Uber-Aktie: Werden Anleger von der Delivery Hero-Übernahme profitieren?

Uber (WKN: A2PHHG) ist heute weit mehr als nur ein Fahrdienstvermittler. Das Unternehmen hat sich zu einer globalen Plattform für Mobilität und Essenslieferungen entwickelt. Gerade diese Kombination macht die Uber-Aktie aus unserer Sicht für langfristig orientierte Anleger interessant. Mit der geplanten Übernahme von Delivery Hero will Uber seine Marktposition nun deutlich ausbauen und sich langfristig weitere Wachstumschancen sichern.
Alles wichtige zur Uber-nahme von Delivery Hero
Uber hat ein freiwilliges Übernahmeangebot für Delivery Hero vorgelegt. Den Aktionären werden 41,50 Euro je Aktie in bar angeboten. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von rund 14,8 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um die bereits zuvor aufgebauten Beteiligungen von Uber liegt der Kaufpreis bei rund 13,7 Mrd. US-Dollar. Eine Fundamentalanalyse der Delivery Hero-Aktie unseres Autoren Ralf aus dem letzten Herbst kannst du hier lesen.
Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, wäre dies einer der größten Deals der Geschichte im europäischen Technologiesektor. Gemeinsam würden Uber und Delivery Hero in insgesamt 99 Märkten aktiv sein und auf Basis der Zahlen für 2025 ein jährliches Bruttobuchungsvolumen von rund 236 Mrd. US-Dollar erreichen.
Nicht alle Geschäftsbereiche von Delivery Hero gehen dabei an Uber
Parallel wurde vereinbart, dass die Investmentgesellschaft SSW Partners das Geschäft in 14 Märkten übernimmt. Dazu zählen unter anderem Österreich, Schweden, Norwegen, Griechenland, Spanien, Portugal und Polen. Hintergrund sind vor allem wettbewerbsrechtliche Anforderungen, da sich die Aktivitäten von Uber Eats und Delivery Hero in diesen Ländern teilweise stark überschneiden.
Uber selbst übernimmt die verbleibenden Geschäfte in 50 Märkten. Dazu gehören unter anderem die bekannten Marken talabat im Nahen Osten, PedidosYa in Lateinamerika, Glovo in zahlreichen europäischen, afrikanischen und zentralasiatischen Ländern sowie Baedal Minjok in Südkorea. Gerade diese Regionen gelten langfristig als besonders wachstumsstark, weil der Online-Lebensmittel- und Liefermarkt dort noch deutlich weniger entwickelt ist als in Nordamerika oder Westeuropa.
Warum der Schritt für die Uber-Aktie positiv ist
Für Uber ist die Übernahme strategisch gut nachvollziehbar. Das Unternehmen verfolgt seit Jahren das Ziel, Mobilität und Lieferdienste auf einer gemeinsamen Plattform anzubieten. In Märkten, in denen beide Angebote verfügbar sind, bestellen viele Kunden nicht nur Essen, sondern nutzen gleichzeitig auch Fahrdienste. Nach Angaben von Uber erzeugen solche plattformübergreifenden Nutzer rund dreimal so hohe Bruttobuchungen und Gewinne wie Kunden, die nur einen der beiden Dienste verwenden. Mit der Übernahme würde sich die Zahl der Märkte, in denen Uber beide Geschäftsbereiche anbietet, von bislang 34 auf künftig 58 nahezu verdoppeln.
Neben den zusätzlichen Kunden gewinnt Uber auch starke lokale Marken, langjährige Händlerbeziehungen und eine hervorragende Position im schnell wachsenden Quick-Commerce-Geschäft. Delivery Hero zählt in vielen Regionen zu den führenden Plattformen für die schnelle Lieferung von Lebensmitteln und Alltagsprodukten. Damit erweitert Uber sein Ökosystem erheblich und stärkt seine Wettbewerbsposition gegenüber Konkurrenten wie DoorDash oder Meituan.
Auch finanziell rechnet sich die Transaktion aus Sicht des Managements. Uber erwartet bereits direkt nach Abschluss einen positiven Effekt auf den bereinigten Gewinn je Uber-Aktie. Bis zum dritten Jahr nach der Übernahme soll dieser Beitrag auf einen hohen einstelligen Prozentbereich anwachsen. Finanziert wird der Deal über vorhandene Barmittel sowie neue Fremdkapitalmittel. Trotz der hohen Kaufsumme will Uber sein Investment-Grade-Rating behalten und an seinem laufenden Aktienrückkaufprogramm festhalten.
Deutschland wird eine Hauptrolle einnehmen
Bemerkenswert ist außerdem das Bekenntnis zum Standort Deutschland. Uber hat zugesagt, den Berliner Hauptsitz von Delivery Hero mindestens bis 2029 zu erhalten und die Belegschaft in dieser Zeit nicht zu reduzieren. Zusätzlich sollen in den kommenden fünf Jahren rund 2 Mrd. Euro in Deutschland investiert werden. Geplant sind Investitionen in neue Arbeitsplätze, den Ausbau des Geschäfts sowie Partnerschaften rund um autonomes Fahren mit der deutschen Automobilindustrie.
Die Übernahme steht allerdings noch unter mehreren Vorbehalten. Mindestens 50 % plus eine Aktie der Delivery-Hero-Anteile müssen angedient werden. Außerdem sind zahlreiche kartellrechtliche und regulatorische Genehmigungen erforderlich. Der Abschluss wird derzeit für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
Uber-Aktie: Unser abschließender Blick auf den Deal
Aus unserer Sicht ist die geplante Übernahme langfristig klar positiv für Uber. Das Unternehmen vergrößert seine Reichweite erheblich, stärkt seine Position in zahlreichen wachstumsstarken Regionen und baut die Vorteile seines Plattformmodells weiter aus.
Gerade die Kombination aus Mobilität und Lieferdiensten könnte in den kommenden Jahren zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil werden. Gleichzeitig zeigt der Deal, dass Uber seine starke finanzielle Position nutzt, um gezielt in zukünftiges Wachstum zu investieren. Natürlich wird die Integration Zeit kosten und regulatorische Risiken bleiben bestehen. Dennoch sehen wir die strategischen Chancen deutlich überwiegen und halten deshalb unverändert an unserer positiven Einschätzung der Uber-Aktie fest.
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