Value Investing: Die erfolgreiche Strategie für die Auswahl von Aktien kann ein echter Reinfall sein!

Schriftzug "Quality" in blau auf einem zerknitterten Blatt Papier
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Value Investing ist eine beliebte Strategie für die Auswahl von Aktien, bei der Anleger nach Unternehmen suchen, die unterbewertet sind und das Potenzial für eine Wertsteigerung haben. Die Strategie wurde von erfolgreichen Investoren wie Warren Buffett angewendet und hat viele Anhänger.

Der Erfolg von Warren Buffett ist unumstritten. In seinem letzten Jahresbericht weist er seit 1965 eine jährliche durchschnittliche Rendite von 19,8 % nach, was mehr als beeindruckend ist. Allerdings kann Value Investing – trotz seines Rufs als erfolgreiche Strategie – auch zu erheblichen Verlusten führen.

Value Investing = Kauf von Aktien unterhalb ihres inneren Wertes

Die Idee hinter dem Value Investing ist einfach: Aktien von Unternehmen werden gekauft, wenn sie zu einem Preis unter ihrem inneren Wert gehandelt werden. Der innere Wert wird anhand einer gründlichen Analyse des Unternehmens ermittelt. Meist steht hinter ihr eine fundierte DCF-Analyse. Sobald der Markt den wahren Wert des Unternehmens erkennt, steigt der Aktienkurs und der Anleger erzielt eine Rendite – so zumindest die Theorie.

Allerdings gibt es einige Herausforderungen bei der Umsetzung dieser Strategie: Erstens kann es schwierig sein, den wahren inneren Wert eines Unternehmens genau zu bestimmen. Finanzielle Kennzahlen können manipuliert oder unzuverlässig sein. Darüber unterliegen die Variablen großen Unsicherheiten. Weiter ist es eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, alle relevanten Informationen über ein Unternehmen zu sammeln und zu analysieren.

Zweitens kann es eine beträchtliche Zeit dauern, bis der Markt den wahren Wert eines Unternehmens erkennt. Währenddessen kann der Aktienkurs weiter fallen oder stagnieren, was zu Verlusten führ. Geduld und eine langfristige Perspektive sind daher erforderlich, um vom Value Investing zu profitieren.

Value-Aktie oder Value-Trap?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass sich die Dynamik des Marktes ändern kann. Unternehmen, die einmal unterbewertet waren, können weiter an Wert verlieren, während andere Unternehmen, die zuvor überbewertet waren und tendenziell nicht als klassische Value-Aktien galten, stark wachsen und an Wert gewinnen.

Erstere Aktien bezeichnet man auch gerne als Value-Traps. In solchen Fällen kann die Value-Investing-Strategie zu erheblichen Verlusten führen.

Value Investing ist keine Garantie für Gewinne

Man sollte daher beachten, dass Value Investing keine Garantie für Erfolg ist. Grundsätzlich gibt es keine Strategie, die immer funktioniert – so viel ist schon einmal sicher. Selbst erfahrene Value-Investoren wie Warren Buffett erleiden regelmäßig Verluste.

Die Märkte sind volatil und unvorhersehbar, und es gibt viele Faktoren, die den Erfolg einer Investition beeinflussen können – Börse ist eben riskant. Man sollte daher seinen Verstand schärfen und taktisch klug an die Sache herangehen.

Fazit

Insgesamt kann Value Investing eine erfolgreiche Strategie sein, sofern man sie sorgfältig umsetzt. Eine gründliche Analyse der Unternehmen und eine langfristige Perspektive sind entscheidend.

Dennoch besteht das Risiko, Verluste zu erleiden. Anleger sollten daher diversifizieren und ihre Risiken streuen, um mögliche Verluste zu minimieren – auch wenn Warren Buffett genau zum Gegenteil rät, indem er sagt, dass er lieber alle Eier in einen Korb legt und gut darauf aufpasst. Warren Buffett gehört aber auch zu der Kategorie von Investoren, die besser informiert sind als die meisten von uns.

Anleger sollten sich bewusst sein, dass Value Investing keine „sichere“ Strategie ist und dass es immer zu Verlusten kommen kann. Das Gute ist aber, dass – bei Erledigung der Hausarbeiten – ein Chancenpotenzial an hohen Renditen besteht. Die Auswahl von Aktien erfordert letztendlich immer eines: eine gründliche Recherche und Analyse, unabhängig von der verwendeten Strategie.

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