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Massenentlassungen im Silicon Valley: Jetzt erst recht Aktien kaufen?

Hund mit Fragezeichen
Foto: Getty Images

Entlassungen sind für die Betroffenen eine schlimme Sache, keine Frage. Aber einige Tech-Unternehmen haben anscheinend so viel Fett angesetzt, dass eine Schlankheitskur notwendig wurde. Zumal der trübe Marktausblick wenig Raum für Wachstum lässt. Nach dem als chaotisch beschriebenen Stellenabbau bei Twitter plant nun auch Meta (WKN: A1JWVX) radikale Einschnitte. Andere werden folgen.

Was hat diese Welle für uns als Anleger zu bedeuten? Sollte man in Deckung gehen oder die Situation mutig konfrontieren? Hier kommen meine Überlegungen dazu.

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Gründe dafür, jetzt eher in Deckung zu gehen

Wenn schon die Tech-Elite seine Mitarbeiter herauswirft, dann könnte in einigen anderen Branchen noch viel Schlimmeres drohen. Wir haben in den letzten Monaten schon einige größere Insolvenzen gehabt. Die Pleitewelle, die dank massiver staatlicher Stützungsmaßnahmen nach dem Coronacrash ausgeblieben ist, könnte jetzt zuschlagen.

Jeder Arbeitnehmer und Unternehmer sollte sich daher genau überlegen, wie sicher sein Geschäft ist in den kommenden Monaten und Jahren. Gegebenenfalls gilt es dann, seine Finanzen entsprechend zu ordnen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Voll investiert zu sein und dringend Geld zu benötigen, wenn die Kurse am Boden sind, ist keine gute Idee.

Klar ist auch, dass Entlassungen die volkswirtschaftliche Kaufkraft schwächen. Gerade im Silicon Valley sind 6-stellige Gehälter eher die Regel als die Ausnahme. Konsumwerte könnten darunter leiden, insbesondere, wenn der Trend noch größere Kreise zieht.

Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognosen abgesenkt, verbunden mit der eindringlichen Warnung, dass das Schlimmste noch kommen werde. Vielen Volkswirtschaften stehe 2023 eine Kontraktion bevor. Auch die USA könnten in eine echte Rezession verfallen, glauben Experten wie EY-Chefökonom Gregory Daco oder LPL Financial-Chefökonom Jeffrey Roach.

Die anhaltende Schwäche von Sektoren wie dem Immobilienmarkt würden sich dann auf andere ausbreiten. Dass der Tech-Sektor jetzt schwächelt, könnte für die These sprechen. Es braucht nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, dass Aktien dann ebenfalls nach unten gezogen werden.

Gründe dafür, jetzt dennoch zu investieren

Andererseits hat der Markt schon viel Negatives eingepreist. Der Technologie-Index Nasdaq 100 hat zum Beispiel in diesem Jahr rund ein Drittel abgegeben. Von hier aus braucht es keine Wunderdinge, um den Aktienkursen wieder Leben einzuhauchen.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass die Entlassungen im Silicon Valley und anderswo doppelt dämpfend auf die Inflation wirken. Erstens entziehen sie der Ökonomie wie gesagt Kaufkraft und damit Nachfrage. Zweitens helfen sie dabei, die Lohnspirale auszubremsen. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz hat, wird nicht 20 % mehr Gehalt verlangen. Und diejenigen, die händeringend Entwickler und Ingenieure suchen, werden nun eher fündig, ohne einander die Leute abjagen zu müssen.

An der Börse warten Investoren sehnsüchtig auf Signale, die auf ein Abschwächen der Inflation hindeuten. Sobald klar wird, dass die Maßnahmen der Notenbanken greifen, könnte eine Börsenrally starten. Schließlich hat die Geldpolitik dann wieder Werkzeuge zur Verfügung, um die Konjunktur zu stützen.

Aus einer drohenden schweren Rezession könnte dann eine kleine Delle werden. In beiden Fällen sollte es gelingen, die gestörten Logistikketten endlich wieder ins Lot zu bringen. Dann wäre die Weltwirtschaft bereit, schon bald wieder in stärkeres Wachstum umzuschlagen, getragen von Konsum und öffentlichen Investitionen.

Wie Anleger das Beste aus der Situation machen

Man muss derzeit mit sehr unterschiedlichen Szenarien rechnen. Es gibt keinen ganz klaren Weg nach vorn. Selbst wenn die Wirtschaft jetzt stark einbrechen sollte, könnten Investoren eher auf andere Faktoren wie etwa die langfristigen Chancen achten und dennoch Aktien nach oben treiben. Oder andersherum: Die Wirtschaft hält sich wacker, aber an der Börse bleiben Inflation und steigende Zinsen das Hauptthema.

Von daher gilt es, sich auf das zu konzentrieren, was in unserer Hand liegt:
– Liquidität und Anlagen an die Risikosituation anpassen.
– In Unternehmen investieren, die gestärkt aus Krisen hervorgehen können.
– Zu verschiedenen Zeitpunkten investieren, um im Schnitt zu attraktiven Preisen in den Markt zu kommen.

Und zum Schluss noch mal zurück zu Twitter und Facebook: Wenn sich die entlassenen Entwickler und Ingenieure künftig wichtigeren Themen widmen, als unser Verhalten und persönlichen Daten für Werbezwecke auszuwerten, wäre das sicherlich auch eine gute Sache. Die Herausforderungen sind groß, es gibt viel zu tun! Für Krise schieben ist keine Zeit.

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Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfehlt Aktien von Meta Platforms.

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