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Prognosesenkung bringt Henkel-Aktie in Schwierigkeiten: Alles, was Investoren jetzt wissen müssen

Zwei Kartons mit Persil-Waschmittel von Henkel
Foto: Peter Roegner

Es ist manchmal wie verhext. Da findet man ein solides Unternehmen, wagt ein langfristig ausgerichtetes Investment und dann geht es mit dem Kurs der betreffenden Aktie erst einmal bergab. So erging es auch den Anlegern, die auf die deutsche Traditionsfirma Henkel (WKN: 604843) gesetzt haben. Denn die Henkel-Aktie schwankt sich nämlich schon seit Juni 2017 gemächlich nach unten.

Das zeigt uns wieder einmal, dass eine Aktie, die ihren Aufwärtstrend vorübergehend verlassen hat, unter Umständen lange Zeit benötigt, um auf diesen wieder zurückzukehren. Und dies betrifft eben nicht nur kleinere oder mittlere Unternehmen, sondern auch Dickschiffe wie unseren Weltkonzern Henkel.

Zwar hat die Henkel-Aktie seit Anfang Juni 2019 zu einer Kurserholung angesetzt, doch diese wurde jetzt abrupt beendet, nachdem der Konzern am 13.08.2019 mit Bekanntgabe seiner Ergebnisse zum zweiten Quartal gleich auch seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt hat. Dabei hatte Henkel noch auf dem Investorentag am 02.07.2019 seine Ziele für das aktuelle Geschäftsjahr bestätigt.

Grund genug für uns, sich einmal den aktuellen Nachrichten zum Unternehmen zu widmen und sich anzuschauen, wie die Henkel-Aktie darauf reagiert hat.

Was gibt es Neues?

Henkel hat heute in seiner Presseerklärung zu den Ergebnissen zum zweiten Quartal 2019 auch den Ausblick für das Gesamtjahr aktualisiert. Im Gegensatz zu den bisherigen Einschätzungen erwartet der Konzern im zweiten Halbjahr 2019 keine Belebung der industriellen Nachfrage mehr. Auch geht man jetzt davon aus, dass sich im weiteren Jahresverlauf der Unternehmensbereich Beauty Care noch unter den ursprünglich angestrebten Erwartungen entwickeln wird.

Aber die gesenkte Prognose betrifft alle Sparten des Unternehmens. Für den Gesamtkonzern hatte Henkel für das aktuelle Geschäftsjahr ein organisches Umsatzwachstum zwischen 2 und 4 % erwartet. Dies hat man jetzt auf einen Wert in Höhe von 0 bis 2 % korrigiert. Für die einzelnen drei Unternehmensbereiche sieht die Erwartung für das Gesamtjahr jetzt wie folgt aus.

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Im Bereich Adhesive Technologies wird ein organisches Umsatzwachstum von -1 bis 1 %, und für den Bereich Beauty Care mit einer organischen Umsatzentwicklung von -2 bis 0 % gerechnet. Allein für den Unternehmensbereich Laundry & Home Care wird weiterhin von einem organischen Wachstum von 2 bis 4 % ausgegangen.

Dies sind natürlich keine guten Nachrichten und die Investoren haben der Henkel-Aktie dann daraufhin auch die Rote Karte gezeigt.

Und wie sind die Quartalszahlen ausgefallen?

Die allgemeine Einschätzung zu den Quartalszahlen beschreibt Henkel in seiner Presseerklärung mit folgender Überschrift: „Gemischte Entwicklung in zunehmend schwierigem Marktumfeld.“

Das trifft es schon recht gut, denn nur der Umsatz lag mit 5,12 Mrd. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging gegenüber dem zweiten Quartal 2018 um 8,6 % auf 846 Mio. Euro zurück. Und mit minus 9,5 % verringerte sich auch das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) signifikant von 1,58 Euro im Vorjahresquartal auf 1,43 Euro im abgelaufenen Quartal dieses Jahres.

Da Henkel trotz des sich eintrübenden wirtschaftlichen Ausblicks natürlich seine Investitionen in Wachstum und Digitalisierung fortsetzt, ist kurzfristig nicht mit Besserung bei den Kennzahlen zu rechnen. Denn die Investitionen verursachen ja zunächst einmal Kosten, doch der Konzern will damit die Geschäfte stärken und die Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöhen. Ziel ist es, wieder nachhaltig profitables Wachstum zu erzielen.

Schauen wir auf die Aktie

Die Aktie von Henkel wurde aufgrund der negativen Meldungen heute abgestraft und schloss im Xetra-Handel mit 85,36 Euro (13.08.2019) gute 7 % tiefer als am Vortag. Damit war sie heute das Schlusslicht im DAX.

Doch das ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Denn betrachtet man die Performance der Henkel-Aktie über die letzten zwölf Monate, so steht sie mit einem Minus von 21,40 % zwar nicht unbedingt gut da, rangiert jedoch immer noch weit vor den Aktien von ThyssenKrupp (WKN: 750000) und Covestro (WKN: 606214), die beide im selben Zeitraum um rund 50 % nachgegeben haben.

Henkel befindet sich immer noch in schwierigem Fahrwasser, doch sollten die geplanten Investitionen greifen und sich das Marktumfeld überraschend doch wieder irgendwann aufhellen, könnte die Aktie ihre Aufwärtsbewegung durchaus wieder aufnehmen. Langfristig ausgerichtete Investoren können sich die Henkel-Aktie ruhig einmal genauer anschauen. Denn vielleicht stellt sich der momentan etwas gedrückte Kurs im Nachhinein als gute Einstiegsmöglichkeit heraus.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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