10.000 Euro investieren, 730 Euro Dividende kassieren? Der Haken bei dieser Aktie!

Eine Person hält eine Lupe über ein mit Münzen geschaffenes Abbild der Weltkarte
Foto: Monstrera via Pexels

Wenn wir 10.000 Euro investieren und dafür üppige 730 Euro Dividende kassieren, gibt es gewisse Risiken. Sobald die Dividendenrendite über die Marke von 5 % steigt, solltest du dich stets fragen, welchen Preis wir für dieses Renditepotenzial bezahlen. Wobei es auch Aktien gibt, die die Risiken wert sind.

Bei General Mills (WKN: 853862) ist das momentan der Fall. Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern, bekannt für Marken wie Häagen-Dasz, Cheerios, Lucky Charms, Old El Paso oder auch Knack&Back zahlt pro Vierteljahr 0,61 US-Dollar Dividende je Aktie aus. Bei dem aktuellen Aktienkurs von 33,42 US-Dollar liegt die Dividendenrendite bei den besagten 7,30 %.

Aber was ist der Haken, der Preis, das Risiko bei der Aktie von General Mills? Es ist eines, das womöglich dazu führt, dass du vielleicht nicht 10.000 Euro investieren möchtest. Sehen wir uns das Gesamtpaket daher ein wenig intensiver an.

General Mills: 10.000 Euro investieren, 730 Euro Dividende kassieren? Eigentlich ein Top-Deal!

Wer sich die nackten Zahlen bei General Mills ansieht, könnte gewillt sein, die 10.000 Euro in die Hand zu nehmen. Der US-Konzern besitzt eine Dividende, die mittlerweile über 120 Jahre alt ist. Nicht in jedem Jahr davon gab es eine wachsende oder konstante Ausschüttung. In den letzten 40 Jahren hielt das Management aber die Dividende je Aktie stets zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres.

Die Jahresdividende von 2,44 US-Dollar ist in Anbetracht eines Ergebnisses je Aktie von 4,10 US-Dollar (2025) nachhaltig. Das Ausschüttungsverhältnis liegt bei ca. 59,5 %. Wobei der Wert bereits verzerrt ist. General Mills besitzt ein abweichend verlaufendes Geschäftsjahr. 2026 endete so beispielsweise per Ende Mai. Der Markt blickt nun also gespannt auf die neuen Zahlen für die vergangenen zwölf Monate.

Damit beginnt bereits ein großes Kernproblem. Denn General Mills konnte das Ergebnis je Aktie 2026 gewiss nicht auf Vorjahresniveau halten. In den ersten neun Monaten sank beispielsweise das verwässerte Ergebnis je Aktie um 25 % auf 2,60 US-Dollar. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie sank mit 4 % auf 3,56 US-Dollar. Im dritten Quartal reichte das Ergebnis je Aktie mit nominell 0,56 US-Dollar nicht einmal aus, um die Dividende aus dem Gewinn zu zahlen. Das ist es, was den Investoren derzeit Sorgen bereitet. Sollten wir daher keine 10.000 Euro für 730 Euro Dividende investieren? Hm. Tricky.

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Die Chance und das Kernproblem

Um zunächst beim Negativen zu bleiben: General Mills ist nicht in der perfekten operativen Ausgangslage. Verbraucher werden preissensibler. Sie greifen seltener bei Marken zu, nehmen günstigere Alternativen. Die Jahre der Inflation scheinen ausgereizt, das Mengenwachstum verlangsamte sich. Auch Abnehmprodukte führen dazu, dass speziell US-Amerikaner weniger Hunger auf hochverarbeitete Lebensmittel haben. All das belastet die Aktie und führt zur Sorgen rund um die Dividende.

Auf der Kehrseite gibt es eine günstige Chance: Neben den 7,3 % Dividendenrendite wird die Aktie von General Mills selbst für das Jahr 2026 voraussichtlich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 gehandelt. Der Wert für 2025 liegt bei 8,1. Das ist wirklich Deep-Value, das wir hier sehen. Wobei die Aktie voraussichtlich nicht zu steigen beginnt, ehe sie zu einem leichten operativen Wachstum zurückfindet.

Exakt das plant General Mills jedoch. Im vergangenen Herbst stellte das Management seine neue mittelfristige Prognose für die Zeit nach dem Jahre 2026 auf. Demnach soll der Umsatz zwischen 2 % und 3 % pro Jahr wachsen. Beim Ergebnis erwartet der US-Lebensmittelkonzern ein Wachstum zwischen 5 % und 9 % pro Jahr. Ab dem zweiten Halbjahr im Kalenderjahr 2026 könnte daher der Turnaround beginnen. Zumal Kosteneinsparungen der Katalysator für das überproportionale Gewinnwachstum sein sollen. Ich halte die Strategie für durchaus plausibel.

General Mills: 10.000 Euro investieren, 730 Euro Dividende kassieren?!

Um ein erstes Fazit zu ziehen: Die Aktie von General Mills gehört nach den schwächeren letzten zwei Jahren nicht mehr zu den risikolosen Dividendenperlen. Wir haben gesehen, dass selbst das Lebensmittelsegment Probleme haben kann. General Mills gehört zu diesem Kreis dazu. Rückläufige Ergebnisse sorgten für Unsicherheit rund um die Dividende. Deshalb ist es für viele Dividendenjäger vielleicht nicht die beste Idee, direkt 10.000 Euro in die Hand zu nehmen.

Gleichwohl steht ein Turnaround womöglich in den Startlöchern. Mit 7,3 % Dividende und einem KGV zwischen 8 und 10 erscheint die Aktie sehr preiswert. Besonders wenn das Wachstum zurückkehrt würde es mich nicht wundern, wenn General Mills wieder ein KGV von 15 oder mehr erreichen könnte. Das würde ein deutliches Kurspotenzial implizieren.

Im Endeffekt ist es wie bei vielen solchen Dividendenaktien: Bei 10.000 Euro Einsatz und 730 Euro Dividende gibt es eine große Chance, aber auch ein hohes implizites Risiko. Ob du das willst? Deine Entscheidung.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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