Die besten Dividendenaktien für den Spätsommer: 6 Qualitätswerte mit stabiler Ausschüttung

Wer im Spätsommer nach Dividendenaktien sucht, muss nicht unbedingt auf die höchste Rendite schielen.
Spannender sind Unternehmen, die auch nach Jahren genug verdienen, um ihre Ausschüttung kontinuierlich anzuheben. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Sechs Titel stechen derzeit aus meiner Sicht besonders hervor. Und ein Papier fällt dabei durch eine ungewöhnlich hohe laufende Rendite auf.
Warum der Spätsommer für Dividendenaktien interessant ist
Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Für langfristige Anleger ist das eine gute Gelegenheit, das eigene Depot auf den Prüfstand zu stellen. Schließlich zählt bei Dividendenaktien nicht nur der nächste Zahltag. Entscheidend ist, ob das Unternehmen dauerhaft genug Cashflow erwirtschaftet.
Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die sogenannten „Dividendenkönige“ und andere etablierte Ausschütter. Coca-Cola (WKN: 850663) hat die Dividende mittlerweile 64 Jahre in Folge erhöht. Procter & Gamble (WKN: 852062) kommt inzwischen auf 70 Jahre, während PepsiCo (WKN: 851995) seine Ausschüttung seit 54 Jahren hintereinander anhebt.
Die sechs folgenden Unternehmen unterscheiden sich in ihren Geschäftsmodellen und Renditen deutlich. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch eine lange Historie und eine Dividende, die verlässlich durch das operative Geschäft getragen wird.
1. Coca-Cola: Die Dividendenmaschine mit 64 Jahren Wachstum
Coca-Cola ist der Klassiker unter den Dividendenaktien. Im Februar hob der Getränkekonzern die Quartalsdividende um rund 4 % auf 0,53 US-Dollar an. Damit steigt die jährliche Ausschüttung auf 2,12 US-Dollar je Aktie.
Beim aktuellen Aktienkurs liegt die Dividendenrendite bei rund 2,4 % (Stand: 20.08.2026, maßgeblich für alle Angaben). Das klingt im ersten Moment wenig spektakulär, dafür ist die Zahlung hervorragend abgesichert. Die Ausschüttungsquote auf den Gewinn liegt bei rund 64 %, und auch gemessen am freien Cashflow macht die Ausschüttung rund 63 % aus.
Genau diese Mischung macht die Aktie für Anleger attraktiv. Coca-Cola muss keine zweistellige Dividendenrendite bieten. Das robuste Geschäftsmodell sichert verlässliche, wiederkehrende Einnahmen und sorgt so für stetig steigende Ausschüttungen.
2. Procter & Gamble: 70 Jahre steigende Dividende
Noch beeindruckender ist die Historie von Procter & Gamble. Der Konsumgüterkonzern zahlt bereits seit 1890 ununterbrochen Dividenden und hat die Ausschüttung inzwischen 70 Jahre in Folge erhöht. Im April stieg die Quartalsdividende um 3 % auf 1,0885 US-Dollar.
Auf das Jahr hochgerechnet entspricht das rund 4,35 US-Dollar je Aktie. Beim aktuellen Aktienkurs ergibt sich daraus eine Rendite von rund 3 %. Die Ausschüttungsquote bezogen auf den Gewinn liegt bei rund 63 %.
Entscheidend für diese Stabilität ist die starke Cash-Generierung. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte P&G einen operativen Cashflow von 19,6 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 16,1 Mrd. US-Dollar. Insgesamt flossen mehr als 15 Mrd. US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anleger zurück.
Das macht P&G zu einem der attraktivsten Qualitätswerte für Anleger, die neben einer verlässlichen Rendite vor allem auf langfristiges Ausschüttungswachstum setzen.
3. Johnson & Johnson: Gesundheitskonzern mit langer Ausschüttungshistorie
Johnson & Johnson (WKN: 853260) setzt auf eine andere Kombination. Der Gesundheitskonzern ist weniger vom schwankenden Konsumverhalten abhängig und stützt sich stabil auf die beiden großen Säulen Innovative Medicine und MedTech.
Im April stieg die Quartalsdividende um 3,1 % auf 1,34 US-Dollar. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht das einer Ausschüttung von 5,36 US-Dollar je Aktie – das war die 64. Erhöhung in Folge.
Bei einem Aktienkurs von zuletzt rund 273 US-Dollar liegt die Dividendenrendite aktuell bei etwa 2 %. Die Ausschüttungsquote bewegt sich bei rund 60 %.
Ein Renditewunder ist J&J damit zwar nicht. Dafür bietet die Aktie etwas anderes: eine jahrzehntelange Historie, ein stabiles Geschäftsmodell und eine Ausschüttung, die nicht von einem einzelnen Produkt abhängt. Für ein langfristiges Dividendenportfolio kann genau diese Stabilität wertvoll sein.
4. PepsiCo: Die höhere Rendite unter den Konsumriesen
Für Einkommensinvestoren ist PepsiCo ein besonders spannender Wert. Der Konzern verbindet sein Getränkegeschäft geschickt mit einer starken Snack- und Lebensmittelsparte. Zum Portfolio gehören weltbekannte Marken wie Pepsi, Lay’s, Doritos und Gatorade.
Im Februar kündigte PepsiCo an, die annualisierte Dividende von 5,69 auf 5,92 US-Dollar anzuheben. Im Mai folgte die offizielle Deklaration der ersten Quartalsdividende von 1,48 US-Dollar. Damit baut das Unternehmen seine Serie kontinuierlicher Erhöhungen weiter aus: 2026 ist das 54. Jahr in Folge.
Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 4,2 %. Die Ausschüttungsquote beträgt bezogen auf den Gewinn rund 76 %, gemessen am freien Cashflow sind es rund 85 %.
Hier zeigt sich der Unterschied zu Wettbewerbern wie Coca-Cola oder Procter & Gamble: PepsiCo bietet derzeit zwar deutlich mehr laufende Erträge, dafür ist die Dividende weniger komfortabel abgesichert. Die Aktie eignet sich daher vor allem für Anleger, die eine höhere Anfangsrendite bevorzugen und dafür etwas weniger Spielraum bei künftigen Erhöhungen akzeptieren.
5. McDonald’s: 49 Jahre Dividendenwachstum
McDonald’s (WKN: 856958) zählt zu den etabliertesten Dividendenwerten am Markt. Der Fast-Food-Konzern hat seine Ausschüttung bereits 49 Jahre in Folge angehoben und steht damit unmittelbar vor dem Meilenstein von 50 Erhöhungen. Die aktuelle Quartalsdividende liegt bei 1,86 US-Dollar, was hochgerechnet einer jährlichen Ausschüttung von 7,44 US-Dollar je Aktie entspricht.
Bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 268 US-Dollar ergibt sich eine Dividendenrendite von etwa 2,8 %. Die Ausschüttungsquote auf den Gewinn liegt bei rund 60 %, während die Quote bezogen auf den freien Cashflow mit rund 70 % etwas höher liegt.
Der entscheidende Treiber ist das Geschäftsmodell: McDonald’s betreibt den Großteil seiner Restaurants nicht selbst, sondern überlässt dies überwiegend selbstständigen Franchisenehmern. Als kapitalleichter Franchisegeber steuert der Konzern so mit minimalem eigenen Mitteleinsatz ein globales Netzwerk. Diese Struktur sichert beständig hohe Cashflows, die zu großen Teilen direkt an die Aktionäre zurückfließen.
6. Realty Income: Monatliche Dividende und rund 5 % Rendite
Realty Income (WKN: 899744) ist der Außenseiter in dieser Auswahl. Das Unternehmen ist kein Konsumkonzern, sondern ein Real Estate Investment Trust (REIT). Bekannt ist Realty Income vor allem für seine monatlichen Dividenden.
Im Jahr 2025 wurde die Dividende fünfmal erhöht, 2026 folgten bereits drei weitere Anhebungen. Seit dem Börsengang 1994 stieg die Ausschüttung damit insgesamt 135-mal.
Die annualisierte Dividende liegt inzwischen bei rund 3,25 US-Dollar je Aktie. Bei einem aktuellen Aktienkurs von etwa 63 US-Dollar entspricht das einer Rendite von rund 5,2 %.
Um zu bewerten, wie sicher die Dividende eines REITs ist, blickt man auf den AFFO (Adjusted Funds from Operations). Im ersten Halbjahr 2026 lag die AFFO-Ausschüttungsquote bei rund 73 % – im ersten Quartal waren es komfortable 71,7 %.
Damit bietet Realty Income die höchste laufende Rendite in diesem Vergleich. Im Gegenzug hängt das Geschäft stark vom Zinsumfeld und dem Immobilienmarkt ab. Die attraktive Ausschüttung bringt also entsprechende Risiken mit sich.
Bei Dividendenaktien entscheidet nicht nur die höchste Rendite
Diese sechs Dividendenaktien verdeutlichen, warum es sich nicht auszahlt, nur auf die nackte Ausschüttungsrendite zu schauen. Coca-Cola und Johnson & Johnson bieten mit rund 2 % bis 2,5 % eine solide Basis und punkten vor allem mit ihrer jahrzehntelangen Zuverlässigkeit. Procter & Gamble kombiniert knapp 3 % Rendite mit mittlerweile 70 Jahren ununterbrochener Dividendenerhöhungen. McDonald’s kommt aktuell auf rund 2,8 %.
PepsiCo sticht mit rund 4,2 % Rendite noch deutlicher hervor, während Realty Income mit über 5 % noch eine Schippe drauflegt. Im Gegenzug fallen bei beiden Werten die Ausschüttungsquoten höher aus, was sie empfindlicher für Marktveränderungen macht.
Für ein langfristiges Depot ist eine breitere Mischung daher meist klüger, als stur dem höchsten Wert hinterherzujagen. Die beste Dividendenaktie zeichnet sich selten durch die absolute Höchstrendite aus. Viel entscheidender ist die Frage, wie sicher die Ausschüttung ist und ob sie auch in fünf, zehn oder 20 Jahren noch weiter steigt.
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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Coca-Cola, McDonald's PepsiCo, Procter & Gamble und Realty Income. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Johnson & Johnson, PepsiCo und Realty Income.
