Coca-Cola: Bald ein Schnäppchen?

Zwei Getränkedosen von Coca-Cola und zwei Limonadengläser auf einem Tisch
Foto: Pixabay via Pexels

Aspartam statt Zucker soll bei Light-Produkten von Coca-Cola (WKN: 850663) dafür sorgen, dass nicht jeder Schluck auf den Hüften landet. Die bevorstehende WHO-Einstufung des Süßstoffs als „möglicherweise krebserregend“ könnte jedoch negativen Einfluss auf das Unternehmen haben. Was bedeutet das für Investoren?

Wie Coca-Cola von Aspartam profitiert

Aspartam ist ein künstliches Süßungsmittel, das in vielen Lebensmitteln und Getränken verwendet wird. Es ist etwa zweihundertmal süßer als herkömmlicher Zucker. Der Stoff hat fast keinen Brennwert und keinen bitteren Nachgeschmack wie Saccharin und ist daher bei zunehmend kalorienbewussten Kunden sehr beliebt.

Seit Jahren profitiert Coca-Cola von diesem Trend. Light-Produkte sorgten 2022 für ein Drittel des Gesamtabsatzes. Diese Produktgruppe wächst derzeit deutlich stärker als herkömmliche zuckerhaltige Getränke. So stieg der Absatz traditioneller Coca-Cola im Gesamtjahr 2022 um 4 Prozent, während von der Variante ohne Zucker 11 Prozent mehr Einheiten verkauft wurden. Der künstliche Süßstoff kostet zudem weniger als das Naturprodukt. Die drohende Negativ-Bewertung von Aspartam ist daher von Relevanz.

Möglicherweise krebserregend – eine Einordnung

Das beliebte künstliche Süßungsmittel wird voraussichtlich am 14. Juli von der WHO als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Das ist die zweitniedrigste Kategorie nach Stoffen, für die es keinerlei Hinweise auf eine Tumorförderung gibt. Damit würde Aspartam ein gleiches Schicksal wie der Genuss von Kaffee oder die Nutzung von Mobiltelefonen erfahren. Darüber liegt noch „wahrscheinlich krebserregend“ – hier wird zum Beispiel der Unkrautvernichter Glyphosat eingeordnet. Die höchste Stufe lautet „krebserregend“, laut WHO fallen darunter verarbeitetes Fleisch oder Asbest.

Die bevorstehende Einstufung der WHO ist also an sich zunächst kein Grund zur Besorgnis. Dennoch: Bewertungen am Aktienmarkt sind kurzfristig nicht immer rational. Eine große mediale Aufmerksamkeit auf das Thema könnte daher bei Herstellern mit aspartamhaltigen Produkten zu einem Kursrückgang führen. Börsenkurse werden von Menschen gemacht. Diese treffen Entscheidungen häufig auch aus rein emotionalen Gründen. Ein potenziell krebserregendes Produkt gehört sicherlich zu den Triggern schlechthin, die zu solchen Abwertungen führen können. Sollte es eine solche Reaktion geben, könnte Coca-Cola als Flaggschiff der Branche natürlich betroffen sein.

Langfristig spiegeln die Kurse jedoch den echten Wert eines Unternehmens wieder. Die Frage, die zu klären ist, lautet daher: Ist die Einschätzung der WHO zu Aspartam geeignet, um den geschäftlichen Erfolg von Coca-Cola dauerhaft zu schädigen?

Gut aufgestellt für medialen Sturm

Im Falle eines medialen Sturms fährt Coca-Cola meiner Ansicht nach entweder gezielt Kampagnen, um die Unbedenklichkeit dieser Getränke herauszustellen — oder aber wechselt zu einem anderen Süßstoff. Das Unternehmen dürfte für beide Varianten gut aufgestellt sein. Coca-Cola hat über die letzten sieben Jahre (mit Ausnahme von 2020) durchschnittlich 4 Milliarden Dollar für Werbung ausgegeben, verfügt also über ein sehr großes Budget.

Der Getränkehersteller hat eines der besten Produktions- und Vertriebssysteme weltweit. Nötige Anpassungen seiner Produkte waren auch in der Vergangenheit kein Problem. Als in Ländern wie Großbritannien die Zuckersteuer eingeführt wurde, hat Coca-Cola die Rezepturen seiner Getränke relativ problemlos entsprechend geändert.

Kurzfristig würde dies zwar die Rentabilität  senken, langfristig ist aber nicht davon auszugehen, dass Softdrink-Fans auf die süße Brause verzichten. Es verzichtet ja auch niemand auf Kaffee oder Mobiltelefone. Einzig Konkurrent PepsiCo (WKN: 851995) könnte einen leichten Startvorteil haben, da das Unternehmen schon seit 2020 kein Aspartam mehr benutzt.

Fazit

Coca-Cola hat meiner Ansicht nach auch bei einer Negativ-Bewertung von Aspartam ein solides Geschäftsmodell. Für 2023 rechnet der Konzern mit einem organischen Erlösplus von 7 bis 8 Prozent und einem Gewinnzuwachs von 4 bis 5 Prozent je Aktie. Zum Vergleich: von 2021 auf 2022 stieg der Umsatz um 11 Prozent, der Gewinn sank um 2,4 Prozent. Überdurchschnittliches Wachstum kann meines Erachtens nicht mehr erwartet werden, künftige Steigerungsraten sollten sich im einstelligen Bereich bewegen.

Mit einem aktuellen KGV von 23 ist die Aktie damit aktuell nicht unbedingt ein Schnäppchen für Neuinvestoren — vielleicht bekommt man Coca-Cola jedoch bald zu einem günstigeren Preis bei gleichbleibendem Wert. Attraktiv ist zudem die Dividende. Der Getränkehersteller schüttet seit mehr als sechs Jahrzehnten kontinuierlich mehr an seine Anteilseigner aus. Momentan beträgt die Dividendenrendite 3 Prozent und ist damit bereits jetzt ganz ordentlich. Fällt der Kurs, würde sich die Rendite entsprechend erhöhen.

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Katja besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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