Netflix glänzt mit starken Zahlen, verliert 2025 aber zwei wichtige Stories
Bei Netflix (WKN: 552484) setzen wir auf den führenden Anbieter im Bereich des Videostreamings. Die Wachstumsgeschichte hat uns bislang nicht enttäuscht und tut es auch bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal nicht. Allerdings sehen wir kurzfristig auch einige Unsicherheiten. Denn das Momentum im Content-Bereich kann nach einem starken Jahr 2025 im Jahre 2026 etwas nachlassen. Aber der Reihe nach.
Netflix-Aktie: Der neue Quartalsbericht im Überblick
Bei den Zahlen glänzte Netflix mit einem Umsatzwachstum von 15,9 % auf 11,07 Mrd. US-Dollar. Noch stärker ist die Entwicklung beim Nettoergebnis. Hier präsentierte Netflix ein Wachstum von 2,14 Mrd. US-Dollar auf 3,12 Mrd. US-Dollar. Je Aktie entspricht das einem Wert von 7,19 US-Dollar, nach 4,88 US-Dollar im Vorjahr. Wir sehen daher, dass Netflix sein Geschäftsmodell zu einem immer profitablen Wachstum führt. Im Fachjargon: Das Geschäft skaliert derzeit und sorgt dafür, dass auch der Aktienkurs immer weiter klettert.
Ein paar Zahlen noch zur Vervollständigung des operativen Bildes: Netflix ist mit einem freien Cashflow von 2,26 Mrd. US-Dollar ebenfalls in den schwarzen Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht das sogar einer Verdopplung. Die steigende operative Marge von derzeit 34,1 % signalisiert ein hochprofitables Geschäft, dessen Marge noch weiter zunehmen dürfte. Im Vorjahr lag der Wert schließlich noch bei 27,2 %. Eine hervorragende Entwicklung, die das profitable Wachstum stützt. Den zunehmenden freien Cashflow nutzt das Management, um eigene Aktien zu kaufen und einzuziehen. Allein im zweiten Quartal flossen 1,6 Mrd. US-Dollar in den Rückkauf von 1,5 Mio. Aktien. Das wiederum katalysiert leicht das Gewinnwachstum je Aktie.
Die Treiber hinter den Zahlen
Nun zu dem eigentlich Wichtigen: Das Management von Netflix weist auf ein gutes Momentum hin. Vor allem die dritte Staffel von Squid Game habe zu einer spürbaren Zunahme von Reaktivierungen geführt. In der zweiten Jahreshälfte rechnet man zum Serienfinale von Stranger Things mit einem ähnlichen Effekt. Auch deshalb dürfte das Wachstum weitergehen. Für das dritte Quartal ist beispielsweise ein Umsatz in Höhe von 11,5 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Bei den unserer Ansicht nach eher konservativ angegebenen Nettoergebnissen kalkuliert Netflix mit 2,97 Mrd. US-Dollar. Das könnte womöglich übertroffen werden.
Der Wermutstropfen ist jedoch: Mit dem Serienfinale von Stranger Things und Squid Game verliert Netflix diese beiden Zugpferde. Es gilt, weitere Hit-Serien zu kreieren, um das Warten auch zukünftig aktiv zu belohnen. 2025 ist daher ein außergewöhnlich starkes Content-Jahr. Wir werden sehen, welche Ankündigungen für das Jahr 2026 kommen.
Bei der Monetarisierung setzt Netflix stärker auf Werbung. Oder, konkret: mehr Werbung. Ziel sei es, die Werbeanzeigen im Jahre 2025 zu verdoppeln. Das wiederum kann zwei positive Effekte haben: Entweder höhere Betrachterzahlen, die mehr Spielraum zur Monetarisierung bieten. Oder ein höheres Upsell-Potenzial in vollwertige Mitgliedschaften. Leider teilt Netflix nicht mehr, wie sich die Nutzerzahlen insgesamt entwickeln.
Rein bilanziell ist Netflix mit über 12 Mrd. US-Dollar an Liquidität gut ausgestattet. Jetzt gilt es, das Wachstum zu halten und insbesondere die ambitionierte Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 40 zu rechtfertigen.
Chancen und Risiken bei Netflix
Die größte Chance: Netflix sollte das Ökosystem der Unterhaltungsindustrie mit einem klaren Fokus auf TV-Streaming sein. Perspektivisch könnten noch Gaming und andere Bereiche dazukommen. Wachstumsmöglichkeiten sind weiterhin vorhanden, insbesondere in Europa, Asien und Lateinamerika. Zudem wächst Netflix mittlerweile profitabel. Steigende Ergebnisse und wachsende freie Cashflows könnten konsequent zu einer Neubewertung der Aktie führen. Netflix zeigt derzeit eine Wachstumsbeschleunigung aufgrund des Aufbrechens des Account-Sharings. Das kann ein Katalysator sein, der mittelfristig deutliches Wachstum bringt.
Das größte Risiko: Der Streaming-Markt fragmentiert sich zunehmend. Walt Disney hat mit Disney+ mittlerweile ein eigenes Angebot herausgebracht und die Lizenzierung des Contents an Netflix eingestellt. Auch Paramount+ zeigt als neuerer Streaming-Dienst, dass die Fragmentierung und die Konkurrenz zunehmend zunimmt. Gleichzeitig muss Netflix in eigenen Content investieren, um up-to-date zu bleiben und die Mitglieder zu halten. Das funktioniert, belastet jedoch aufgrund hoher Investitionen die Profitabilität. Einige Studios können hingegen auf bereits gereifte Franchises zurückgreifen, was ein Vorteil ist. Netflix muss mit Trial-and-Error Erfolgsformate wie Stranger Things hervorbringen.
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