Fast jeder kann Millionär werden: Die meisten behindern sich selbst

Lieber Aktiensegler,
die These ist gewagt, ich halte sie aber für stimmig: Jeder kann grundsätzlich Millionär werden. Wenn die Eltern beispielsweise für ihre Kinder anfangen zu sparen und zu investieren, reichen 37 Euro pro Monat als eigene Leistung aus. Bis zur Rente im Alter von 67 Jahren und mit rechnerisch 8 % Rendite pro Jahr würde man die Millionenmarke knacken.
Aber auch später ist es möglich. Wer mit 18 Jahren sein erstes Geld verdient, benötigt eine monatliche Sparrate von 150 Euro, um bis zur Rente die Marke von einer Million Euro zu erreichen. Wir sehen daher, dass es die Kombination aus einem möglichst frühen Start, regelmäßigen Investitionen und dem Zinseszinseffekt ist, die dieses Ziel ermöglicht.
Doch es gibt eine Bremse. Das bist leider du selbst. Wir können sie Phlegma nennen. Den inneren Schweinehund. Desinteresse oder wie auch immer du willst. Sie verhindert, dass die meisten es im Laufe ihres Lebens auch wirklich schaffen.
Millionär werden: Ein Start und Disziplin
Um fair zu sein: Für viele ist es natürlich zu spät, ehe sie die Folgen begreifen. Wer beispielsweise mit 35 Jahren seinen ersten Euro investiert, der müsste in den verbleibenden 32 Jahren bis zur Rente Monat für Monat 595 Euro sparen und investieren. Wir sehen, dass die Hürden und Hindernisse immer höher werden, je mehr Zeit wir verlieren. Haben wir hingegen nur noch 20 Jahre Zeit, wächst der benötigte Betrag auf 1.745 Euro pro Monat an. Für viele dann einfach irgendwann zu viel Einsatz.
Wir verlieren aber noch einen anderen Vorteil: den der durchschnittlichen Rendite. Meine These ist, dass wir über einen Zeitraum von 40 oder 60 Jahren eher eine durchschnittliche, marktübliche Rendite von beispielhaften 8 % pro Jahr erhalten können. Bei 20 Jahren bestimmt hingegen auch der Zufall, ob es eine starke Marktphase ist oder eine schwächere.
All das zeigt: Wir können zwar Millionär werden, aber nur, wenn wir früh starten und unseren Ansatz diszipliniert durchhalten. Kleine Beträge über einen langen Zeitraum. Wenn nicht für uns, dann vielleicht für unsere Kinder, unsere Enkelkinder oder auch Patenkinder.
Wir alle haben ähnliche Voraussetzungen
Wichtig ist mir eines: Mit der Geburt haben die meisten von uns ähnliche Voraussetzungen. Wir haben Zeit und den Aktienmarkt als Vermögenskatalysator vor der Nase. Wir oder unsere Eltern könnten ein wenig Geld in die Hand nehmen und frühzeitig davon profitieren. Wer seine Chance verpasst, hat es hinterher schwerer. Denn Zeit im Aktienmarkt auszugleichen ist sehr, sehr schwierig und kostspielig.
Mir geht es daher primär um eines: dich zum Überlegen zu animieren. Was hindert dich daran, Millionär zu werden? Was hat dich in der Vergangenheit gehindert? Manchmal ist es natürlich auch das Wissen um die Möglichkeiten oder auch den Zinseszinseffekt wirklich zu verstehen oder die Wichtigkeit des Faktors Zeit richtig einzuordnen.
Selbst wenn du es nicht mehr schaffen kannst: Ich bin mir sicher, es gibt in deinem Umkreis liebe Menschen, denen du behilflich sein kannst.
Auf die Million und das Erreichen größer Ziele über lange Zeiträume,
Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360
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