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Royal Dutch Shell: Festgeldersatz für Mutige, oder doch nicht?

Pipelines mit Sonnenuntergang
Foto: Getty Images

Fast jedes Mal, wenn ich zu der Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) ein wenig recherchiere, stolpere ich regelrecht über eine Formulierung. Die Aktie sei in den Augen von einigen Schreiberlingen nämlich ein Festgeldersatz für Mutige, was auch immer das heißen mag.

Klingt in Zeiten niedriger Zinsen natürlich super! Aber ist es wirklich so einfach? Oder verbirgt sich hinter dieser Formulierung möglicherweise ein kleiner Stolperstein? Lass uns darüber etwas sinnieren:

Was mit dem Festgeldersatz wohl gemeint ist…

Royal Dutch Shell gehört glücklicherweise zu den stabileren Dividendenaktien, die die internationale Börsenwelt bislang hervorgebracht hat. Immerhin hat das Unternehmen seit Mitte der 1940er Jahre seine Dividende nicht mehr gekürzt und kann daher auf inzwischen über 70 Jahre ungekürzter Dividenden zurückblicken. Angesichts dieses Laufes erscheint die Schlussfolgerung, dass es sich hierbei um einen Festgeldersatz handeln könnte, zunächst plausibel.

Zudem zahlt das Unternehmen je Quartal 0,47 US-Dollar je Anteilschein aus, wodurch die Aktie bei einem Kurs von 30,90 Euro (24.05.2018) mit einer Dividendenrendite von über 5 % auftrumpfen kann. Auch das ist etwas, das alle Festgeld-Fanatiker lange nicht mehr gesehen haben.

Rein aus Dividendensicht könnte man die Formulierung daher durchaus als zutreffend beschreiben.

Ganz so einfach ist es aber leider nicht…

Auch wenn das natürlich auf den ersten Blick im Gesamtpaket so seine Reize besitzt, ist es leider nicht ganz so einfach. Denn die Papiere von Royal Dutch Shell sind nach wie vor eine Aktie und dadurch mitunter überaus volatil. Ein Blick auf den Chart der letzten Jahre genügt, um zu sehen, dass die Aktie allein innerhalb dieser kurzen Spanne mehrfach stark eingebrochen ist.

Diese Volatilität ist daher womöglich nichts für schwache Nerven und nichts für sicherheitsverwöhnte Festgeld-Liebhaber. Daher sollte man mindestens das Wörtchen Mutige in der eingangs genannten Formulierung groß schreiben. Oder aber die Bereitschaft haben, sein Geld eher langfristig anzulegen, um die eine oder andere hypothetische Schwankung aussitzen zu können…

Nur unter diesen Prämissen sollte man der Formulierung etwas Beachtung schenken. Sofern man dazu jedoch nicht bereit ist, könnte es ratsam sein, lieber nicht auf diesen Festgeldersatz setzen zu wollen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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