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Covestro-Aktie: Warum sie 10,37 % gefallen ist

Covestro Schaumstoff
Bild: Covestro

Covestro (WKN: 606214)-Aktien sind heute (22.04.2022) auf Xetra um 10,37 % gefallen. Wer nun nach passenden Neuigkeiten Ausschau hält, findet sie nicht. Warum sinkt der Wert also an einem Tag so stark?

Covestro schüttet eine hohe Dividende aus

Ein Grund ist die bevorstehende Dividendenausschüttung. Am 26. April 2022 erhalten alle Aktionäre 3,40 Euro je Aktie, was zu gestrigen Kursen (21.04.2022) von 46,53 Euro einer Dividendenrendite von 7,3 % entspricht. Heute fand der sogenannte Dividendenstichtag statt, was bedeutet, dass Anleger, die nun kaufen, erst bei der nächsten Ausschüttung berücksichtigt werden.

Ein Teil des heutigen Kursabschlages ist somit auf die Dividendenauszahlung zurückzuführen. Dennoch, ziehen wir 3,40 Euro ab, hätte Covestro bei 43,13 Euro schließen müssen. Tatsächlich ging sie jedoch bei 41,56 Euro aus dem Handel, was einem weiteren Rückgang um 3,64 % entspricht.

Konjunktursorgen belasten den Kurs

Covestro ist ein führender Polymerwerkstoff-Hersteller, dessen Produkte in relativ konjunkturabhängigen Branchen Verwendung finden. Dazu zählen beispielsweise die Auto-, Bau-, Elektronik- und Möbelindustrie.

Der Konzern konnte sich im letzten Jahr (2021) wieder kräftig von der Pandemiekrise erholen. Der Umsatz stieg von 10,7 auf 15,9 Mrd. Euro und der Gewinn von 459 Mio. auf 1,6 Mrd. Euro. Doch diese positive Entwicklung wurde bereits in den vorherigen Kursanstiegen eingepreist. Seit März 2021 fallen Covestro-Aktien, was auf mehrere Gründe zurückzuführen ist.


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So berichtet der Konzern für das vierte Quartal 2021 von einem Gewinnrückgang um 3,2 % auf 302 Mio. Euro. Covestro gibt dafür keine Begründung, doch der Konzern könnte unter den hohen Energie- und Rohstoffpreisen leiden.

2022 erwartet er ein EBITDA von 2.500 bis 3.000 Mio. Euro, was unter dem letztjährigen Ergebnis von 3.085 Mio. Euro liegen würde. Grund ist die allgemeine wirtschaftliche Abkühlung. Im März 2022 sind bereits die Pkw-Neuzulassungen um 17,5 % gesunken. Somit ist zu befürchten, dass im Gesamtjahr viele Autokonzerne weniger Autos absetzen.

Dies würde auch bei Covestro zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen führen. Auch, wenn sie aktuell noch nicht bekannt gegeben wurden, nimmt der Aktienkurs die Entwicklung bereits vorweg.

Ukrainekrieg führt zu weiteren Unsicherheiten

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die Folgen des Ukrainekrieges, was seit Mitte Februar 2022 zu einem noch stärkeren Kursrückgang geführt hat. Covestro, BASF (WKN: BASF11), aber auch viele weitere Unternehmen fürchten einen Gaslieferstopp durch Russland. Er würde in der deutschen Industrie großen Schaden anrichten und bei den Konzernen sehr wahrscheinlich zu Verlusten führen.

„Es könnte zum Zusammenbruch ganzer Produktions- und Lieferketten führen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen gefährden“, so der Covestro-CEO Dr. Markus Steilemann. Darüber hinaus deuten bereits jetzt Indikatoren auf eine neue Rezession hin.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.



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