American Express: 3 Gründe, warum die Dividende so mickrig ist!

American Express (WKN: 850226) besitzt eine mickrige Dividende, das lässt sich nicht anders sagen. Der US-amerikanische Kreditkartenkonzern zahlt gegenwärtig pro Quartal 0,95 US-Dollar je Aktie aus. Das entspricht auf das Gesamtjahr hochgerechnet einer Summe von 3,80 US-Dollar, die bei einem Aktienkurs von 319,73 US-Dollar eine Ausschüttungsrendite von 1,18 % bedeuten.
Oder, anders gesagt: Für 10.000 Euro bekämen wir 118 Euro Dividende. Wirklich viel ist das nicht. Doch es gibt drei gute Gründe, warum die Ausschüttung von American Express so mickrig ist. Noch, wohlgemerkt. Denn die Bewertung ist leicht widersprüchlich, das Wachstum stark und das Management hat andere Verwendung für die Gelder. Sehen wir uns das einmal an!
American Express: Die Dividende braucht nur einen Bruchteil des Gewinns!
Wer die fundamentale Bewertung anhand der Dividende betrachtet, der begeht einen großen Fehler. Die 0,95 US-Dollar sind lediglich ein Bruchteil des Ergebnisses je Aktie in Höhe von 4,28 US-Dollar. Mit einem Ausschüttungsverhältnis in Höhe von 22,2 % benötigt der US-Konzern nicht einmal einen Viertel des Gewinns für seine Auszahlungen.
Es bestünde daher grundsätzlich noch sehr viel Raum. Aber blicken wir auf das, was die fundamentale Bewertung damit eigentlich aussagt: Die Dividende ist lediglich ein kleiner Teil dessen, was der US-Konzern leistet. American Express wird bei einem prognostizierten Gewinn von mindestens 17,30 US-Dollar für 2026 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,5 gehandelt. Das wirkt deutlich weniger teuer.
Historisch gesehen liegt die durchschnittliche Dividendenrendite von American Express in den letzten 10 Jahren bei etwa 1,35 %. Das bedeutet, dass die aktuelle Bewertung leicht „teuer“ erscheint. Wobei es natürlich das Ausschüttungsverhältnis ist, das die Richtung hier vorgibt. Das durchschnittliche KGV lag hingegen mit einem Wert von etwa 18 ebenfalls leicht unter dem aktuellen Niveau. Es ergibt sich eine leicht teure Bewertung, die das Management jedoch mit einem Gewinnwachstum von mindestens 12 % im Jahre 2026 rechtfertigt. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von etwa 10,8 % bei dieser Kennzahl zeigt American Express aktuell eine Phase der stärkeren Zuwächse.
Ein gutes Ausschüttungswachstum!
American Express zahlt außerdem eine so niedrige Dividende aus, weil das Management auf einen Lauf beständiger Zahlungen bei vielen Erhöhungen zurückblickt. In den letzten 25 Jahren wuchs die Ausschüttungssumme je Aktie von 0,08 US-Dollar auf das heutige Niveau. Das entspricht fast einer Ver-120-fachung der Ausschüttungssumme je Aktie.
In den letzten zehn Jahren wuchs die Dividende je Aktie um 11,4 % pro Jahr. Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Wachstum jedoch beschleunigt. Der Fünfjahreszeitraum zeigt ein Wachstum in Höhe von 14,8 % pro Jahr im Schnitt. In drei Jahren sind es mit 16,4 % hingegen noch ein Quäntchen mehr. Auch in diesem Jahr ist die Dividende je Aktie von 0,82 US-Dollar auf 0,95 US-Dollar erhöht worden. Mit einer Erhöhung von knapp 16 % liegt American Express damit im Schnitt der letzten Jahre.
Gerade dieses Dividendenwachstum ist langfristig ein echter Gamechanger. Zum Vergleich: Würde American Express die Dividende in den nächsten fünf Jahren noch um 16 % pro Jahr erhöhen, würde die Ausschüttungsrendite bereits bei 2,5 % liegen. Das aktuelle Gewinnwachstum von 18 % im ersten Quartal auf 4,28 US-Dollar zeigt jedenfalls: Der US-Konzern besitzt eine gute Chance, auch im kommenden Jahr und ohne höheres Ausschüttungsverhältnis die Dividende je Aktie zu erhöhen. Das Wachstum ist jedoch vor allem der Schlüssel für gute Gesamtrenditen, nicht nur für steigende Dividenden.
American Express und die Dividende: Aktienrückkäufe nicht vergessen!
Zu guter Letzt sollten wir bei American Express auch nicht vergessen, dass die Dividende nicht die einzige Form der Kapitalrückführungen ist. Das Management nutzt vor allem auch Aktienrückkäufe, um die Anzahl ausstehender Aktien zu verringern und um den Wert jeder ausstehenden Aktie zu steigern.
Lass uns auch das ein wenig näher betrachten: Im Jahre 2006 waren so beispielsweise 1,2 Mrd. Aktien ausstehend. Heute sind es noch 686 Mio. Anteilsscheine. Das bedeutet, dass sich deren Anzahl um fast 43 % reduziert hat. Im letzten Jahr 2025 sind erneut rund 2,3 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen worden. Auch im ersten Quartal des Jahres 2026 flossen 1,6 Mrd. US-Dollar in 5,3 Mio. Anteilsscheine. Ein weiteres Rückkaufprogramm über insgesamt 16 Mrd. US-Dollar begleitet uns noch.
Mit den Aktienrückkäufen erhöht American Express langfristig auch seine Dividende. Denn wenn die Anzahl ausstehender Aktien deutlich geringer wird, besteht mehr Spielraum für die Dividende je Aktie. Bei einem KGV von 18,5 scheinen die Aktienrückkäufe definitiv sinnvoll, um Mehrwerte für die Investoren zu schaffen. Das Management kann schließlich zu einem späteren Zeitpunkt noch die Dividende je Aktie erhöhen, wenn die Bewertung teurer ist. Wir sehen in Summe jedoch: 1,18 % Dividendenrendite sind kein aussagekräftiges Bild. Ein niedriges Ausschüttungsverhältnis, das hohe Wachstum und Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass eigentlich viel mehr passiert.
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Vincent besitzt Aktien von American Express. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Express.