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Quantum-Computing-Aktien: Darum heben Rigetti, IonQ und D-Wave noch nicht ab

Digitale Transformation
Foto: Getty Images

Das Thema Quantencomputer hat es in den letzten Monaten herausgeschafft aus eng begrenzten Fachkreisen. Wir beobachten eine wachsende interessierte Öffentlichkeit, die mit Spannung auf den nächsten technologischen Durchbruch wartet. Quantum Computing verspricht einen Quantensprung, wenn es darum geht, extrem rechenintensive Probleme effizient zu lösen. Und mit Aktien wie Rigetti (WKN: A3DE3J), IonQ (WKN: A3C4QT) und D-Wave (WKN: A3DSV9) können mutige Investoren schon jetzt auf diese Zukunft wetten.

Genau das tun jedoch offenbar nur wenige bisher, wenn es nach dem Kursverlauf geht. Die Rigetti-Aktie ist auf Jahressicht mit über 80 % im Minus, bei der IonQ-Aktie sind es mehr als 70 % und die D-Wave-Aktie hat seit August auch schon ein Viertel verloren. Woher kommt die Diskrepanz zwischen öffentlichem und Anleger-Interesse?

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1. SPAC-Aktien werden allgemein gemieden

Rigetti, IonQ und D-Wave haben alle den SPAC-Weg zur Börse genommen. Aus unternehmerischer Sicht war dies die beste Entscheidung. Denn so kamen die drei mit vergleichsweise geringem Aufwand und Verwässerung zu sehr viel Geld, und das auf einen Schlag. Normalerweise müssen sich Start-ups mit keinen oder minimalen Umsätzen mühsam von einer Finanzierungsrunde zur anderen hangeln.

Im Nullzinsumfeld war es auch aus Investorensicht eine interessante Möglichkeit, von Anfang an bei einem potenziellen Technologieführer der Zukunft dabei zu sein. Doch jetzt hat der Wind gedreht. Zinsen steigen und der einst weit hinter den Horizont gerichtete Blick vieler Anleger reicht heute kaum noch bis zur nächsten Straßenecke. Was nicht greifbar oder zumindest begreifbar ist, wird gemieden.

Das Schicksal betrifft daher nicht nur die Quantencomputer-Aktien, sondern auch den größten Teil der anderen Unternehmen, die aus einer SPAC-Transaktion hervorgegangen sind. Aber bei Quantum Computing kommen noch weitere erschwerende Faktoren hinzu.

2. Teures internationales Quanten-Technologie-Rennen mit unklaren Gewinnern

Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Quantum Computing eines Tages ein riesiges Milliardengeschäft darstellen wird. Die Potenziale sind einfach gigantisch, selbst wenn nur ein Teil der Ziele der Forscher tatsächlich erreicht wird.

Es ist wie vor einem Vierteljahrhundert, als völlig klar war, dass Webportalen die Zukunft gehört. Aber wer würde diese Zukunft ergreifen und dominieren? Lycos, Exite und Hotbot? Altavista? Der Friedhof an damals aussichtsreichen,aber heute gescheiterten Portalen ist gut gefüllt. Google trat später auf den Plan und fegte sie fast alle weg.

Ein ähnliches Szenario ist auch bei Quantencomputern wahrscheinlich. Rigetti, IonQ und D-Wave könnten in zehn oder zwanzig Jahren schon fast vergessen sein oder als kleine Sparte eines großen Konzerns vielleicht noch eine Nische abdecken.

Sowohl große Techkonzerne als auch Forschungszentren in Amerika, Europa und Asien wetteifern darum, wer zuerst den richtigen Technologie-Mix findet. Zurzeit gibt es eine Reihe von Ansätzen mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen.

Rigetti sagt, dass seine Technologie besonders schnelle Iterationen ermögliche. IonQ legt Wert darauf, besonders programmiererfreundlich zu sein, und D-Wave bietet mit Quantum Annealing eine Technik, die schon heute für bestimmte Probleme effektiv genutzt werden kann. Aber wer wirklich die Gewinnerformel hat, ist völlig ungewiss.

Vielleicht wird es wirklich einer der drei sein. Aber wahrscheinlicher ist, dass irgendwann jemand wie damals Google aus dem Nichts auftaucht und alle rechts überholt – oder Google selbst gelingt erneut der Coup.

3. Wo ist der Sweet Spot in der Quantencomputer-Wirtschaft?

Daneben muss man auch den Blick etwas weiten, wenn man in ein neues Spielfeld investieren möchte. Wo wird in 10, 20 oder 30 Jahren das große Geschäft gemacht? Wird es die Quantencomputer-Hardware sein? Oder ein Lieferant von essenziellen Komponenten? Spielt die Musik vielleicht bei der Software oder doch eher beim Betrieb von Cloudcomputer-Farmen?

Wird es integrierte Spieler geben, die die gesamte Wertschöpfungskette abbilden, oder etabliert sich eher ein offenes Ökosystem? All diese Fragen sind zum heutigen Zeitpunkt kaum zu beantworten. Dennoch hängt genau davon der Anlageerfolg ab.

„Irgendwas mit Quantum Computing“ könnte genug sein, falls das Thema künftig einen Hype erfährt. Ich halte das für sehr wahrscheinlich. Dann sind kurzfristig große Gewinne möglich. Für den langfristigen Erfolg sind noch zu viele Fragen ungeklärt.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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