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ProSiebenSat.1 Media-Chef mit Strategie zur Trendwende: Darum bleibt auch dieses Vorhaben halbgar

ProSiebenSat.1 Zentrale Medienallee 7, Unterföhring
Bildquelle: Copyright by ProSiebenSat.1 Media

Es läuft im Moment einfach nicht rund bei ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777). Operativ machen dem Medienunternehmen derzeit die sich zunehmend breit machenden Streaming-Anbieter das Leben schwer.

Das hat sich in letzter Zeit sogar ein ums andere Mal im Zahlenwerk niedergeschlagen. Zuletzt stellte ProSiebenSat.1 Media im aktuellen Börsenjahr sogar einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich in Aussicht und kürzte signifikant die Dividende.

Bei vielen Investoren hat auch dieser Schritt natürlich ordentlich Vertrauen in den klassischen TV-Anbieter gekostet. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Denn der ProSiebenSat.1 Media-Chef hat nun kürzlich bekannt gegeben, wie er bei dem kriselnden Medienunternehmen nun das Ruder herumreißen möchte.

So plant ProSiebenSat.1 Media die schnelle Trendwende

Bereits im nächsten Jahr möchte Konzernchef Conze erheblich daran arbeiten, dass das Vertrauen der Anleger zurückkehrt, und zeigen, dass eine Strategie zur Trendwende durchaus gelingen kann. Insgesamt ist vorgesehen, dass ProSiebenSat.1 Media seine Umsätze von bislang 4 Milliarden Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 6 Milliarden Euro steigert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll ebenfalls um rund die Hälfte auf ca. 1,5 Milliarden Euro klettern.

Durchaus ambitioniert, doch hat Conze für dieses strategische Vorhaben auch bereits einen konkreten Plan. Zum einen möchte er die hauseigenen Streaming-Angebote deutlich ausbauen. Unter anderem mithilfe der Inhalte von ZDF sowie einer internationalen Allianz soll das letztlich gelingen.


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Zudem werde ProSiebenSat.1 Media in den kommenden Jahren deutlich stärker auf smartere Formate wie Handy, Internet und Co. setzen. Auch die Werbung soll insgesamt smarter werden und sich stärker an der jeweiligen Zielgruppe orientieren. Durchaus interessant.

Warum das jedoch möglicherweise nicht reicht

Doch auch wenn es letztlich als positives Signal zu werten ist, dass sich ProSiebenSat.1 Media derzeit akribisch mit seiner eigenen Situation auseinandersetzt und versucht, digitale und innovative Wege zu bestreiten, um seiner Misere zu entfliehen, könnte die hier vorgestellte Strategie letztlich immer noch nicht reichen.

Das klassische Fernsehgeschäft bleibt schließlich weiterhin die größte Anlaufstelle. Leider scheinen jedoch gerade die auf Werbung basierenden TV-Angebote derzeit weniger gefragt zu sein. Die etablierte Streaming-Konkurrenz à la Netflix (WKN: 552484) und Konsorten kommt schließlich inzwischen weitgehend ohne Werbung aus. Man könnte daher durchaus die These in den Raum werfen, dass dieses Geschäftsmodell inzwischen mehr und mehr als überholt gilt.

Zudem scheinen die derzeitigen Streaming-Visionen, die in näherer Zukunft vornehmlich um eigene Inhalte sowie Content von ZDF und möglicherweise auch ARD kreisen, lediglich eine kleinere Nische an Zuschauern in gehobenerem oder höherem Alter zu bedienen. Die wichtige Zielgruppe der Streaming-Millenials wird man mit diesen externen Inhalten jedoch aller Voraussicht nach nicht für sich gewinnen können.

Es könnte daher dabei bleiben, dass die etablierten Streaming-Anbieter auch in den kommenden Jahren klassischen TV-Anbietern wie ProSiebenSat.1 Media den Rang ablaufen werden. Da dürfte es auch reichlich wenig nützen, wenn man sich auf die vermeintliche Stärke der Kenntnis des heimischen Marktes besinnen möchte. Sowie weiterhin auf hierzulande zwar bekanntere Marken wie die klassischen TV-Sender setzen möchte, die sich jedoch langfristig insgesamt auf einem weiterhin absteigenden Ast befinden könnten.

Ich würde daher zumindest nicht mit meinem Geld auf eine mittelfristige Trendwende von ProSiebenSat.1 Media setzen. Denn die Visionen scheinen mir hier insgesamt zu unausgereift zu sein und die Bedrohung durch die wachsende Streaming-Konkurrenz scheint hingegen nach wie vor zu groß.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.



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