Lam Research: Vorsicht, diese KI-Aktie könnte überhitzen!

Eine Grafikkarte die gerade in einem Computer verbaut wurde.
Foto: Sergei Starostin via Pexels

„Nahezu jeder moderne Chip“ wird nach eigener Aussage mit den Maschinen von Lam Research (WKN: 869686) gefertigt. Das US-Unternehmen hat sich auf die hochpräzisen Prozesse des Ätzens und der Abscheidung spezialisiert und schafft damit die technologische Grundlage für komplexe 3D-Strukturen, welche die Produktion immer kleinerer und leistungsfähigerer Halbleiter erst ermöglichen. Die Lam Research-Aktie kann somit als ein Ankerinvestment im KI-Trend betrachtet werden und hätte sich angesichts einer Verdreifachung innerhalb der letzten 365 Tage definitiv gelohnt. Aber bleibt das auch langfristig so?

Lam Research-Aktie: Rekordzahlen, wohin man schaut

Im Ende Juni abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 – zugleich das vierte Rekordquartal in Folge – lieferte Lam Research die bislang stärksten Zahlen der Firmengeschichte ab. Im Vergleich zum Vorquartal (Lam vergleicht seine Zahlen traditionell mit dem Vorquartal) stieg der Umsatz um satte 15,1 %. Die non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf 52,0 % – den höchsten Stand seit 20 Jahren – und die operative Marge legte um 340 Basispunkte auf 38,4 % zu.

Der Gewinn je Lam Research-Aktie (non-GAAP) stieg damit um starke 23,8 % und stärker als erwartet worden war. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 verbuchte Lam einen Rekordumsatz von 23,2 Mrd. US-Dollar (+26 % gegenüber Vorjahr) und einen non-GAAP-Gewinn je Aktie von 5,82 US-Dollar (+41 %).

KI ist natürlich der Haupttreiber der Lam Research-Aktie

Die jüngsten Quartalszahlen der Hyperscaler signalisieren, dass dieser Boom bis auf weiteres anhalten dürfte. Davon angetrieben legten alle Geschäftsbereiche von Lam zu. Der Boom im Memory-Geschäft (mit Herstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron) schlug sich besonders beim NAND-Speichergeschäft nieder – der Umsatz mit Fertigungsmaschinen, auf denen diese Memory-Chips erstellt werden, verdoppelte sich im Vergleich zum Vorquartal. Doch auch im klassischen Foundry-Geschäft sowie im Servicegeschäft (+17 %) waren die Wachstumsraten stark.

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Geografisch blieb Asien mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt: Taiwan (27 %), China (26 %) und Korea (20 %) machten zusammen drei Viertel der Umsätze aus.

So soll es nun weitergehen

Nicht nur das abgelaufene Quartal war gut, auch der Ausblick fiel stark aus: Für das laufende Quartal rechnet Lam im Mittelwert mit einem Umsatzsprung von über 20 % sowie beinahe einer Verdopplung des Gewinns je Lam Research-Aktie. CEO Tim Archer sprach von einem „dritten Jahr in Folge“ der Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt für Wafer-Fertigungsanlagen, für das er im Kalenderjahr 2026 nun einen Gesamtmarkt im Bereich von rund 150 Mrd. US-Dollar sieht. Das Management hob aufgrund des anhaltend starken KI-Rückenwinds zudem seine langfristigen Margenziele an: Die Bruttomarge soll mittelfristig in Richtung Mitte-50-Prozent-Bereich steigen, die operative Marge in Richtung Mitte-40-Prozent-Bereich.

Die Börse reagierte auf diese Zahlen zunächst zwiegespalten: Im regulären Handel am Berichtstag fiel die Lam Research-Aktie noch um rund 7 %, drehte nach Veröffentlichung der Zahlen im nachbörslichen Handel jedoch deutlich ins Plus. Das KGV liegt nun bei 57, die Marktkapitalisierung bei rund 400 Mrd. US-Dollar. Lam Research zählt damit zu den 50 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt und wird aktuell mit einem deutlich höheren Multiple als im langjährigen Mittel bewertet.

Unser Fazit: Sollte man die Lam Research-Aktie kaufen?

Auf der einen Seite ist der KI-Rückenwind weiterhin voll intakt und Lam liefert operativ so stark wie selten zuvor. Auf der anderen Seite erscheint uns die Bewertung der Lam Research-Aktie ambitioniert und ein mögliches Abnehmen des KI-Infrastruktur-Hypes sowie geopolitische Risiken (gut die Hälfte der Umsätze stammen aus China und Taiwan) nicht ausreichend eingepreist. Ein Neueinstieg drängt sich für uns daher aktuell nicht auf. An unserer langfristigen Position an diesem Qualitätsunternehmen mit intakter Wachstumsstory halten wir dennoch gerne fest.

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