Coca-Cola, Novo Nordisk, Waste Management: Was macht eine Aktie „sicher“?

Was macht eine Aktie wie Coca-Cola (WKN: 850663), Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) oder auch Waste Management (WKN: 893579) sicher? Darüber könnten wir wohl ein ganzes Buch schreiben. Heute haben wir aber die nicht unwichtige Aufgabe, die Essenz wesentlicher Beobachtungen in Kurzform wiederzugeben.
Allein die drei Aktien bieten unterschiedliche Blickwinkel. Man kann durchaus die Frage stellen, ob jede von ihnen sicher ist. Novo Nordisk hat beispielsweise seit dem Rekordhoch über zwei Drittel seines Börsenwertes eingebüßt. Auch bei der Aktie von Coca-Cola gab es in der Vergangenheit Einbrüche. Ja, über viele Jahre hinweg sogar eine Underperformance. Waste Management steigt und steigt zwar. Dafür aber auch die fundamentale Bewertung.
Blicken wir daher auf drei verschiedene Blickwinkel, was eine Aktie sicher macht. Die Aktien von Coca-Cola, Novo Nordisk und Waste Management dienen uns dabei immer mal wieder als Anschauungsmaterial.
Coca-Cola, Novo Nordisk & Waste Management: Sicher ist das Geschäftsmodell!
Eine erste wichtige Erkenntnis ist, dass das Geschäftsmodell eine Aktie sicher macht. Nehmen wir zum Beispiel Coca-Cola. Viele Anleger denken, dass es um das Abfüllen und Verkaufen von Limonaden geht. Das ist nicht ganz unrichtig. Aber für die Aktie, die wir erwerben können, schon. Denn der US-Konzern aus Atlanta füllt immer weniger selbst ab und verkauft vor allem Lizenzen für Regionen. Daneben basiert das Geschäft auf Vorprodukten und dem Branding rund um die ikonischen Marken.
Das gilt als sehr sicher: Denn die eigentlichen Kunden von Coca-Cola sind die Abfüller, die wiederum an die Einzelhändler verkaufen. Man könnte sagen: Der Kundenkreis ist so klein und abhängig, dass ein großer Teil der Umsätze fast garantiert ist. Das ist ein hohes Maß an Sicherheit. Ähnlich bei Waste Management: Das US-Unternehmen setzt auf Abfallentsorgung und Recycling in den USA. In vielen Regionen ist Waste Management das einzige Unternehmen, das diesen Auftrag erfüllt. Wir sprechen von einem Quasi-Monopol, das natürlich durch die öffentliche Hand reguliert ist. Die Aktie gilt aber als sicher, weil Müllentsorgung stets eine Zukunft besitzt. Die Verträge und das defensive, zeitlose Geschäftsmodell dienen als Schutz.
Anders ist es bei Novo Nordisk. Zwar gilt grundsätzlich, dass Diabetes und dessen Therapie ein moderater Wachstumsmarkt ist. Viele Menschen benötigen jeden Tag Insulin. Die Patente laufen jedoch regelmäßig aus, es braucht immer neue Blockbuster, die alternde Produkte ersetzen. Alle paar Jahre gibt es daher Unsicherheit. Trotz eines defensiven Geschäfts gilt daher die Einschränkung, dass die Produktpipeline einem Wandel unterliegt. Macht das eine sichere Aktie aus? Kann man zumindest kritisch beleuchten, insbesondere im Vergleich zu Coca-Cola und Waste Management.
Die Bewertung
So wichtig das Geschäftsmodell auch ist: Ob eine Aktie wirklich sicher ist, hängt auch von der Bewertung ab. Novo Nordisk ist hier wiederum ein anderes Beispiel: Bei einem KGV von 14 und mit deutlich mehr als 3 % Dividendenrendite gilt die Aktie tendenziell eher als unterbewertet. Sie ist so bewertet, als würde sie quasi nicht mehr wachsen. Das wiederum impliziert eine gewisse Sicherheitsmarge. Anders gesagt: Es ist sehr, sehr viel Pessimismus bereits eingepreist.
Und bei Coca-Cola? Nun, das KGV bewegt sich stramm auf 28 zu. Das bedeutet, dass Coca-Cola eigentlich ein Gewinnwachstum von 10 % pro Jahr erzielen muss, um den Markt zu schlagen. Gelingt das nicht, droht ein Abverkauf. Vielleicht 10 %, vielleicht 20 % oder womöglich sogar mehr. Ob das eine Aktie sicher macht? Das Geschäftsmodell schon. Aber das bedeutet eben nicht, dass wir hier kein Geld verlieren können.
Waste Management ist ähnlich. Für das Quasi-Monopol zahlen wir ein KGV von über 30. Sinkt das Wachstum, gibt es mal einen Streik unter den Mitarbeitern, so könnte das die Aktie empfindlich treffen. Eine Aktie ist meiner Meinung nach daher nur dann sicher, wenn wir Qualität zu einem guten Preis kaufen. Alles andere impliziert ein gewisses Bewertungsrisiko.
Ist eine Aktie wie Novo Nordisk, Coca-Cola oder Waste Management sicher? Die Dividende als Indikator
Wie sicher eine Aktie ist, bewerten viele Einkommensinvestoren zu guter Letzt auch anhand der Dividende. Coca-Cola ist hier führend mit seinen 60 Jahren beständigem Dividendenwachstum. Waste Management ist auf einem guten Weg, seit mehr als zwei Jahrzehnten erhöht das Management jährlich die Dividende je Aktie. Novo Nordisk ist ein Dividendenaristokrat. Eine spannende Kombination.
Wir können einerseits sagen, dass die Dividende ein Indikator dafür ist, wie sicher eine Aktie sein könnte. Defensive Geschäftsmodelle, solide Gewinne und ein moderates Wachstum prägen solche Historien. Das gilt für alle drei Konzerne. Auf der anderen Seite ist die Dividende nicht mehr als eine Entscheidung. Sie ist keine operative Kennzahl, die das Geschäft direkt betrifft. Außerdem ist sie lediglich auf die Vergangenheit bezogen.
Die Historie einer Dividende muss daher keine Aussagekraft für die Zukunft haben. Umso wichtiger ist meiner Meinung nach daher die folgende Erkenntnis: Wie sicher eine Aktie ist, entscheidet sich beim Geschäftsmodell und dem Preis, den wir bezahlen.
Investieren wie ein Profi: Mit diesen Kennzahlen meisterst du jede Aktienanalyse!
Wenige Kennzahlen – maximaler Durchblick: In unserem exklusiven Sonderbericht zeigt dir Aktienwelt360-Chefanalyst Florian König, wie du mit 15 clever ausgewählten Bilanzkennzahlen jedes Unternehmen im Handumdrehen durchleuchtest.
Lerne, wie das Wälzen trockener Zahlen zur spannenden Schatzsuche für smarte Anleger werden kann. Praxisnah, fundiert und überraschend einfach erklärt – in unserem Sonderbericht „15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen”.
Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola und Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk und Waste Management.
