Warren Buffett schreibt Aktie von Kraft Heinz mit 5,95 % Dividende ab!
Ja, Warren Buffett hat Kraft Heinz (WKN: A14TU4) abgeschrieben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn im letzten Quartal kürzte der Starinvestor den Wert seiner Beteiligung um 3,76 Mrd. US-Dollar. Da er per Ende März noch mit etwas mehr als 8 Mrd. US-Dollar in den US-amerikanischen Lebensmittelkonzern investiert gewesen ist, erscheint der Schritt recht wesentlich.
Die Begründung für diese bilanzielle Abschreibung ist jedoch wichtig. Denn Warren Buffett sah bei Kraft Heinz und der Zusammenlegung von Kraft und Heinz Ketchup bei der Gründung größere Synergien. Sie sind eben nicht eingetreten. Im Nachhinein können wir durchaus sagen, dass der Starinvestor für das zusammengewürfelte Konglomerat einen zu hohen Preis gezahlt hat. Die Quittung erhält er jetzt mit den Abschreibungen.
Aber Kraft Heinz bleibt im Portfolio des Starinvestors. Was bedeutet das im Endeffekt für die Aktie? Ist sie jetzt kein Kauf mehr? Oder mit einer Dividendenrendite von 5,95 % gerade jetzt attraktiv? Schauen wir mal unter die Haube dieser nicht ganz glücklichen Beteiligung. Warren Buffett wird ja wohl irgendetwas gesehen haben.
Kraft Heinz: Warren Buffett verliert nicht die Zuversicht, stockt aber auch nicht auf!
Sich jetzt auf Warren Buffett zu stützen, ist bei Kraft Heinz womöglich das falsche Signal. Ich weiß nicht, wie gut du dich im Bereich des Beteiligungsrechts und der Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer auskennst. Aber der Schritt der Abschreibungen dürfte wohl vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Werthaltigkeit der Investition angezweifelt wird. Hierauf hat der Starinvestor wenig Einfluss. Es ist ein steuerrechtlicher Prozess, der früher oder später bei ausbleibenden Erfolgen sein muss.
Das heißt: Es hat sich eigentlich nichts verändert. Und auch das im wahrsten Sinne des Wortes. Warren Buffett hat rein bilanziell den Wert seines Investments um 3,76 Mrd. US-Dollar reduziert. Wohl auch, weil es derzeit kaum Wachstum gibt. Sie besagten Synergien ausbleiben. Der Aktienkurs seit Jahren eher eine Hängepartie ist. Er hält noch immer seine Aktien. Bezeichnend ist aber auch, dass das Orakel von Omaha trotz der günstigeren Bewertungen nicht wieder zugekauft hat.
Kraft Heinz verkümmert allmählich zu einer Position, die kaum mehr Gewicht besitzt. Das Investment von ca. 8 Mrd. US-Dollar stand bereits per Ende März lediglich noch für knapp unter 3 % aller börsennotierten Beteiligungen ein. Der Cash-Anteil von mehr als 340 Mrd. US-Dollar ist bei der Betrachtung nicht einmal mehr dabei. Das bedeutet, dass diese Position unwesentlich ist. Aber eben auch, dass Warren Buffett derzeit nicht bereit ist, mehr zu investieren. Trotz der günstigen Bewertung.
Apropos, günstige Bewertung!
Wo wir gerade bei der günstigen Bewertung sind: Das ist definitiv ein anderer Punkt, den wir bei Kraft Heinz berücksichtigen sollten. Die 5,95 % Dividendenrendite deuten bereits darauf hin. Aber auch ein Gewinn je Aktie von 2,27 US-Dollar bedeutet derzeit gerade einmal ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 11,8. Das ist günstig. Wir sind hier klar im Value- und Contrarian-Bereich.
Positiv: Die Dividende von Kraft Heinz ist gedeckt. Seit einiger Zeit zahlt der US-Lebensmittelkonzern 0,40 US-Dollar pro Quartal aus. Mit einem Ausschüttungsverhältnis von ca. 70,5 % bleibt sogar noch Spielraum übrig. Beispielsweise, um Schulden zu tilgen. Oder um einfach Spielraum bei der Dividende zu haben.
Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch ein gemischtes Bild. Kraft Heinz musste in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2025 einen Rückgang des Umsatzes um 5,2 % auf 9,2 Mrd. US-Dollar hinnehmen. Das Ergebnis je Aktie sank bereinigt um 10,9 % auf 1,31 US-Dollar. Das zeigt, dass Kraft Heinz kein starker Lebensmittelkonzern ist. Um fair zu sein: Welcher Lebensmittelkonzern kann das im Moment von sich behaupten? PepsiCo nicht. General Mills nicht. Hormel Foods nicht. Und über dem Teich auch Nestlé nicht. Der Markt ist daher nicht einfach. Ich würde die aktuellen Zahlen, auch wenn sie nicht positiv sind, daher nicht überbewerten.
Mein Fazit: Ich würde die Warren-Buffett-Aktie Kraft Heinz nicht abschreiben!
Um Warren Buffett daher noch einmal in Schutz zu nehmen: Er hat Kraft Heinz nicht mutwillig abgeschrieben. Aber um zurück zum Thema zu kommen, ich würde das derzeit jedenfalls nicht tun. Die Bewertung ist sehr günstig, die Dividende noch immer nachhaltig und es besteht durchaus die Möglichkeit eines Turnarounds. Qualität zu einem fairen Preis gesucht? Kraft Heinz verdient vielleicht noch einen zweiten Blick von dir.
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Vincent besitzt Aktien von General Mills, Hormel Foods, Nestlé und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.
