den deutschen Softwarekonzern lange Zeit als „langweilig“ abgestempelt, bis Investoren das Potenzial erkannten. Die Aktie verfielfachte sich bis Ende 2021, dann kam die Trendwende mit Kurskorrektur. Jetzt sorgt die Aktie mit stabiler Dividendenrendite von 6 % für Aufmerksamkeit.
Das interessante: Die Megatrends scheinen intakt und es gibt Wachstumsperspektiven. Was steckt also hinter diesem plötzlichen Desinteresse? Dazu erst einmal einen Blick auf das Unternehmen selbst.
Das stille Kraftwerk der Digitalisierung
Mensch und Maschine bewegt sich in einem Markt, der kaum Schlagzeilen macht, aber enorm wichtig ist: CAD- und CAM-Software für Ingenieure, Architekten und Industrieunternehmen. Und hier ist das Unternehmen einer der größten europäischen Partner von Autodesk (WKN: 869964) und verbindet Softwarevertrieb mit eigenen Lösungen und Dienstleistungen.
Das Besondere ist, dass sich das Geschäftsmodell verändert hat, was die Investoren verunsicherte. Autodesk hat den Wandel angestoßen, dass MuM zukünftig nur noch quasi als Agenturpartner agiert.
Früher hat Mensch und Maschine Software bei Autodesk gekauft und sie dann an den Endkunden weiterverkauft. In Zukunft ist MuM aber nur noch für die Vermittlung und Beratung zuständig.
Beim Umsatz ändert sich also viel, bei den Erträgen tendenziell wenig, weil die Margen deutlich höher ausfallen. Aber klar, die starke Abhängigkeit von Autodesk darf natürlich kritisiert werden.
Wenn man das Ganze fundamental betrachtet, ist die Aktie meiner Meinung nach kaum weniger attraktiv. Wiederkehrende Einnahmen machen die Gewinne besser sichtbar und verringern zyklische Schwankungen. Gleichzeitig steigen die Margen deutlich durch die Umstellung des Geschäfts. Aber auch weil Software ein skalierbares Geschäft ist.
Und dann gibt’s da noch einen zweiten Punkt, der oft unterschätzt wird: die tiefe Integration in die Prozesse der Kunden. Wenn du erst mal eine bestimmte Software für deine Konstruktions- oder Produktionsabläufe benutzt hast, willst oder kannst du nicht mehr wechseln. Das sorgt für einen Burggraben, der langfristige Kundenbindung quasi garantiert.
Auch in der mittelfristigen Vision sind keine Bremsspuren zu sehen. In fünf Jahren soll der Rohertrag verdoppelt werden. Die Dividende von 2 Euro soll weiter steigen.
Mensch und Maschine: Langweilig – Vielleicht. Spannend – Definitiv!
Mensch und Maschine zeigt mir mir eindrucksvoll, dass man an der Börse nicht immer spektakulär sein muss. Ein solides Geschäftsmodell, treue Kunden und planbare Einnahmen reichen oft aus, um nachhaltige Renditen zu erzielen.
Die aktuellen Veränderungen der Geschäftsbeziehung zu Autodesk verunsichern MuM-Aktionäre, keine Frage. Aber in Zukunft könnten die Margen deutlich höher sein, die Dividende steigen. Solange die Megatrends intakt sind, sehe ich noch einiges an Potenzial.
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Frank besitzt Aktien von Autodesk und Mensch und Maschine. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Mensch und Maschine.
