Der Abwärtstrend bei der HubSpot-Aktie geht weiter: Wie ist das Risiko KI einzuschätzen?

Bei HubSpot (WKN: A12CWQ) handelt es sich um eine Plattform, die Unternehmen die Bindung zu ihren Kunden erleichtert. Inzwischen setzt das Management bewusst auf einen „Agentic“-Ansatz, was zugleich die Nähe zur Künstlichen Intelligenz suggerieren soll. Dem Kurs der HubSpot-Aktie hat das trotzdem keinen Gefallen getan: Aufgrund des Narrativs, dass Künstliche Intelligenz Software frisst, fiel sie seit ihren Höchstkursen um ca. 75 %.
HubSpot-Aktie: Für den Moment ist das Wachstum großartig
So konnte das US-Unternehmen im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026 erneut den Umsatz um 23 %, währungsbereinigt um 18 % auf 881 Mio. US-Dollar steigern. Vor allem bei den Ergebnissen gab es bedeutende Fortschritte. So lag das operative Ergebnis mit 27,9 Mio. US-Dollar in den schwarzen Zahlen. Im Vorjahr lag der Verlust noch bei 27,5 Mio. US-Dollar.
Auch netto und unterm Strich gelang HubSpot mit einem Ergebnis von 32,6 Mio. US-Dollar oder 0,62 US-Dollar je HubSpot-Aktie eine deutliche Steigerung. Im Vorjahr lag der Wert noch bei -21,8 Mio. US-Dollar. Wir sehen daher die Tendenz zum profitablen Wachstum als bestätigt an. Auf Non-GAAP-Basis ist HubSpot mit einem Nettoergebnis von 143 Mio. US-Dollar bereits deutlich profitabler. Hier sehen wir den Effekt der aktienbasierten Vergütung, der erneut ein hohes Gewicht eingenommen hat. Immerhin: Beide Nettoergebnisse sind inzwischen in den schwarzen Zahlen.
Kundenbindung, Technologie und die Bilanz
Tauchen wir nun ein wenig tiefer in die Zahlen ein. HubSpot konnte im ersten Quartal die Anzahl der Kunden um 16 % auf über 299.000 Kunden steigern. Hier sehen wir, dass Künstliche Intelligenz eben nicht das Software-Angebot ersetzt. Der Kritiker mag sagen: Noch nicht. Eine Net Retention Rate von 106 % in US-Dollar zeigt, dass ein durchschnittlicher Kunde mit 11.722 US-Dollar rund 6 % mehr ausgibt, als im Vorjahreszeitraum. Eigentlich eine intakte Wachstumsgeschichte. Wenn die Zweifel durch Künstliche Intelligenz nicht da wären.
HubSpot investiert derzeit massiv in sein eigenes Produkt und Reichweite. So flossen vom Umsatz rund 238 Mio. US-Dollar in Forschung und Entwicklung. Primär stehen AI Agents auf dem Programm, die mithilfe Künstlicher Intelligenz gewisse Prozesse automatisieren und Datenauswertung vereinfachen. Aber auch Marketing wird weiterhin gut bezahlt bei HubSpot: Mit 386 Mio. US-Dollar investiert das Management derzeit aktiv in die Reichweite. Ca. 60 Mio. US-Dollar mehr flossen im Vergleich zum Vorjahr in den Ausbau der eigenen Kundenbeziehungen. Es hat sich in Anbetracht des zweistelligen Wachstums gelohnt. Die Verwaltungskosten wuchsen eher leicht um 7 Mio. US-Dollar auf 85 Mio. US-Dollar. Damit bleibt HubSpot ein eigentlich sehr schlankes Unternehmen mit einem moderaten Verwaltungsaufwand.
Das Management sieht sich bilanziell gut gewappnet, um weitere Wachstumsmöglichkeiten auszuloten. Ca. 1,6 Mrd. US-Dollar stehen an Cash und kurzfristigen Investitionen bereit. In Anbetracht der 1,8 Mrd. US-Dollar an Gesamtverbindlichkeiten ist das ein guter Cash-Anteil. Zumal über eine Milliarde US-Dollar davon Rechnungsabgrenzungsposten für noch nicht verbuchte Umsätze sind. Bei einer Marktkapitalisierung von ca. 10 Mrd. US-Dollar besitzt HubSpot mit 1,6 Mrd. US-Dollar an Cash einen guten Substanzwert. Steigende Cashflows und positive Nettoergebnisse sollten hier in Zukunft auch für eine bilanzielle Neubewertung sorgen.
Unser Fazit zur HubSpot-Aktie
Alles in allem können wir bei HubSpot daher eines festhalten: Künstliche Intelligenz hat hier eine günstige Bewertung und ein sehr attraktives Chance-Risiko-Verhältnis geschaffen. Wir rechnen langfristig mit einem deutlichen Gewinnwachstum und denken daher, dass die HubSpot-Aktie heute deutlich zu günstig ist.
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