Evotec-Aktie: Das Management hat erneut zu viel versprochen
Ergebnis geht vor Umsatz – das wissen alle langfristigen Investoren. Dennoch ist es ärgerlich, dass Evotec (WKN: 566480) es nicht schafft, mit der Erfüllung der Ziele weiteres Vertrauen zurückzugewinnen. Glücklicherweise geht es hier “nur” um den Umsatz, denn dieser soll laut der neuen Jahresprognose mit 760 bis 800 Mio. Euro hinter den vorherigen Erwartungen von 840 bis 880 Mio. Euro zurückbleiben.
Neue Evotec-Prognose: Die Details
Die neue Strategie für nachhaltiges und profitables Wachstum führt zu einem veränderten Umsatzmix. Hinzu kommt ein schwieriges Umfeld im Shared-R&D-Segment, weswegen die Umsatzprognose nicht erreicht werden kann. Die margenstarken Technologie-Lizenzeinnahmen werden sich jedoch voraussichtlich stärker als erwartet entwickeln, weshalb die Prognose für das bereinigte Konzern-EBITDA im Rahmen der Erwartungen bleibt und bestätigt wird. Nach 22,6 Mio. Euro im vergangenen Jahr möchte man nun 30 bis 50 Mio. Euro erzielen.
Evotec möchte als skalierbarer Technologie- und Serviceanbieter überzeugen. Dazu gehört auch die Umstellung auf ein Modell mit geringeren Investitionskosten, was wir als langfristige Investoren begrüßen. Auch der langfristige Ausblick bleibt intakt. Evotec möchte eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Konzernumsatzerlöse zwischen 2024 und 2028 von 8 bis 12 % sowie eine erwartete Konzern-EBITDA-Marge von mehr als 20 % bis 2028 (dieses Jahr werden laut neuer Prognose zwischen 3,8 % und 6,6 % erwartet) anstreben.
Der langfristige Blick
Grundsätzlich mögen wir das Unternehmen und die Aktie von Eovtec. Wir sehen Chancen, die sich aus der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Entwicklung von Medikamenten ergeben. Neue Kooperationen in der Medikamentenentwicklung aufgrund des gestiegenen Zinsumfelds und des erschwerten Zugangs zu Kapital für forschende Unternehmen sind ein weiterer Katalysator. Potenzial bieten auch neue Partnerschaftsvereinbarungen zur Stärkung biotechnologischer Innovationen in einer „Shared Economy“ für F&E, z.B. mit LabCentral, BioLabs und MBC BioLabs.
Aktuell befindet sich die Wirkstoffentwicklung aufgrund des schwierigen Marktumfelds immer noch im Rückwärtsgang. Die Branche kämpft immer noch mit dem Zinsanstieg: Dieser spielt eine Rolle, weil eine Medikamentenentwicklung für eine seltene Krankheit lange dauert und bei einem hohen Zinssatz nur einen geringen Barwert hat. Insbesondere der wichtige Markt USA hat weiterhin hohe Zinsen.
Hinzu kommen der steigende Kostendruck in den weltweiten Gesundheitssystemen und die unsichere Wirtschaftslage, aufgrund derer die Budgets kleiner geworden sind. Einige Pharmaunternehmen befinden sich in einer temporären Umstrukturierung und nur ausgewählte Biotechunternehmen erhalten eine ausreichende Finanzierung.
Evotec geizt dennoch nicht mit den langfristigen Zielen, wie wir bereits gesehen haben. Mit einer Bewertung von knapp 1,5-fachen Umsatz ist Evotec deutlich attraktiver als der Durchschnitt der letzten 10 Jahre mit 6,6. Dennoch muss Evotec erst einmal liefern, was sie versprechen.
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