Exklusiv: „Break-Even von 180 Mio. Euro“ – Basler-COO Hardy Mehl im Interview

Zwei Linsen der Firma Basler mit dem Namen ace2 Basic
Foto: Basler AG

Die Aktie des Kameraproduzenten Basler (WKN: 510200) hat sich von ihren Tiefstständen aus dem November bei 5,20 Euro sehr gut erholt und notierte Anfang Juli sogar über 14 Euro. Für uns stellt sich daher die Frage, ob die aktuellen Kurse um 11,50 Euro ein guter Zeitpunkt zum Ausstieg aus der Basler-Aktie sind oder ob das Unternehmen noch Potenzial hat. Unser Chefanalyst Florian und unser für Basler zuständige Analyst Peter haben sich daher mit dem COO und stellvertretenden CEO von Basler, Hardy Mehl, getroffen, um mehr über die langfristigen Aussichten der Ahrensburger zu erfahren.

Basler-Aktie: Kurse von über 50 Euro

Ausgangspunkt der Probleme, die Basler seit 2023 hat, war die Coronapandemie, die bei Basler zu einer Sonderkonjunktur führte und den Umsatz sprunghaft ansteigen ließ. Dies wiederum führte zu einem Wachstum in der Organisationsstruktur, das dann zum Problem wurde, als die Konjunktur schwächelte und die Umsätze zurückgingen. Die Folge waren die Verluste in den Jahren 2023 und 2024 und natürlich auch der Einbruch des Aktienkurses von über 50 Euro bis auf gute 5 Euro.

Basler hat darauf im letzten Jahr mit einem Sparprogramm reagiert und somit den Break-Even, also den Umsatz, ab dem Basler einen Gewinn erzielt, auf 180 Mio. Euro gesenkt. Ob der Umsatz dann 200, 220 oder 250 Mio. Euro beträgt, ist egal, da mit Ausnahme des Materialeinsatzes die Kosten in allen Fällen fast konstant bleiben – von jedem zusätzlichen Euro Umsatz bleiben dann 60 Cent als zusätzlicher Gewinn für Investoren der Basler-Aktie übrig. Das ist ein kräftiger Hebel, der im Falle des Anspringens der Konjunktur schöne Gewinne ermöglicht. Gesehen haben wir das schon im ersten Quartal 2025, als sich der Verlust aus dem Vorjahr mit einem um 37 % höheren Umsatz in einen Gewinn drehte.

Aktienwelt360 Aktienkompass

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Benchmark

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Apropos Konjunktur: Die Nachfrage nach Investitionsgütern ist weltweit weiterhin schwach. Lediglich die Logistikautomation und Halbleiter, die etwas mit künstlicher Intelligenz zu tun haben, boomen. Dennoch hält Basler am Langfristausblick einer Vorsteuermarge von 12 % fest.

Basler und der Zollkrieg: So ist die Lage

Vom Zoll-Thema sieht sich Basler zunächst nicht betroffen. Da es keine US-Anbieter gebe, die die gleichen Märkte wie Basler bedienen, werde man Zölle weitergeben können. Langfristig habe die Zoll-Medaille zwei Seiten: Wenn Zölle die Nachfrage nach Investitionsgütern drücken, würde auch Basler darunter leiden. Andererseits benötigt eine Welt, die von Handelsbarrieren und geopolitischen Problemen geprägt ist, mehr Produktionskapazitäten – das würde Basler zugutekommen und die Nachfrage nach Kamera-Lösungen antreiben.

Vorstand Mehl, der im laufenden Jahr schon seine Basler-Aktienposition ausgebaut hat, erwartet sogar eine Steigerung der Marktanteile im hart umkämpften chinesischen Markt im Jahr 2025. Das wäre ein sehr gutes Zeichen. In anderen Märkten arbeitet Basler direkt mit den Kunden bei der Entwicklung der Produkte zusammen. Dadurch entsteht eine Eintrittsbarriere für neue Konkurrenz, da eine funktionierende Lösung selten zum Austausch der Komponenten führt. Der Aufwand ist zu groß. So können über einen Zeitraum von 4 bis 10 Jahren stabile Cashflows entstehen, wenn die Konjunktur normal läuft. Was in den letzten zwei Jahren nicht der Fall war.

Insgesamt haben wir einen positiven Eindruck vom Unternehmen gewonnen. Die Ahrensburger haben mit den Kostensenkungen ihre Hausaufgaben gemacht. Nun fehlt noch ein Anspringen der Konjunktur, das sich dann auch in den Ergebnissen für die Basler-Aktie bemerkbar machen würde. Die angespannte weltwirtschaftliche Lage ist derzeit für so einige Aktien ein Bremsklotz, der aber auch die Aktienbewertungen senkt.

Wir behalten unsere Kaufempfehlung der Basler-Aktie bei und sind auf die Zahlen der nächsten Quartale gespannt. Als größte Chance sehen wir die Umsetzung der Strategie, vom reinen Kamera-Hersteller hin zu einem Vollsortimenter inklusive Software zu werden. So könnte man stark vom dahinterliegenden Megatrend hin zu mehr Vision-Anwendungen für mehr Automatisierung in der Industrie profitieren.

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