Plus 334 % in 5 Jahren: Ist die Interactive Brokers-Aktie immer noch ein Kauf?

Ein lachender Mann steht vor seinem Tablet und freut sich über steigende Kurse. Im Hintergrund ist ein steigender Kurs zu sehen.
Foto: Tumisu via Pixabay

Interactive Brokers (IBKR, WKN: A0MQY6) ist so etwas wie das Costco oder Amazon der Brokerage-Industrie. Das Unternehmen gibt Skaleneffekte in Form von hohen Habenzinsen oder niedrigen Gebühren an seine Kunden weiter und lockt so mehr Kunden an. Das kann langfristig zu einem positiven Kreislauf führen, der für langfristige Investoren der Interactive Brokers-Aktie sehr lukrativ sein kann.

Die Interactive Brokers-Aktie in der Fundamentalbetrachtung

Im ersten Quartal 2026 festigt Interactive Brokers seine Position als effizientester Akteur in der globalen Brokerage-Landschaft. Mit einer Kombination aus Rekordzahlen und einer konsequenten Automatisierungsstrategie setzt sich das Unternehmen deutlich vom Wettbewerb ab.

Das abgelaufene Quartal war durch ein außergewöhnliches Wachstum der operativen Kennzahlen geprägt. So stieg die Anzahl der Kundenkonten im Vergleich zum Vorjahr um 31 % auf 4,75 Millionen. Dieses organische Wachstum unterstreicht die globale Attraktivität der Plattform. Parallel dazu wuchs das Kundenkapital um 38 % auf 789,4 Mrd. US-Dollar.

Die Provisionserträge stiegen um 19 % auf 613 Mio. US-Dollar. Dieser Anstieg wurde durch deutliche Volumensteigerungen bei Aktien (+25 %), Futures (+20 %) und Optionen (+16 %) getrieben. Haupttreiber waren die hohe Handelsaktivität in einem volatilen Marktumfeld sowie die Gewinnung institutioneller Kunden (Hedgefonds und Introducing Broker). Die Wertpapierleihe ist für institutionelle Kunden ein wichtiges Feld, das geschätzt um 45 % auf 270 Mio. US-Dollar wuchs. Dies wurde durch den wachsenden Kundenstamm und ein größeres Inventar an internationalen Aktien ermöglicht. IBKR wirbt auch aktiv mit der Performance der Hedgefonds-Konten, die im letzten Jahr mit einer Rendite von 28,9 % den S&P 500 übertrafen. Dies wird auf die niedrigen Kosten und hohen Zinsen von Interaktiv Brokers sowie die Ausführungsqualität zurückgeführt.

Gewinnanstieg mit angezogener Handbremse

Die hohe Skalierbarkeit der Plattform zeigt sich auch darin, dass das Unternehmen den Personalbestand nahezu stabil halten konnte, während das Geschäftsvolumen zweistellig wuchs. Das Nettozinsergebnis kletterte um 17 % auf 904 Mio. US-Dollar. Dies ist vor allem auf höhere Marginkredite zurückzuführen. Der Gewinn je Interactive Brokers-Aktie stieg um 22,9 % auf 0,59 US-Dollar (nach dem Aktiensplit im Vorjahr). Dieser Gewinnanstieg bestätigt, dass das Flywheel funktioniert.


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Als Wachstumsbremse wirkte vor allem der starke US-Dollar, der das Ergebnis im Rahmen der Währungsdiversifizierungsstrategie rechnerisch um 53 Mio. US-Dollar bzw. 4,1 % minderte. Zudem bleibt die Abhängigkeit vom Zinsniveau ein Risiko: Ein Rückgang der Leitzinsen um 25 Basispunkte würde das jährliche Nettozinsergebnis um ca. 82 Mio. US-Dollar schmälern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zinsmarge von 2,10 % auf 1,88 % gesunken. Man erkennt, dass ein Sinken der Zinsen das Ergebnis fast symmetrisch zum Anstieg trifft, wobei bei extrem niedrigen Zinsen (nahe 0 %) eine leichte Asymmetrie zugunsten von Interactive Brokers entsteht.

Interactive Brokers-Aktie: Die Strategie lohnt sich auch für Aktionäre

IBKR operiert mit einem klassischen „Flywheel“: Durch maximale Automatisierung bietet IBKR die niedrigsten Gebühren und die höchsten Habenzinsen der Branche. Dies zieht anspruchsvolle Privatkunden und Institutionen an, was wiederum das Handelsvolumen auf der Plattform erhöht. Da die Fixkosten für die Software-Infrastruktur nahezu stabil bleiben, führt jedes zusätzliche Handelsvolumen zu einer überproportionalen Gewinnsteigerung. Im letzten Quartal lag das Plus bei 22,9 %. Das Kapital fließt direkt in neue Funktionen (KI, Krypto-Staking, Prognosemärkte), wodurch sich der Vorsprung zur Konkurrenz weiter vergrößert und das „Flywheel“ schneller dreht.

IBKR setzt strategisch massiv auf künstliche Intelligenz. Das Ziel besteht darin, den Kundenservice und die Compliance-Prozesse so weit zu automatisieren, dass das Unternehmen selbst bei einer Verdopplung der Kundenzahl kaum zusätzliches Personal einstellen muss. Ein weiteres Zukunftsthema ist die Expansion im Bereich der Prediction Markets (ForecastEx) sowie im Bereich der digitalen Assets (Krypto-Transfer und Staking im EWR-Raum). Das Management erwartet, dass die Lockerung der „Pattern Day Trader“-Regel in den USA zu einer höheren Handelsfrequenz bei kleineren Konten führen wird, da diese häufiger handeln können, ohne durch die 25.000 US-Dollar Eigenkapital blockiert zu werden.

Die Kapitalallokation bleibt konservativ, aber aktionärsorientiert. Mit einem Eigenkapital von 21,3 Mrd. US-Dollar (+3,8 % zum Vorjahr) und null langfristigen Schulden ist IBKR extrem krisenfest. Die Quartalsdividende wurde um 9,4 % auf 0,0875 US-Dollar pro Interactive Brokers-Aktie erhöht. Die Ausgaben für Werbung wurden moderat gesteigert, bleiben jedoch streng an hohe ROI-Ziele geknüpft.

Unser Fazit zur Interactive Brokers-Aktie

Interactive Brokers nutzt seine technologische Überlegenheit, um Marktanteile zu gewinnen und gleichzeitig die profitabelste Plattform der Branche zu bleiben. Das Flywheel ist voll in Bewegung. Mit einem KGV von 36 ist die Bewertung der Interactive Brokers-Aktie schon deutlich höher als der Mittelwert der vergangenen zehn Jahre mit 28. Das Unternehmen kann die Premiumbewertung durch das hohe Kunden- und Gewinnwachstum rechtfertigen, weshalb wir es aktuell für fair bewertet halten.

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