BioNTech-Aktie: Der Markt denkt zu kurzfristig!

Gründer und CEO Prof. Uğur Şahin hat zwar seinen Abschied von der Führungsspitze des mRNA-Champions BioNTech (WKN: A2PSR2) angekündigt. Aber noch leitet er den immer breiter aufgestellten Biotech-Konzern und die Analysten-Calls der BioNTech-Aktie.
BioNTech-Aktie: Was gibt es Neues?
Während der Markt immer gebannt auf die eigentlich nicht so wahnsinnig relevante Umsatzentwicklung starrt, legt Sahin den Fokus auf die Forschungspipeline. Und dort hat er eine Menge Gutes zu berichten:
- Fünf wichtige Studienergebnisse werden noch in diesem Jahr erwartet. Im positiven Fall wird BioNTech alles daran setzen, sie so schnell wie möglich in Richtung Zulassung zu führen.
- Die am weitesten fortgeschrittenen klinischen Programme nähern sich den entscheidenden Phasen. Wenn die Ergebnisse wir erhofft ausfallen, dann könnte schon zum Jahreswechsel die erste Kommerzialisierung einer Krebstherapie starten.
- BioNTechs Spezialität, neuartige Kombinationstherapien zu erforschen, zeigt vielversprechende Ergebnisse. Hier will das Management nachlegen. Dazu gehört auch die im April verkündete Kooperation mit Boehringer Ingelheim.
Außerdem möchte BioNTech seine Forschungsprogramme immer stärker an Krankheitsbildern ausrichten, statt wie bisher die Plattformen und Modalitäten in den Mittelpunkt zu stellen.
Wie sieht es mit den aktuellen Zahlen aus?
Der Weg zum Onkologie-Konzern ist klar vorgezeichnet. Und doch ist es noch Zukunftsmusik, solange daraus keine Umsätze fließen. Im Moment sind nur die Umsätze aus dem Impfstoffgeschäft greifbar. Diese fielen mit 118 Mio. Euro recht gering aus, wobei der erwartete Jahreumsatz von 2,0 bis 2,3 Mrd. Euro bestätigt wurde.
In Verbindung mit steigenden Betriebskosten erhöhte sich der Nettoverlust von 416 auf 532 Mio. Euro. Ein Problem ist das nicht: In der Kasse liegen weiterhin komfortable 16,8 Mrd. Euro. Das ist mehr als genug, um die Pipeline zum Erfolg zu führen.
Zumal das Management die Kostenentwicklung im Blick hat. Über ein Effizienzprogramm sollen 500 Mio. Euro p.a. eingespart werden bis 2029. Dabei geht es darum, mehrere Produktionsstandorte in Deutschland und Singapur zu schließen oder zu verkaufen. Betroffen sind auch die zugekauften Curevac-Standorte, was belegt, dass diese primär wegen des Patentportfolios gekauft wurden, um die Rechtsrisiken zu senken.
Da die Marktkapitalisierung von 20,6 Mrd. Euro nur wenig über der Liquidität des schuldenfreien Konzerns liegt, erkennt die Unternehmensführung eine attraktive Gelegenheit, eigene Aktien zurückzukaufen. Rund 1 Mrd. Euro soll dafür eingesetzt werden. Wenn BioNTech wie geplant bis 2030 mehrere potenzielle Blockbuster zugelassen bekommt, dann dürften die BioNTech-Aktien weitaus höher notieren und Investoren profitieren von der reduzierten Zahl der Anteile.
BioNTech-Aktie: Der Blick nach vorn
Mit Spannung haben wir auch zugehört, was das Gründerehepaar zu ihren Planungsfortschritten bezüglich ihrer neuen Unternehmung berichtet. Es geht dabei weiterhin um mRNA-Technologien der nächsten Generation. Während BioNTech sich nun voll darauf konzentriert, das bisher Erreichte zu monetarisieren, möchten die beiden neue Grenzen des Wissens erforschen. Wirklich Neues gibt es dazu aber noch nicht. CEO Şahin verwies auf laufende Verhandlungen. Details gibt es später im Jahr.
Insgesamt sehen wir einen Biotech-Konzern, der reifer wird, sich mit Nachdruck neue Ertragsquellen erschließt und unverändert hervorragend kapitalisiert ist. Das alles gibt es in Form der BioNTech-Aktie weiterhin zu einer erstaunlich niedrigen Bewertung.
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