Eindrücke von der Hermle-Hauptversammlung: Kurzfristige Unsicherheit kann langfristige Chancen bieten

Gefräste Metallteile in Nahaufnahme.
Bild: Pixabay via Pexels

Am heißesten Tag der letzten Woche kamen die Aktionäre der Hermle AG (WKN: 605283) zusammen, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Der Vortrag des Vorstands machte deutlich, dass das Geschäft des führenden Fräsmaschinen-Herstellers aktuell von Unsicherheit geprägt ist. Aufgrund der Zollpolitik der USA kam es zu Vorzieheffekten, sodass die Bestellungen und der Umsatz im Ausland um 5 % bzw. 7 % stiegen. Mittlerweile werden 73 % des Umsatzes im Ausland erzielt.

Das Geschäft im Inland ist jedoch sehr zurückhaltend und die Kunden warten ab, bis die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der neuen Regierung feststehen: Im Heimatland gingen die Bestellungen und der Umsatz um 29 % zurück. In Deutschland wurde nur ein Umsatz von 47,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Die geringe Investitionsbereitschaft wurde zusätzlich durch die starke Exportabhängigkeit und den strukturellen Umbruch in der Automobilindustrie belastet.

Das gute Auslandsgeschäft war auch der Grund, warum die Dividende je Aktie vom ersten Vorschlag im März mit 10,05 Euro auf 11,05 Euro erhöht wurde.

Die Hintergründe beim Hidden Champion

Je komplexer die Maschinen werden, desto mehr Services kann man in Zukunft erwarten. Das sollte das Geschäft von Hermle langfristig stabiler machen. Die Auslastung bei den Automatisierungslösungen ist gut, was auch die Betriebsbesichtigung in Zimmern bestätigt hat. Hier kann Hermle bei großer Nachfrage nach Automatisierungslösungen auch noch einmal erweitern, was langfristig gesehen gut ist.

Auch jetzt machte sich der zunehmende Serviceumsatz weiterhin stabilisierend bemerkbar. Dieser erhöhte sich bei Hermle durch die generell wachsende Zahl der bei Kunden installierten Maschinen und den steigenden Anteil komplexer Automationslösungen kontinuierlich. Die Software zur Kommunikation zwischen Roboter, Bearbeitungszentren und Regalen für Werkzeuge und Bauteile stammt von Hermle selbst, wodurch die Switchkosten für den Kunden steigen.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+88,89%

Benchmark

+76,73%

Aktienwelt360 Aktienkompass

+88,89%

Benchmark

+76,73%

Dennoch bleibt die Auslastung aktuell generell mäßig und Hermle geht weiterhin davon aus, dass das Ergebnis überproportional zum Umsatz sinkt. Der Gesamtumsatz ist bis Mai um 6 % auf 178,6 Mio. Euro zurückgegangen.

Die mittelfristige Perspektive bei Hermle

Die Prognose für das Gesamtjahr 2025 bleibt unverändert. Der Hermle-Konzernumsatz dürfte 2025 mindestens im oberen einstelligen Prozentbereich, im ungünstigen Fall jedoch bis zu etwa 25 %, zurückgehen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird um mindestens 40 %, unter widrigen Umständen aber auch um bis zu 90 % sinken.

Das heißt: Als langfristiger Aktionär ist Geduld gefragt. Das Unternehmen nutzt diese Phase jedoch, um seine Investitionen und Projekte ungebremst fortzusetzen und seine Mitarbeiter gut auszubilden. Das wird aus unserer Sicht langfristig den Unterschied machen.

Beispielsweise werden die Hermle-Techniker so geschult, dass sie bei Problemen mit den Maschinen sowohl mechanisch, elektrisch als auch softwarespezifisch weiterhelfen können und so die Standzeit der Maschine verringert wird. Die Konkurrenz schickt für jedes Feld einen neuen Techniker, was lange dauern kann.

Geduld kann sich für langfristige Investoren bei Hermle auszahlen. Bis zum Anziehen der Konjunktur werden wir mit einer vernünftigen Dividende vergütet. Leider will das Management keine Aktien zurückkaufen, was bei der niedrigen Bewertung und der guten Bilanz sehr schade ist.

Wie wir grundsätzlich über die Hermle-Aktie denken

Hermle muss seinen Qualitätsvorsprung halten und die Entwicklungen im Bereich der Automatisierung weiter vorantreiben. Wirtschaftskrisen und Rezessionen sind für Hermle kurzfristig schlecht, langfristig aber eine Chance, weil es in der Branche kein stabileres Unternehmen gibt.

Die größte Chance sind aus unserer Sicht der demografische Wandel und der Fachkräftemangel in den Industrieländern, was zu mehr Automatisierung führen sollte. Als größtes Risiko sehen wir disruptive Technologien und bedeutende Fortschritte beim 3D-Druck, wodurch die Produkte von Hermle langfristig an Bedeutung verlieren könnten.

10.000 % Rendite & mehr: Das Geheimnis von Amazon & Netflix geknackt!

Aktien wie Amazon, Netflix oder Monster Beverage haben in den letzten Jahrzehnten enorme Renditen gebracht. Mit dem richtigen Einstiegszeitpunkt waren sogar über 77.000 % Rendite möglich.

Dabei folgen solche Unternehmen klaren Mustern. In unserem kostenlosen Sonderbericht decken wir die Geheimnisse der besten Aktien auf – leicht verständlich und auf den Punkt gebracht.

Gratis-Report kostenlos anfordern

Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Hermle.



Das könnte dich auch interessieren ...