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Solltest du jetzt auf die 60/40-Formel und die 4-%-Regel setzen, um in den Ruhestand zu gehen?

Älteres Paar beim Strandurlaub reich
Foto: Getty Images

Wenn es um das Thema finanzielle Planung für den Ruhestand geht, so haben sich gewisse Regeln als Standards etabliert. Die 60/40-Formel beispielsweise oder auch die 4-%-Regel gelten als Maßstäbe, wie man im Alter konservativ seinen Ruhestand planen kann. Ohne Gefahr zu laufen, zu irgendeinem Zeitpunkt leer auszugehen.

Aber wie sieht das heute aus? Machen solche Regeln noch Sinn? Und überhaupt, was steckt eigentlich hinter ihnen? Spannende Fragen, die wir uns heute einmal näher ansehen wollen. Es könnte letztlich vielleicht ratsam sein, an einigen Stellschrauben ein kleines bisschen zu drehen.

Die 60/40-Formel

Die 60/40-Formel ist ursprünglich konzipiert worden, um einen idealen Mix aus Aktien und Anleihen zu generieren, um einerseits die Rendite im Fokus zu behalten. Andererseits aber auch eine konservative Mischung anzugehen, damit das Ruhestandsportfolio niemals auf null läuft. Im historischen Backcheck hat sich dabei ein Mischverhältnis von 60 % an Aktien und 40 % Anleihen als besonders konservativ gezeigt.

Heute könnte die Ausgangslage allerdings etwas anders sein. Der Grund? Konservative Anleihen werfen im Grunde kaum noch etwas ab. Zehnjährige Staatsanleihen im europäischen Raum notieren teilweise negativ, das heißt, man zahlt als Investor noch drauf. Andere, exotischere Papiere wie eine Anleihe in Australien bringt es hingegen auf knapp 0,9 % Rendite über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das könnte einfach zu wenig sein.


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Ich würde die Formel daher etwas abwandeln: Die 60 % Aktien sind definitiv der Treiber der Rendite, deswegen würde ich als Ruheständler überlegen, diese Quote moderat zu erhöhen. Beispielsweise auf 70 % oder für Mutige auch auf 80 %. Die restlichen 20 oder 30 % würde ich einfach in Cash halten, um schwierige Zeiten abzufedern.

Bei Anleihen das Schwankungsrisiko einzugehen, könnte jetzt ein Fehler sein. Deshalb kann ein Umdenken möglicherweise eine sinnvolle Alternative sein, um Rendite und Stabilität in volatilen Zeiten zu erhalten.

Die 4-%-Regel

Die 4-%-Regel ist ebenfalls eine, die im Kontext der 60/40-Regel etabliert worden ist. Demnach konnte bei einem solchen Portfolio jedes Jahr ein Betrag von 4 % entnommen werden, ohne dass man Gefahr läuft, leer zu laufen. Dieser Betrag konnte sogar jeweils um das Inflationsniveau bereinigt werden, sodass man wirklich gemessen an der Kaufkraft stets einen gleichen Betrag erhält.

Auch weiterhin würde ich sagen: Ja, ein Entnahmebetrag von 4 % in jedem Jahr erscheint als eine sinnvolle Option, um Nachhaltigkeit und maximalen Ertrag zu gewährleisten. Allerdings sollten die 4 % in schwierigeren Zeiten aus dem Cashbestand erfolgen. Und in weniger schwierigen, besseren Börsenzeiten aus dem Aktienvolumen.

Es könnte sich anbieten, über andere Alternativen nachzudenken: Beispielsweise eine 4-%-Dividendenregel, bei der man als Investor versucht, eine Dividendenrendite von 4 % zu erreichen. Sowie einen Großteil des Betrags hiervon zu entnehmen. Das könnte die Stabilität und Nachhaltigkeit des Portfolios ebenfalls gewährleisten.

Gute Regeln, vielleicht etwas neu gedacht!

60/40 und 4 % können wertvolle Richtlinien sein, wenn es um deine persönliche Finanz- und Ruhestandsplanung geht. Hinter diesen Wegen stecken wertvolle Konzepte, die als Orientierungshilfe dienen können. Da sich Rahmenbedingungen jedoch teilweise verändert haben, könnte es angebracht sein, diese ein wenig zu modifizieren. Wobei es stets an dir liegt, einen idealen Kompromiss aus Entnahme und Nachhaltigkeit, beziehungsweise Chance und Risiko zu identifizieren.

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