BASF-Aktie: Ist die Dividende jetzt in Gefahr?

Ein Mann mit Adidas-Kappe blickt im Sonnenuntergang durch ein Fernglas in die Ferne
Foto: Francis Seura via Pexels

Über der BASF (WKN: BASF11)-Aktie ziehen immer dunklere Wolken auf. Seit Jahren kommt der Aktienkurs trotz guter Geschäftszahlen nicht vom Fleck. Zeitweise war die Aktie im Verhältnis zum Gewinn eine der günstigsten im DAX. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein knapp 47 Euro und damit etwa genau so viel, wie vor drei Jahren (Stand 11.08.2023). Blickt man noch weiter in die Vergangenheit, sieht der Vergleich noch düsterer aus. Vor fünf Jahren kostete ein Anteilsschein noch 80 Euro.

Inzwischen hat sich das Blatt gewendet und die Geschäftszahlen scheinen die seit Jahren düstere Stimmung rund um die Aktie auch zu bestätigen.

BASF brechen die Umsätze weg

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sind Umsatz und Gewinn deutlich eingeknickt. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 24,7 % auf 17,3 Mrd. Euro gefallen. Der Nettogewinn ist dadurch um 74,5 % auf 555 Mio. Euro eingebrochen. In der ersten Jahreshälfte sieht es insgesamt nur leicht besser aus. Hier beträgt der Umsatzrückgang 19 % und das Nettoergebnis ist um 38 % eingebrochen.

Die schwachen Ergebnisse haben nun auch dazu geführt, dass BASF die Prognose für das Gesamtjahr kräftig nach unten anpassen musste. Bisher ist das Management noch davon ausgegangen den Umsatz etwa auf dem Vorjahresniveau von 87 Mrd. Euro halten zu können. Gleichzeitig wurde für den Gewinn allerdings schon ein deutlicher Rückgang in Aussicht gestellt.

Inzwischen sieht die Situation ganz anders aus. Statt bis zu 87 Mrd. Euro erwartet BASF nur noch einen Umsatz von bis zu 76 Mrd. Euro. Und auch die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen wurde um 800 Mio. Euro auf eine Spanne von 4,0 bis 4,4 Mrd. Euro gesenkt. Zum Vergleich: Im sehr guten Geschäftsjahr 2022 lag das Ergebnis auf dieser Basis noch bei mehr als 6,8 Mrd. Euro.

Damit rückt auch ein immer wieder aufkommendes Thema wieder in den Vordergrund. Ist die Dividende auf dem aktuellen Niveau zu halten, oder droht im nächsten Jahr eine Kürzung?

Droht nun doch eine Dividendenkürzung?

Tatsächlich steigt die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Kürzung immer weiter an. Hier gibt es mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen. Einerseits dürfte der Jahresgewinn kaum ausreichen, um sowohl die Dividendenzahlung, als auch die Investitionen zu finanzieren. Denn allein die Dividendenzahlung beträgt aktuell 3,40 Euro je Aktie. Insgesamt sind das drei Milliarden Euro, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

In der ersten Jahreshälfte war der Cashflow mit 977 Mio. Euro deutlich negativ. BASF hat also mehr investiert, als aus dem operativen Geschäft auf die Konten geflossen sind.

Und das wirkt sich direkt auf die Verschuldung aus. Ende Juni lag die Nettoverschuldung schon bei mehr als 20 Mrd. Euro. Durch das steigende Zinsniveau klettern auch die Zinszahlungen bei BASF immer weiter in die Höhe. In der ersten Jahreshälfte mussten schon 405 Mio. Euro dafür aufgewendet werden.

Auch wenn eine Dividendenkürzung immer schmerzhaft ist, wäre es für die Aktionäre wohl eine langfristig gute Entwicklung. Denn dann hätte BASF einen größeren finanziellen Spielraum für Investitionen und Rückzahlung der Schulden.

Insgesamt sieht es deshalb aktuell nicht danach aus, als würde die BASF-Aktie den Anlegern in naher Zukunft wieder mehr Freude bereiten können. Seit Jahren ist die Aktie auf Talfahrt und die schwächer werdenden Ergebnisse und die steigende Verschuldung werden weiteren Druck ausüben. Langfristig hat BASF sicherlich das Potenzial weiter zu wachsen. Erstmal werden sich die Geschäfte aber abschwächen und der Druck auf die Bilanz und die Dividende steigen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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