Electronic Arts steigert die Profitabilität – und die Bewertung

Zwei Menschen spielen eine Fußballsimulation
Foto: Jan Vašek auf Pixabay

Electronic Arts (WKN: 878372) präsentierte ein solides Zahlenwerk zum dritten Quartal 2024. Die Netto-Buchungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1 % zu, angetrieben von einem kleinen Momentum bei den Live-Services (In-Game-Käufe). Überwiegend trug der Fußballtitel von Electronic Arts, EA SPORTS FC, dazu bei. Das Loslösung vom FIFA-Branding scheint erfolgreicher als geplant zu laufen, denn die Netto-Buchungen speziell bei diesem Spiel stiegen im Vergleichszeitraum um 7 % an. Damit performte der Titel sogar besser als die Vorjahresversion, die 2023 von der Fußball-Weltmeisterschaft profitierte. Ein erfreulicher Trend, wenn man nur dieses eine Produkt betrachtet.

Während die Live-Services auf Konzernebene insgesamt gut laufen, sinkt jedoch der Anteil der Spielekäufe. So trugen Käufe von Vollversionen im abgelaufenen Quartal 5 % weniger zu den Netto-Buchungen bei. Fast drei Drittel des Volumens der Netto-Buchungen entfällt auf Live-Services (1,7 Mrd. US-Dollar), weshalb der schwindende Anteil der Spielekäufe (654 Mio. US-Dollar) absolut betrachtet nicht so ins Gewicht fällt. Diese Entwicklung kann jedoch ein Indikator dafür sein, dass die Community über alle Franchises von Electronic Arts hinweg schrumpft. Im Moment, so scheint es zumindest, schrumpfen die Käufer von neuen Titeln, wodurch sich die steigenden Netto-Buchungen auf weniger Spieler verteilen.

Electronic Arts hat einen starken Drang zur Monetarisierung

Möglicherweise liegt das daran, dass Electronic Arts ihre Videospiele (vor allem die aus der Kategorie Sport) gerne von Jahr zu Jahr recycelt und wenig Innovationen in die Spiele bringt. Das senkt natürlich den Anreiz für Käufer, sich neue Titel zu holen. Viele Gamer bleiben dann noch ein bis zwei Jahre bei der alten Version hängen, wodurch sich die Verkaufszyklen für Electronic Arts verschieben. Ein weiterer Grund könnte sein, dass sich Spieler grundsätzlich von manchen Titeln des Entwicklers abwenden, da Electronic Arts durchaus in der Branche als einer der Hersteller bekannt ist, der seine Community lieber zu viel als zu wenig „farmt“. Sprich, in den Spielen mit In-Game-Käufen herrscht ein starker Drang zur Monetarisierung. Wir werden im Laufe der kommenden Quartale beobachten, wie sich die Netto-Buchungszahlen weiterentwickeln, um diese Situation besser einschätzen zu können.

Finanziell betrachtet lässt sich der Bericht dennoch sehen. Der Umsatz kletterte im Vergleichszeitraum um 3,4 % auf 1,95 Mrd. US-Dollar. Daraus resultierte ein operativer Gewinn in Höhe von 365 Mio. US-Dollar, 26,3 % mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn erhöhte sich sogar um 42,16 % auf 290 Mio. US-Dollar. Durch Aktienrückkäufe in Höhe von 325 Mio. US-Dollar konnte der Gewinn je verwässerter Aktie mit einem Zuwachs von 46,58 % von 0,73 auf 1,07 US-Dollar noch einen Tick stärker gesteigert werden.

Die Bewertung der EA-Aktie ist aus unserer Sicht nicht einfach: Während viele Spieler des Herstellers als Klassiker gelten und für gute Cashflows sorgen, halten sich unsere Fantasien für neue, bahnbrechende Releases in Grenzen. Unser Fazit für den Moment lautet daher, dass wir es mit einem etablierten Qualitätsunternehmen zu tun haben, dessen Renditepotenzial für Aktionäre von der Bewertung beim Einkauf sowie möglichen zukünftigen Innovationen in der Entwicklungspipeline abhängt.

Wir denken, dass die positiven Ergebnisse, wie zum Beispiel der starke Zuwachs beim Nettogewinn, bereits in der Aktie eingepreist sind. Es bleibt abzuwarten, ob Electronic Arts diesen positiven Trend mittelfristig halten kann. Im Moment scheint die EA-Aktie daher leicht überbewertet zu sein. Bei dem aktuellen Kursniveau gehen wir von einer jährlichen Rendite von rund 6,5 % aus.

Was das Unternehmen macht

Das EA-Portfolio umfasst Marken, die das Unternehmen entweder vollständig besitzt (wie Apex Legends, Battlefield und The Sims) oder von anderen lizenziert hat (wie Madden NFL, Star Wars. FIFA).

Electronic Arts ist bestrebt, globale Online-Communities rund um seine Hauptmarken aufzubauen und wiederkehrende Einnahmen aus seinen jährlich erscheinenden Sportspielen zu generieren.

Wo liegen die größten Chancen bei EA?

EA monetarisiert viele seiner Spiele bereits maximal. Das Unternehmen muss meiner Meinung nach wieder den Fokus auf die Entwicklung legen und ein neues Spiel kreieren, das die Gaming-Community begeistert und neue Kunden anlockt (ein neuer Triple-A-Titel). Wenn EA das schafft, kann es diesen Titel dann sicherlich in gewohnter Manier monetarisieren und somit die Umsätze steigern.

Wo liegen die größten Risiken?

Die mangelnde Innovationskraft der Titel stellt ein Risiko dar. Einige Spieleserien werden immer wieder recycelt. Das kann die Spieler auf Dauer langweilen.


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