Meta-Aktie: Können sich diese KI-Investitionen lohnen?

Mit der Meta Platforms-Aktie (Meta-Aktie, WKN: A1JWVX) setzen wir auf einen der stärksten Werbe- und Social-Media-Konzerne der Welt. Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger erreichen täglich Milliarden Menschen und liefern Meta enorme Mengen an Daten über Interessen und Nutzerverhalten. Künstliche Intelligenz verbessert inzwischen die Empfehlungen innerhalb der Apps und ermöglicht Werbekunden, ihre Anzeigen gezielter auszuspielen. Im zweiten Quartal 2026 führte das zu einem beeindruckenden Umsatzwachstum. Gleichzeitig investiert Meta jedoch derart hohe Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur, dass der freie Cashflow beinahe vollständig verschwand.
Die Fundamentalanalyse der Meta-Aktie: Wachstum, Wachstum, Wachstum
Der Umsatz erhöhte sich im zweiten Quartal um 28 % auf 60,80 Mrd. US-Dollar. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 27 %. Den größten Beitrag leistete weiterhin die Werbung. Die Werbeerlöse stiegen ebenfalls um 27 % auf 59,36 Mrd. US-Dollar und machten damit fast 98 % des Gesamtumsatzes aus. Meta bleibt daher trotz aller KI-, Hardware- und Metaverse-Ambitionen in erster Linie ein digitaler Werbekonzern.
Die operative Entwicklung des Kerngeschäfts sieht ausgezeichnet aus. Meta spielte über seine Apps 14 % mehr Werbeanzeigen aus. Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Preis je Anzeige um 12 %. Das Unternehmen profitiert somit sowohl von einem größeren Anzeigenvolumen als auch von höheren Preisen. Ein Teil des Erfolgs dürfte auf die eigenen KI-Systeme zurückgehen. Bessere Empfehlungen erhöhen die Nutzungsdauer, während präzisere Werbemodelle den Wert der Anzeigen für Unternehmen steigern.
Auch die Nutzerbasis wächst weiter. Im Juni verwendeten durchschnittlich 3,60 Mrd. Menschen täglich mindestens eine der Meta-Anwendungen. Das entspricht einem Plus von 3 %. Die Reichweite steigt somit wesentlich langsamer als der Umsatz. Das ist in einem weitgehend erschlossenen Markt jedoch nicht überraschend. Entscheidend ist, dass Meta jeden Nutzer immer besser monetarisiert. Das Zusammenspiel aus mehr Nutzern, mehr ausgespielten Anzeigen und höheren Anzeigenpreisen führte letztlich zum starken Umsatzwachstum.
Die Ausgaben fressen das Umsatzwachstum auf
Beim Gewinn sehen die Zahlen deutlich schwächer aus. Das operative Ergebnis sank um 8 % auf 18,78 Mrd. US-Dollar. Die operative Marge brach von 43 % auf 31 % ein. Unter dem Strich verdiente Meta 15,85 Mrd. US-Dollar und damit 14 % weniger als im Vorjahresquartal. Das verwässerte Ergebnis je Meta-Aktie ging um 13 % auf 6,18 US-Dollar zurück. Meta wächst beim Umsatz ausgesprochen dynamisch. Momentan steigt der Gewinn jedoch nicht mit.
Verantwortlich dafür sind die enormen Ausgaben. Die gesamten Kosten erhöhten sich um 55 % auf 42,03 Mrd. US-Dollar. Darin enthalten waren 2,40 Mrd. US-Dollar für Rechtsstreitigkeiten sowie 1,18 Mrd. US-Dollar an Abfindungen im Zusammenhang mit dem Stellenabbau vom Mai. Selbst wenn wir allein diese beiden Belastungen herausrechnen, wären die Kosten jedoch noch um rund 42 % gestiegen. Der Ausgabenanstieg ist daher keineswegs nur auf Sondereffekte zurückzuführen.
Insbesondere die Forschung und Entwicklung wird immer teurer. Die entsprechenden Ausgaben erhöhten sich um 67 % auf 21,66 Mrd. US-Dollar. Meta investiert massiv in KI-Modelle, Rechenleistung, technische Fachkräfte und die nächste Generation seiner Produkte. Hinzu kamen aktienbasierte Vergütungen von 7,66 Mrd. US-Dollar nach 4,83 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Aktienvergütungen fließen zwar nicht unmittelbar aus dem Unternehmen ab. Sie stellen für uns dennoch Kosten dar, weil sie bestehende Aktionäre verwässern.
Die Cashflow-Rechnung zeigt das Ausmaß der Investitionen
Besonders deutlich sehen wir die Dimension der Investitionen beim freien Cashflow. Der operative Cashflow stieg eigentlich um knapp 25 % auf 31,86 Mrd. US-Dollar. Meta investierte jedoch 30,12 Mrd. US-Dollar in Sachanlagen und zahlte weitere 962 Mio. US-Dollar für Finanzierungsleasing. Dadurch blieb ein freier Cashflow von lediglich 784 Mio. US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Meta noch 8,55 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Der freie Cashflow brach somit um mehr als 90 % ein.
Im gesamten ersten Halbjahr sieht die Entwicklung etwas weniger dramatisch aus. Meta erzielte einen freien Cashflow von 13,17 Mrd. US-Dollar nach 18,88 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Trotzdem wird deutlich, wie viel Kapital der KI-Ausbau inzwischen bindet. Für das Gesamtjahr erwartet das Management Investitionen zwischen 130 Mrd. und 145 Mrd. US-Dollar. Zuvor lag die Untergrenze bei 125 Mrd. US-Dollar. Meta investiert damit in einem einzigen Jahr einen Betrag, der größer ist als der Börsenwert vieler DAX-Konzerne.
Meta-Aktie: Welche Zukunftsfantasien können die Investitionen rechtfertigen?
Das Management muss daher beweisen, dass aus diesen Investitionen langfristig zusätzliche Gewinne entstehen. Für das bestehende Werbegeschäft erkennen wir bereits einen Nutzen. KI verbessert Empfehlungen, Anzeigenmodelle und die Automatisierung von Werbekampagnen. Schwieriger einzuschätzen sind mögliche neue Produkte und Geschäftsfelder. Mark Zuckerberg spricht von neuen Chancen im Unternehmensgeschäft. Konkrete Umsätze daraus weist Meta bisher jedoch nicht aus.
Eine weitere Belastung bleibt Reality Labs. Der Bereich erzielte einen Umsatz von lediglich 431 Mio. US-Dollar und einen operativen Verlust von 4,62 Mrd. US-Dollar. Der Verlust fiel damit sogar etwas höher als im Vorjahresquartal aus. Im ersten Halbjahr summierte sich das Minus auf 8,65 Mrd. US-Dollar. Die intelligenten Brillen und langfristigen Entwicklungen im Bereich erweiterter Realität besitzen durchaus Potenzial. Bislang ist Reality Labs jedoch vor allem ein erheblicher Kostenfaktor.
Die Bilanz bietet Meta genügend Spielraum. Der Konzern verfügte zum Quartalsende über liquide Mittel und börsennotierte Wertpapiere von 90,26 Mrd. US-Dollar. Dem standen langfristige Schulden von 83,66 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die Verschuldung stieg seit Jahresbeginn deutlich, weil Meta im zweiten Quartal neue langfristige Schulden von netto rund 24,9 Mrd. US-Dollar aufnahm. Aktienrückkäufe fanden dagegen weder im zweiten Quartal noch im gesamten ersten Halbjahr statt. Meta zahlte lediglich Dividenden und entsprechende Vergütungen von 1,35 Mrd. US-Dollar.
Wie geht es für die Meta-Aktie weiter?
Für das dritte Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 61 Mrd. und 64 Mrd. US-Dollar. Wechselkurse dürften das Wachstum dabei um ungefähr einen Prozentpunkt belasten. Die Prognose für die Gesamtaufwendungen wurde auf 165 Mrd. bis 169 Mrd. US-Dollar angepasst. Meta hält dennoch an dem Ziel fest, im Gesamtjahr ein höheres operatives Ergebnis als 2025 zu erzielen. Das bedeutet, dass der Konzern trotz der gewaltigen Investitionen weiterhin mit einem Gewinnwachstum rechnet.
Wir bewerten das zweite Quartal daher gemischt. Das Werbegeschäft entwickelt sich hervorragend. Mehr Anzeigen, höhere Preise und eine weiter wachsende Nutzerbasis führten zu einem Umsatzplus von 28 %. Meta zeigt damit bereits heute, dass Künstliche Intelligenz das bestehende Geschäft verbessern kann.
Gleichzeitig steigen die Kosten noch wesentlich schneller als die Erlöse. Die operative Marge fiel um zwölf Prozentpunkte und der freie Cashflow ging im Quartal auf weniger als eine Milliarde US-Dollar zurück. Meta besitzt die finanziellen Mittel, um diese Investitionen zu stemmen. Für Investoren der Meta-Aktie wird jedoch entscheidend sein, ob die KI-Infrastruktur künftig zusätzliche Umsätze und Gewinne hervorbringt, die den enormen Kapitaleinsatz rechtfertigen. Das Kerngeschäft ist stärker denn je. Doch die Rechnung für die nächste Wachstumsphase fällt ebenfalls immer größer aus.
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