Halbjahr 2026: Diese 7 Aktien haben bisher gut performt und bleiben weiterhin interessant

Manche Kursbewegungen fühlen sich im Rückblick unwirklich an.
Eine Aktie, die sich innerhalb von sechs Monaten verzehnfacht. Ein Baumaschinenkonzern, der plötzlich als KI-Profiteur gilt. Ein deutscher Chiphersteller, der seinen Wert verdoppelt. Das erste Halbjahr 2026 hat genau solche Geschichten geschrieben.
Die spannende Frage lautet aber nicht, wer schon gewonnen hat. Sondern wer von diesen Gewinnern noch Potenzial für die zweite Jahreshälfte und darüber hinaus mitbringt, ohne bereits komplett ausgereizt zu sein.
Ein Halbjahr der Extreme
Das erste Halbjahr 2026 präsentierte sich an den Weltbörsen als eine Phase extremer Kontraste. Der Dow Jones verbuchte mit einem Plus von 8,9 % sein stärkstes Auftakt-Halbjahr seit 2021. Parallel dazu legte der S&P 500 um 9,6 % zu, während der Nasdaq Composite um fast 13 % kletterte. Der deutsche Leitindex DAX hinkte mit einem Zuwachs von rund 2,1 % international hinterher, primär ausgebremst durch die Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar sowie die anhaltende Schwäche der deutschen Automobilhersteller.
Innerhalb der Indizes klafften die Ergebnisse massiv auseinander. Während der Halbleitersektor im S&P 500 im zweiten Quartal um 88 % nach oben schnellte, verlor die Aktie von Intuit seit Jahresbeginn fast 60 % an Wert. Diese Schere zwischen Gewinnern und Verlierern erreichte ein historisches Ausmaß.
Wer die richtigen Titel im Depot hielt, konnte den Gesamtmarkt deutlich schlagen. Die nachfolgenden sieben Unternehmen sind auch für die zweite Jahreshälfte und darüber hinaus einen genaueren Blick wert.
1. Infineon
Infineon (WKN: 623100) hat seinen Börsenwert im ersten Halbjahr 2026 nahezu verdoppelt und führt damit die Performance-Liste im DAX mit deutlichem Vorsprung an. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Energieinfrastruktur für KI-Rechenzentren – ein Wachstumsfeld, in dem sich die Münchner als unverzichtbarer Schlüssellieferant positionieren. Die im Mai angehobene Jahresprognose untermauert, dass die Kursrallye auf einer realen Nachfragebeschleunigung basiert.
Das Marktsegment für Stromversorgung und Power-Management in KI-Zentren profitiert von einem massiven strukturellen Aufwind. Laut dem Basis-Szenario der IEA (International Energy Agency) steigt die globale Stromnachfrage in Rechenzentren bis 2030 jährlich um rund 15 %, wobei der KI-spezifische Bedarf diese Rate signifikant übertrifft.
Infineon besetzt diese Schnittstelle mit hocheffizienten SiC- und GaN-Technologien. Nach der Kursverdopplung notiert die Aktie im Juli bei einem 12-Monats-Forward-KGV von etwa 34 (Stand: 10.07.2026, maßgeblich für alle Bewertungsangaben. Die Renditeangaben zum ersten Halbjahr basieren auf den Year-To-Date-Berichten von Anfang Juli).
Bei einem prognostizierten EPS-Wachstum von rund 24 % per annum ergibt sich ein PEG-Ratio von circa 1,4. Während diese Bewertung im historischen Vergleich ambitioniert aussieht, rechtfertigt die technologische Alleinstellung im KI-Ökosystem aus meiner Sicht das aktuelle Kursniveau.
2. Hochtief
Der Essener Baukonzern sicherte sich einen Platz unter den Top-Performern am deutschen Aktienmarkt und stieg am 22. Juni 2026 folgerichtig in den DAX auf. Ein Rekord-Auftragsbestand von 79,3 Mrd. Euro (Stand: Ende Q1 2026) sorgt für eine außergewöhnlich hohe Planungssicherheit über mehrere Jahre hinweg. Dabei profitierte Hochtief (WKN: 607000) im ersten Quartal von einem Gewinnplus von 30 % sowie währungsbereinigten Neuaufträgen, die um 27 % zulegten.
Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als Spezialist für KI-Infrastruktur und profitiert massiv vom Bau neuer Rechenzentren sowie globalen Infrastrukturprogrammen. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management ein Wachstum des operativen Nettoergebnisses von 20 bis 30 % an. Angesichts der hohen Visibilität und eines risikoarmen Auftragsbuchs – rund 90 % der Verträge gelten als sicher – quittiert der Markt die Entwicklung aktuell mit einem Forward-KGV von etwa 33. Diese Bewertung spiegelt die strukturelle Sonderkonjunktur im Bereich der digitalen und zivilen Infrastruktur wider.
3. Siemens Energy
Siemens Energy (WKN: ENER6Y) behauptete sich im ersten Halbjahr 2026 als einer der drei stärksten DAX-Werte. Das Unternehmen schreibt inzwischen seine ganz eigene Erfolgsgeschichte: Die Auftragsbücher erreichten mit 154 Mrd. Euro ein Rekordniveau, während struktureller Rückenwind durch die Energiewende und die massive Nachfrage nach Netzinfrastruktur für Rechenzentren das Geschäft treiben. Nach einem starken zweiten Quartal hob das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an; erwartet wird nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 % bei einer Ergebnismarge zwischen 10 und 12 %.
Marktbeobachter gehen von einem durchschnittlichen Kursziel auf etwa 197 Euro aus, was einem Potenzial von rund 27 % zum aktuellen Kurs entspricht. Mit einem Forward-KGV von ca. 28 und einer PEG-Ratio von 0,59 präsentiert sich die Bewertung im Branchenvergleich trotz des hohen Wachstums weiterhin attraktiv. Die operative Entwicklung stützt diesen Kursanstieg, anstatt lediglich Hoffnungen vorwegzunehmen.
4. SanDisk
Kein anderer Titel im S&P 500 verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine vergleichbare Dynamik wie SanDisk (WKN: A411ZM) mit einem Kursplus von rund 858 % Der reine NAND-Flash-Spezialist profitiert massiv von einem globalen Speicher-Engpass, den der Hunger der KI-Rechenzentren nach Kapazität befeuert.
Allgemein gesprochen steht der NAND-Markt unter erheblichem Angebotsdruck: Laut TrendForce trifft ein Nachfragewachstum von 20 bis 22 % auf einen Angebotszuwachs von lediglich 15 bis 17 %, was die Preise weiter ansteigen lässt.
Insbesondere bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die fundamentale Einordnung der SanDisk-Aktie. Trotz der Kursexplosion sank das Forward-KGV zuletzt auf etwa 9, weil die Gewinnschätzungen der Analysten nämlich noch schneller stiegen als der Kurs. Dieses seltene Muster deutet darauf hin, dass der Markt die fundamentale Stärke bislang nicht überzeichnet hat. Die Bewertung bleibt angesichts der strukturellen Knappheit und der hohen Margenpotenziale meiner Einschätzung nach attraktiv.
5. Caterpillar
Caterpillar (WKN: 850598) hat sich mit einer Kursrallye von über 60 % an die Spitze des Dow Jones katapultiert. Der Konzern profitiert heute massiv von seiner Rolle als indirektes Rückgrat des KI-Booms: Ohne die Generatoren, spezialisierten Baumaschinen und Energielösungen für neue Rechenzentren ließe sich der enorme Kapazitätsbedarf kaum decken.
Das Geschäftsmodell erweist sich dabei als deutlich resilienter als das reiner Tech-Titel. Mit einem Rekord-Auftragsbestand von zuletzt rund 63 Mrd. US-Dollar und einer strukturell wachsenden Nachfrage aus dem Infrastruktur-Sektor bleibt die Dynamik ungebrochen. Bei einem Forward-KGV von aktuell etwa 40 ist die Bewertung zwar ambitioniert und liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt, wird aber durch die Kombination aus KI-Infrastruktur-Wachstum und klassischen Bauzyklen gestützt. Das Risiko einer einseitigen Abhängigkeit von kurzfristigen Tech-Trends fällt hier zumindest gering aus.
6. Vertiv
Vertiv (WKN: A2PZ5A) hat seit Jahresbeginn rund 96 % an Börsenwert zugelegt. Der Auftragsbestand des Spezialisten für Rechenzentren kletterte innerhalb eines Jahres auf 15 Mrd. US-Dollar – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem Investorentag im Mai hob das Management die langfristigen Wachstumsziele deutlich an. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von 29 bis 31 %. Das Rekord-Orderbuch sorgt für hohe Planungssicherheit.
Trotz der starken Kursentwicklung wird das Papier mit einem Forward-KGV von etwa 47 bis 51 %. Diese Bewertung ist durch ein erwartetes EPS-Wachstum von über 40 % und die dominante Marktstellung im Bereich der KI-Infrastruktur (Kühlung und Stromversorgung) untermauert. Da die Aktie derzeit noch unter ihrem Rekordhoch von knapp 380 US-Dollar notiert, besteht bei Fortsetzung der operativen Dynamik weiteres Aufwärtspotenzial.
7. Fluence Energy
Der Energiespeicherspezialist Fluence Energy (WKN: A3C6A3) hat seinen Börsenwert im vergangenen Jahr um fast 100 % gesteigert. Rahmenverträge mit zwei führenden Hyperscalern und ein Rekord-Auftragsbestand von 5,6 Mrd. US-Dollar – mehr als das Anderthalbfache des geplanten Jahresumsatzes – verschaffen dem Unternehmen für 2026 eine außergewöhnliche Planungssicherheit.
Besonders stark: Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr ist durch den bestehenden Backlog bereits vollständig gedeckt. Diese Visibilität ist in einem Wachstumsmarkt, der massiv von der KI-gesteuerten Rechenzentrum-Nachfrage und der Netzstabilität profitiert, eine Seltenheit. Trotz der starken Kursentwicklung wirkt die Bewertung solide, da das Forward-KGV von 73 durch die hohe Qualität der Abschlüsse und den strukturellen Rückenwind relativiert wird. Ich sehe hier noch Luft nach oben, da der Markt die hohe Kontraktsicherheit bisher nur teilweise einpreist.
Stark gelaufen heißt nicht ausgereizt
Was diese sieben Aktien eint, ist weit mehr als der bloße Kursanstieg im ersten Halbjahr 2026. Hinter den Kursgewinnen stehen handfeste operative Fortschritte: wachsende Auftragsbestände, angehobene Prognosen und eine strukturelle Nachfrage, die über ein einzelnes Quartal hinausreicht.
In allen Fällen rechtfertigen die Fakten – von den Backlogs bis zur Guidance – sowie die Bewertungsmultiples das anhaltende Interesse. Wer auf das Forward-KGV im Kontext des erwarteten Wachstums blickt, erkennt das Potenzial, das selbst nach der starken Performance der ersten sechs Monate bestehen bleibt.
Historische Daten stützen diese Zuversicht. In den vergangenen 55 Jahren legte der MSCI World in gut 82 % der Fälle auch in der zweiten Jahreshälfte zu, sofern er das erste Halbjahr bereits im Plus beendet hatte. Das ist zwar keine Garantie, verdeutlicht aber: Ein starker Lauf allein liefert keinen Grund, eine Aktie zu meiden.
Bei genauerer Analyse finden sich unter den Gewinnern des ersten Halbjahres 2026 Titel, deren Bewertung mit der operativen Dynamik Schritt hielt oder teilweise sogar noch attraktiv erscheint.
Ergreife die Digitalisierungs-Chance: 3 Aktien, die von einem 1,83 Billionen US-Dollar-Markt profitieren!
Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten und verändert alles: von Medizin über Unterschriften bis hin zu Werbung. Obwohl manche Growth-Aktien gecrasht sind, hat das Wachstum bei echten Innovatoren nicht aufgehört. Wir sind überzeugt: Jetzt ist der Zeitpunkt, um dir deinen Anteil an diesem Markt zu sichern, der für die Wirtschaft einen Benefit von bis zu 1,83 Billionen (!) US-Dollar generieren kann!
Der exklusive Aktienwelt360-Sonderbericht zeigt dir 3 Aktien, mit denen du dir schon heute ein Stück dieses Zukunftsmarkts sichern kannst.
Jetzt kostenlos lesen und deinen digitalen Vorsprung starten!
Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Siemens Energy. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.