Die Henkel-Aktie zeigt im ersten Halbjahr Margen auf hohem Niveau
Henkel (WKN: 604840) hat im ersten Halbjahr 2025 seine Profitabilität deutlich verbessert, obwohl das organische Umsatzwachstum erst im zweiten Quartal an Fahrt aufgenommen hat. Der Konzernumsatz lag mit 10,4 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau (organisch -0,1 %), im zweiten Quartal jedoch bereits bei +0,9 % organisch. Entscheidend ist die Ertragsseite: Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 1,61 Mrd. Euro, und die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich um 60 Basispunkte auf 15,5 %. Das bereinigte Ergebnis je Henkel-Aktie (Vorzüge) legte um 5 % auf 2,81 Euro zu.
Die Zahlen zeigen: Henkel wächst wieder organisch und steigert zugleich seine Ertragskraft.
Der Segmentblick auf die Henkel-Aktie
Das Segment Adhesive Technologies ist der zentrale Ertragsanker. Organisch lag das Wachstum im ersten Halbjahr bei 1,2 %, in Mobilität & Elektronik bei 2,8 %. Während die Automobilnachfrage schwächelte, legten Elektronik und Industrie stark zu. Die bereinigte EBIT-Marge kletterte leicht auf 17,2 %, unterstützt durch einen vorteilhaften Geschäfts-Mix. Besonders sichtbar wird Henkels Innovationskraft im Metallverpackungsgeschäft. Ein neuartiger, niedrig schäumender Dosenreiniger mit niedrigeren Prozesstemperaturen senkt den Energieeinsatz und den Wasserverbrauch (bis zu 25 % weniger) – und verschafft Henkel Wettbewerbsvorteile in einem volumenstarken Standardmarkt. Aus unserer Sicht ist das ein Paradebeispiel dafür, wie Effizienz- und Nachhaltigkeitsinnovationen direkt in Wachstum und Margen einzahlen.
Im Unternehmensbereich Consumer Brands war das erste Halbjahr noch rückläufig (organisch -1,6 %), aber die Trendwende ist sichtbar: Im zweiten Quartal erreichte das Geschäft wieder +0,4 % organisch. Die Untersegmente liefen unterschiedlich: Hair kam auf +0,9 % – getrieben von Colorationen und Styling –, während Laundry & Home Care (-2,6 %) und weitere Konsumentengeschäfte, insbesondere Körperpflege (-4,2 %), unter der gedämpften Konsumstimmung in Nordamerika und Europa litten. Wichtig: Trotz des noch niedrigen Wachstums hat sich die bereinigte EBIT-Marge von Consumer Brands deutlich von 14,3 % auf 15,3 % verbessert.
Regional sehen wir ein gemischtes Bild, das aber ebenfalls in Richtung Stabilisierung zeigt. Europa (-1,9 % organisch) und Nordamerika (-3,4 %) waren im ersten Halbjahr schwach, wobei sich im zweiten Quartal die Dynamik verbesserte. Asien/Pazifik legte um 3,4 % zu, getragen auch von einer starken Entwicklung im Elektronikgeschäft in China. In IMEA (Indien, Naher Osten, Afrika) gelang ein kräftiges Plus von 9,1 %, Lateinamerika kam auf 0,4 %. Die Botschaft dahinter: Die Emerging Markets stützen den Konzern, während die Kernmärkte auf eine bessere zweite Jahreshälfte zusteuern – ein Szenario, das sich bereits in den Monaten Mai, Juni und Juli mit durchgängig positivem organischen Wachstum in beiden Unternehmensbereichen andeutet.
Bruttomarge als Qualitätsindikator
Eine Kennzahl, die wir besonders beobachten, ist die Bruttomarge. Sie beschreibt den Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Herstellungskosten übrig bleibt, bevor Marketing, Vertrieb, Verwaltung und Forschung abgehen. Henkel hat hier in kurzer Zeit einen Qualitätssprung hingelegt: Die Bruttomarge lag im ersten Halbjahr 2025 bei rund 51 % und damit deutlich über früheren Niveaus. Der Treiber ist ein Dreiklang aus besserem Mix (mehr margenstarke Produkte), konsequentem Portfoliomanagement (Ausstieg aus margenschwachen Aktivitäten, etwa die Veräußerung von Handelsmarken in Nordamerika) und Effizienz in Einkauf und Produktion.
Der operative Cashflow lag im jüngsten Quartal bei 335,5 Mio. Euro gegenüber 1,03 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Hauptbelastung war das Nettoumlaufvermögen (Working Capital), also der im Betrieb gebundene Bestand an Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Veränderung schlug mit –419,50 Mio. Euro zu Buche. Entsprechend fiel der Free Cashflow im Quartal auf 173 Mio. Euro, die Free-Cashflow-Marge lag bei 3,3 % (vorher 16,0 %). Wichtig ist die Einordnung: Höhere Lagerbestände und Sicherheitsbestände erhöhen zwar kurzfristig die Kapitalbindung, verbessern aber die Lieferfähigkeit nach den im ersten Quartal aufgetretenen Lieferkettenproblemen, die inzwischen behoben sind. Zugleich hält Henkel die Investitionen (Capex) mit 162,50 Mio. Euro auf konstantem Niveau – genug, um Effizienz und Innovation zu finanzieren, ohne die Bilanz zu strapazieren.
Konkrete Henkel-Produkte, die bereits Wirkung zeigen
Schwarzkopf als Masterbrand legte im zweiten Quartal im mittleren einstelligen Bereich zu. Gliss profitierte von der Linie „Full Hair Wonder“, wie das Management im Call mit den Analysten darlegte.
Für das zweite Halbjahr kündigte man weitere Innovationen an, unter anderem Persil Giant Discs für große Wäschemengen, die Sublimic Timetic-Linie von Shiseido in Asien sowie eine geografische Ausweitung von Perwoll. Das deckt die Spannweite von Massen- über Premium- bis Luxussegmente ab – ein wichtiger Hebel gegen Konsumflauten.
Der Ausblick für 2025
Das Management hat die Prognose für 2025 präzisiert. Erwartet werden 1 bis 2 % organisches Umsatzwachstum auf Konzernebene, 2,0 bis 3,0 % bei Adhesive Technologies und 0,5 bis 1,5 % bei Consumer Brands.
Bei der Profitabilität steht eine bereinigte EBIT-Marge von 14,5 bis 15,5 % im Plan – die Untergrenze wurde angehoben. Beim bereinigten Ergebnis pro Henkel-Aktie rechnet das Management bei konstanten Wechselkursen mit einem Anstieg im niedrigen bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Unser Fazit zur Henkel-Aktie
Henkel hat im Halbjahr 2025 gezeigt, dass es selbst in einem schwachen Konsumumfeld die richtigen Stellschrauben bedient: Margensteigerung durch Innovation, Effizienz und Fokussierung auf margenstarke Segmente. Die konsequente Ausrichtung auf globale Megatrends in Adhesive Technologies, die Premiumisierung im Haarpflegegeschäft sowie eine prall gefüllte Innovationspipeline für das zweite Halbjahr sprechen für weiter steigende Erträge.
Auch wenn geopolitische Risiken, Währungsvolatilität und eine zähe Konsumstimmung in Europa und Nordamerika kurzfristig auf die Umsätze drücken, bleibt das Unternehmen operativ stark. Wir halten daher an unserer positiven Einschätzung zur Henkel-Aktie fest.
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