Siemens Energy: Bei 100 Euro ist Schluss mit Lustig!

Drei Flaggen mit dem Logo von Siemens Energy
Foto: Siemens Energy Global GmbH & Co. KG

Die Aktie von Siemens Energy (WKN: ENER6Y) hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt – von einem Tief unter 10 Euro Ende 2023 bis auf aktuell über 90 Euro. Doch bei aller Euphorie drängt sich vor allem eine Frage auf: Ist der Aufschwung fundamental gerechtfertigt oder schlicht übertrieben? Meine nüchterne Einschätzung der Lage ist, dass bei 100 Euro definitiv Schluss ist mit lustig – die Aktie ist mittlerweile deutlich überbewertet.

Der nüchterne Blick auf die Zahlen

Siemens Energy leidet weiterhin unter den Altlasten seiner Windkrafttochter Siemens Gamesa. Trotz Restrukturierung und milliardenschwerer Rückstellungen schreibt die Sparte weiterhin Verluste.

Allein im letzten Quartalsbericht wies die Gamesa-Sparte erneut operative Verluste aus, und eine nachhaltige Wende ist nicht in Sicht. Der Orderrückgang des Segments von einem Prozent im zweiten Quartal 2025 ist wenig überzeugend.

Zwar könnte Siemens Energy potenziell vom globalen Trend zur Energiewende profitieren, doch der massive Investitionsbedarf, regulatorische Unsicherheiten und Probleme in der Lieferkette belasten weiterhin die Marge. 

Aktienwelt360 Aktienkompass

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Benchmark

+77,98%

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Eine hohe Bewertung

Hinzu kommt die Bewertung. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 70 für das laufende Geschäftsjahr ist die Aktie ambitioniert bepreist – vor allem im Vergleich zu Wettbewerbern wie GE Vernova (WKN: A404PC) oder ABB (WKN: 919730). Diese können mit deutlich solideren Margen und nachhaltigem Wachstum aufwarten.

Auch die Bilanz sieht nicht so aus wie bei Big-Tech-Konzernen. Die Verschuldung ist nach wie vor hoch und das Eigenkapital wurde durch Abschreibungen geschwächt. Die staatliche Bürgschaft aus dem Jahr 2023 ist ein mahnendes Zeichen dafür, dass Siemens Energy nicht ohne Risiko ist.

Anleger vergessen dabei häufig, dass ein Großteil des Kursanstiegs auf Spekulationen über staatliche Förderungen und die Hoffnung auf einen Turnaround basiert. Zwar scheint sich letzterer zu festigen, doch das Geschäft bleibt zyklisch und kapitalintensiv. Vor allem in der Sparte Siemens Gamesa muss sich noch vieles verbessern.

Fazit

Die aktuelle Bewertung preist bereits eine perfekte Zukunft ein, doch die operative Realität hinkt deutlich hinterher. Wer jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringt, geht meines Erachtens ein nicht unerhebliches Rückschlagrisiko ein.

Technologisch interessant, politisch im Fokus, aber wirtschaftlich (noch) nicht reif für dreistellige Kurse. Bei 100 Euro ist Schluss mit lustig – Anleger könnten also gut beraten sein, Gewinne zu sichern und auf Rücksetzer zu warten.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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