Steigender Auftragsbestand: Wachstum voraus bei der Kontron-Aktie – sollten Investoren jetzt einsteigen?

Mit Embedded Computing Hardware ist Kontron (WKN: A0X9EJ) groß geworden. Mittlerweile trumpft das Unternehmen bei darauf aufbauenden Themen wie Edge AI und Industrie 4.0 auf und entwickelt sich immer mehr zum softwaregetriebenen Plattformanbieter. Im November hatten wir davon berichtet, dass Kontron nach der Auslagerung von Jumptech und der Schärfung seines Profils wieder nach beschleunigtem Wachstum strebt – etwas, was der Kontron-Aktie sehr gut tun würde. Ist davon schon etwas zu sehen?
Die ersten Reaktionen waren gemischt. Überschriften von enttäuschenden Zahlen waren zu lesen. Aber auch von Analysten, die ihre Kaufempfehlung bestätigten. Und CEO Hannes Niederhauser nutzte den reduzieten Kurs der Kontron-Aktie gleich für Zukäufe.
Die Kontron-Aktie in der Analyse
Kontron selbst betonte vor allem die im Jahr 2025 gesteigerten Gewinnmargen (EBITDA von 191,8 auf 237,4 Mio. Euro), den verbesserten Cashflow (operativ von 99 auf 168 Mio. Euro) und den weiterhin erfreulich anschwellenden Auftragsbestand (2,5 Mrd. Euro), bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,26. Das spricht dafür, dass die Beschleunigung tatsächlich kommt.
Der hohe Barmittelzufluss basiert zum Teil auf dem Abbau von Umlaufkapital, was sich so vermutlich nicht wiederholen wird. Dafür erwartet Kontron im Q3 eine Zahlung von Jumptec-Eigentümer Congatec in Höhe von 126 Mio. Euro.
Dass der Umsatz (1,6 Mrd. Euro) aufgrund der Jumptech-Entkonsolidierung und der Schließung von Standorten zuletzt noch auf der Stelle trat, ist da zu verschmerzen. Denn in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern wie Defense, Transportation und Cybersecurity ist bereits eine hohe Dynamik erkennbar. Kontron ist an dieser Stelle ein Profiteur der komplexen geopolitischen Lage.
Stärken und Schwächen, Licht und Schatten
Im aktuell vielbeachteten Rüstungsbereich bietet Kontron extrem widerstandsfähige Computer und Elektronik für militärische Einsätze. Diese Systeme steuern Radar, Raketen, Drohnen, Fahrzeuge und Kommunikationsnetzwerke und lassen sich an spezielle Anforderungen anpassen. Kontron sorgt dabei für Zertifizierungen und die vollständige Systemintegration. Hier ist das Unternehmen ideal positioniert, um Aufträge zu gewinnen und weiter zu wachsen.
Ärgerlich ist hingegen die Schwäche im Umwelttechnologiegeschäft, das einen Betriebsverlust von 8 Mio. Euro beisteuerte. Der Umsatz mit Solarwechselrichtern sowie Leistungselektronik für Batteriespeicher und Ladesäulen schrumpfte 2025 deutlich von 193 auf 151 Mio. Euro. Das Geschäft kam 2024 im Zuge der Katek-Übernahme als Steca Elektronik GmbH in den Konzern und heißt heute Kontron eSystems.
Der Wechselrichter-Markt ist hart umkämpft und es ist schwierig, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Wohl deshalb hat das Management nun die Reißleine gezogen und kündigt einen heftigen Mitarbeiterabbau im Umfang von 500 Stellen an. Dafür nimmt das Unternehmen 25 Mio. Euro in die Hand. Künftig sollen nur noch wenige profitable Produkte mit stabiler Nachfrage angeboten werden in diesem Bereich.
Letztlich können wir dies als eine Bereinigung von Altlasten einordnen, über die Kontron seine Ressourcen noch stärker auf profitablere Kernbereiche verlagern wird, um die Konzernmarge weiter zu erhöhen.
Der Ausblick und unsere Meinung zur Kontron-Aktie
Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf 1,75 bis 1,80 Mrd. Euro steigen, wobei das Management bereits weitere Übernahmen ankündigt, die noch nicht eingerechnet sind. Kontron expandiert damit wieder spürbar, während dieses Mal voraussichtlich der Gewinn stagnieren wird.
Allerdings ist für uns klar erkennbar, dass ab 2027 sowohl Umsatz als auch Gewinn viel Rückenwind erfahren werden. Bis 2030 soll der Umsatz ein Niveau von rund 2,6 Mrd. Euro erklimmen, bei deutlich verbesserten Margen. Deshalb begrüßen wir, dass das Management ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2,9 Mio. Kontron-Aktien auflegt. Kontron bietet viel Technologie und großartige Potenziale zum kleinen Preis.
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