Ich bereue gerade nur eine Aktie, die ich 2025 verkauft habe!

Der Moment, in dem man eine Aktie verkauft, sollte sich oft rational anfühlen, ja, beinahe erleichternd. Doch manchmal folgt Monate später eine bittere Erkenntnis.
Genau das ist mir mit SanDisk (WKN: A1J4R2) wieder mal passiert. Die Aktie, die ich im Februar 2025 durch ein Spin-off erhielt, entwickelte sich zunächst solide, bot aber nur eine geringe laufende Rendite. Vor allem war die Position zu klein.
Auch operativ sah ich Hürden. Sie war sie in einem äußerst zyklischen Volumenmarkt unterwegs. Da zwar mit strukturellem Rückenwind, den ich aber als ausgereizt ansah. Im Dezember, nach einer Verfünffachung, zog ich die Reißleine – auch, weil die damals äußerst kleine Position groß genug geworden war.
Was danach folgte, war eine Lehrstunde in Marktzyklen und fundamentaler Analyse. Mein Gott, war ich dumm!
Vom Spin-off zur Kursrakete: Eine unterschätzte Story
SanDisk wurde Anfang 2025 aus Western Digital (WKN: 863060) herausgelöst – ein strategischer Schritt, um das margenschwächere NAND-Flash-Geschäft eigenständig zu positionieren. Anfangs reagierte der Markt verhalten. Die Bewertung blieb gedrückt, was durch die zyklische Schwäche im Speichersegment und die hohen Lagerbestände bedingt war.
Als ich im Dezember 2025 verkaufte, schien sich an der Lage schon etwas geändert zu haben. Die fundamentalen Treiber hatten gedreht, die Aktie umso mehr. Genau hier lag aber mein Denkfehler.
Mit Beginn des Jahres 2026 setzte nämlich eine noch stärkere Erholung der NAND-Preise ein. Vor allem getrieben durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Rechenzentren und High-End-Smartphones erreichten sie außergewöhnliche Niveaus.
SanDisk profitierte überproportional, da es nach der Abspaltung schlanker, fokussierter und operativ effizienter agierte. Hinzu kam eine aggressive Produktionsdisziplin in der Branche, die das Angebot künstlich verknappte.
Die Margen explodierten förmlich und zwar in einem Ausmaß, das ich nicht für möglich gehalten habe. Immer mehr Investoren sprangen dann auf den KI-Profiteur-Zug auf und trieben die Aktie innerhalb weniger Monate weiter nach oben. Nach meinem Verkauf hat sich der Titel nochmals verdreifacht.
Rückblickend war es ein klassischer Fall von Marktpsychologie: Die Angst vor einer Verschlechterung des Geschäfts und der zu starke Fokus auf Bewertungen wurden zum größten Feind. Diese Angst war jedoch unbegründet.
Die bittere Erkenntnis aus der Sandisk-Aktiendynamik
Der größte Fehler war jedoch nicht die Analyse an sich, sondern die Angst, etwas von den Gewinnen zu verlieren. Man sollte in seiner solchen Situation Gewinner laufen lassen und nicht bereits beim ersten Kursanstieg die Reißleine ziehen. Vor allem, wenn es sich um strukturelle Megatrends handelt.
Dass Spin-offs wie SanDisk Zeit benötigen, um ihren Investment-Case zu entfalten, ist klar. Ich sah jedoch zu sehr das zyklische Geschäft und die hohen Investitionen, die erforderlich seien, um die Kapazität aufzubauen, die der Markt benötigt. Dabei war es genau die knappheitsgetriebene Marktdynamik, die den Kurs so explodieren ließ.
Meine daraus gezogene Lehre ist unbequem, aber wertvoll: Wer in zyklische Geschäftsmodelle investiert, muss zwar antizyklisch denken, im zyklischen Hoch vor allem durchhalten. Man weiß nie, wann das Top wirklich erreicht ist.
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Frank besitzt Aktien von Western Digital. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
