Kann die Aktie von American Express in 10 Jahren auf 3 % Dividende kommen?

Illustration von Geldmünzen über aufwärts zeigenden Balken und einem positiven Trendpfeil
Foto: Monstrera via Pexels

Die Aktie von American Express (WKN: 850226) schüttet bekanntlich eine geringe Dividende aus. Ausgehend von einer Vierteljahresdividende von 0,95 US-Dollar je Aktie und einem Aktienkurs von 344 US-Dollar liegt die momentane Dividendenrendite bei rund 1,1 %. Das ist nicht gerade viel. Zum Kontext gehört aber auch, dass das Ausschüttungsverhältnis bei geringen 20 % bis 25 % liegt.

Eine geringe, aber beständig wachsende Dividende gehört zur Ausschüttungspolitik von American Express. Entscheidend ist jedoch, dass das Gewinnwachstum des US-amerikanischen Kreditkartenkonzerns mithält. Ob eine Dividendenrendite von 3 % in 10 Jahren möglich ist, hängt aber maßgeblich von der Höhe des Wachstums ab.

Rechnen wir heute ein wenig herum. Meiner Meinung nach handelt es sich um eine in vielerlei Hinsicht spannende Fragestellung. Denn 3 % Dividendenrendite würden wohl auch bedeuten, dass sich die Aktie bei dem geringen Ausschüttungsverhältnis und mit dem entsprechenden Gewinnwachstum prächtig entwickelt. Legen wir also los!

American Express: 3 % Dividende in 10 Jahren!

Die Rechnung ist eigentlich ziemlich einfach: Um von 1,1 % Dividendenrendite in 10 Jahren auf 3 % zu kommen, braucht es ein Wachstum von durchschnittlich 10,55 % pro Jahr. Hier sehen wir bereits, dass das Gewinnwachstum kein Selbstläufer wird. Es ist ambitioniert. Natürlich könnte der US-Konzern leicht das Ausschüttungsverhältnis erhöhen. Mit 50 bis 60 % des Gewinns würden wir ebenfalls 3 % Dividende pro Jahr kassieren. Das halte ich aber für unwahrscheinlich.

Die gute Nachricht lautet: American Express ist hier auf einem guten Weg. In den letzten zehn Jahren wuchs das Ergebnis je Aktie im Schnitt um 11,8 % pro Jahr. Die Dividende je Aktie konnte dadurch um 11,1 % pro Jahr gesteigert werden. Auch die aktuellsten Zahlen unterstreichen einen soliden Wachstumskurs: Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2026 stieg das Ergebnis je Aktie um 11 % auf 4,53 US-Dollar. Die ersten sechs Monate schloss American Express mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 14 % auf 8,81 US-Dollar ab. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 soll es ein Ergebnis je Aktie von 17,30 bis 17,90 US-Dollar geben, was einen Anstieg zwischen 12,3 und 16,2 % im Jahresvergleich bedeuten würde.

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Ein einzelnes Jahr sind keine zehn Jahre. Aber die Vergangenheit liefert einen soliden Indikator, dass ein solches Wachstum möglich erscheint. Träger des Wachstums ist der Megatrend digitaler Zahlungen und wachsender Kreditkartenzahlungen. Aktuelle Prognosen deuten hier auf eine Wachstumsrate von 8,8 % pro Jahr hin. Auch das stützt die These, dass für American Express mit steigendem Volumen und einem gut skalierbaren Plattformgeschäft ein gerade zweistelliges Gewinnwachstum pro Jahr möglich ist.

Aktienrückkäufe dienen als zusätzlicher Katalysator!

Die Dividende von American Express mag mickrig sein. Allerdings sind es die gesamten Kapitalrückführungen nicht. Das Management kauft laufend eigene Aktien zurück. Ordnen wir auch diese Kapitalmaßnahme ein wenig historisch ein. Im Jahre 2016 lag die Anzahl ausstehender Aktien noch bei 901 Mio. Heute sind es 679 Mio. Das bedeutet, dass innerhalb von zehn Jahren 222 Mio. ausstehende Aktien gekauft und eingezogen worden sind. Ein Anteil von rund 25 % ist alles andere als unwesentlich und erhöht den Anteil, den jede Aktie verbrieft, signifikant.

Aber auch diese Kapitalmaßnahme geht weiter. Das Management von American Express ist seit diesem Jahr ermächtigt, bis zu 120 Mio. Aktien über die kommenden Jahre fortlaufend zu kaufen und einzuziehen. Erste Analysten schätzen, dass das allein zwischen 2,5 und 3 % pro Jahr an Kapitalrückführungsrendite bringen könnte. Wir sehen daher, dass die Dividende wirklich nur ein kleiner Teil der Kapitalmaßnahmen ist.

Die Aktienrückkäufe helfen American Express auch, die Dividende je Aktie weiter zu erhöhen. Sinkt die Anzahl dividendenberechtigter Aktien, so kann das Management die gesamte Ausschüttung auf weniger Aktien verteilen. Es braucht durch Aktienrückkäufe daher im Grunde genommen weniger Gewinnwachstum im operativen Geschäft. Damit kann man Wachstumsschwächen ein wenig ausgleichen.

Meine Meinung: American Express kommt in 10 Jahren auf 3 % Dividende!

Um daher meine Gedanken in einem Fazit zu bündeln: Ja, ich sehe die Aktie von American Express auf einem guten Weg, um auf 3 % Dividende in 10 Jahren zu kommen. Der Markt der Kreditkarten wächst pro Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich. Als einer der großen Konzerne dürfte American Express ein Wachstum beim Umsatz und Payment Volume in einer ähnlichen Größenordnung erzielen. Ein überproportionales Gewinnwachstum sollte spätestens dank der Aktienrückkäufe möglich sein. Das wiederum macht American Express so interessant. In den kommenden zehn Jahren dürfte dadurch auch der Gewinn je Aktie sehr deutlich wachsen. Aktienrückkäufe erhöhen aktiv den Besitzanteil, den jede ausstehende Aktie verbrieft. Deshalb bin ich der festen Überzeugung: Nicht nur dank der Dividende kann ich mit der Aktie von American Express eine gute Gesamtrendite erzielen.

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Vincent besitzt Aktien von American Express. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Express.



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