3 Top-Kandidaten für einen Börsengang im Jahr 2024

Bulle und Bär auf einem Podest: Wer wird die Oberhand behalten?
Bild: geralt via Pixabay

Die letzten beiden Jahre waren eher mau, was Börsengänge angeht. Im Jahr 2022 ging lediglich ein Unternehmen im deutschen Prime Standard an die Börse (Porsche), im Jahr 2023 waren es immerhin drei Firmen (Schott Pharma, ThyssenKrupp Nucera und Ionos Group). Der langjährige Durchschnitt seit 2010 liegt jedoch bei sieben Börsengängen pro Jahr. In den USA ist das Bild ganz ähnlich. Lediglich 151 Börsengänge fanden im Jahr 2023 statt, im Jahr 2021 waren es ganze 1.035.

Doch Besserung ist in Sicht. Die Zinsen dürften kaum noch steigen, die breiten Aktienmärkte kratzen schon wieder an ihren Allzeithochs. Entsprechend erwarte ich wieder mehr Börsengänge im Jahr 2024. Die folgenden drei spannenden Unternehmen sind heiße Kandidaten für einen Gang auf Börsenparkett im aktuellen Jahr.

Ampere: „Der neue europäische Player für Elektromobilität“

Bei Ampere sind die Pläne für den Börsengang schon weit fortgeschritten. Zur Vorbereitung des IPOs wurde das Unternehmen im November 2023 als eigene Unternehmenseinheit des französische Automobilherstellers Renault (WKN: 893113) ausgegründet. Dieses neu gegründete Unternehmen umfasst alle Aktivitäten rund um die Elektromobilität des Konzerns.

Ampere positioniert sich somit als Pure Play im Bereich Elektromobilität und hat sich selbst das Ziel gesetzt, zum europäischen Marktführer für Elektromobilität zu avancieren. Dies soll durch die Einführung von erschwinglichen Modellen für eine breite Käuferschicht erfolgen (das Manager Magazin berichtet von einem angepeilten Verkaufspreis von 25.000 Euro). Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Unter den meistverkauften E-Auto-Modellen der ersten zehn Monaten 2023 in Europa befand sich keines des Konzerns (Tesla und Volkswagen führen die Liste an).

Doch der für Frühjahr 2024 geplante Börsengang von Ampere könnte für Aktionäre dennoch interessant sein. Denn das Unternehmen verfügt über eine langjährige Expertise im Bereich Elektromobilität und hat – anders als viele andere Pure Plays – bewiesen, dass es diese Autos auch im großen Stil profitabel produzieren kann. Ich werde das Unternehmen weiter beobachten und bin auf die Bewertung zum (möglichen) Börsengang gespannt.

Douglas – Zurück an die Börse?!

Den nächsten Kandidaten für einen Börsengang im aktuellen Jahr dürften die meisten von uns kennen. Schließlich befinden sich Filialen der Parfümerie-Kette Douglas in so gut wie jeder größeren deutsche Innenstadt. Europaweit betreibt das Düsseldorfer Unternehmen rund 1.850 Filialen und mehrere Online-Shops, mit denen im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordumsatz von 4,1 Mrd. Euro generiert wurde.

Bis zum Jahr 2026 soll der Umsatz auf 5 Mrd. Euro steigen. Hierzu soll das Filialnetz kontinuierlich ausgebaut und das Online-Geschäft (32 % der Umsätze werden bereits online erzielt) weiter gestärkt werden. Dennoch möchten sich die aktuellen Eigentümer offensichtlich zumindest von einem Teil ihrer Unternehmensanteile treffen. Der Finanzinvestor CVC Capital Partners hält seit dem Jahr 2015 85 % der Anteile, die restlichen Aktien liegen bei der Gründerfamilie Kreke.

Medienberichten zufolge möchte CVC Capital Partners das Unternehmen im Jahr 2024 an die Börse bringen und so Kasse machen. Douglas war bis zum Jahr 2013 bereits börsennotiert, wurde dann jedoch von einem Finanzinvestor von der Börse genommen. Mit einem anvisierten Börsenwert von bis zu 7 Mrd. Euro könnte Douglas nun wieder an die Börse gehen. Dies würde einem KUV von 1,7 entsprechen. Auf den ersten Blick scheint mir dies nicht zu teuer. Gerade wenn man den ähnlich aufgestellten, aber deutlich profitableren US-Konzern Ulta Beauty zum Vergleich heranzieht. Dieser wird aktuell mit einen KUV von 7,2 bewertet.

Ewiger IPO-Kandidat Stripe

Bereits seit dem Jahr 2019 gibt es Gerüchte, dass das Fintech Stripe an die Börse gehen könnte. Der US-Konzern hilft anderen Unternehmen dabei, Zahlungen anzunehmen und zu senden sowie ihre Geschäftsabläufe online zu verwalten. Mit großen Erfolg. Im Jahr 2022 wickelte der Konzern Zahlungen im Gesamtwert von 817 Mrd. US-Dollar ab (+26 % im Vergleich zum Vorjahr) und generierte so einen Umsatz von 12 Mrd. US-Dollar.

Dennoch fiel der Marktwert des gründergeführten Unternehmens in den letzten Jahren. Ende 2021 wurde Stripe in einer Finanzierungsrunde noch mit satten 95 Mrd. US-Dollar bewertet. Im Frühjahr 2023 billigten Kapitalgeber dem Unternehmen nur noch einen Wert von 50 Mrd. US-Dollar zu. Dies könnte ein Grund für den aufgeschobenen Börsengang sein.

Das aufgehellte Börsenklima könnte nun dafür sorgen, dass Stripe im Jahr 2024 den Sprung auf das Börsenparkett wagt. Der Börsenwert dürfte dann deutlich über 50 Mrd. US-Dollar liegen und Stripe somit als einer der (wertmäßig) größten Börsengänge in die Geschichte eingehen. Ich würde mich besonders über diesen Börsengang freuen, da Stripe in meinen Augen ein tolles Unternehmen ist, an dem ich mich gerne beteiligen würde.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.



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