Die 1-Billion-Dollar-Chance der Amazon-Aktie

Amazon (WKN: 906866) treibt die Symbiose von Handel und künstlicher Intelligenz rasant voran. Mehr als 350 Millionen Kunden nutzen Alexa for Shopping, um Produkte zu vergleichen und automatisiert zu kaufen. Gleichzeitig festigt der Konzern seine Stellung im E-Commerce mit extrem hohen Liefergeschwindigkeiten, dem Billigangebot „Amazon Haul“ und Same-Day-Lieferungen für frische Lebensmittel in über 2.300 US-Städten. Dank dieser beeindruckenden Marktposition kann das Unternehmen immer weiter wachsen und die Amazon-Aktie neue Hochs erklimmen.
Amazon-Aktie: Die Q2-Zahlen im Überblick
Der Gesamtumsatz kletterte im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz in Nordamerika stieg im Jahresvergleich um 16 % auf 116,2 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis belief sich auf 9,1 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 7,5 Mrd. US-Dollar), was einer operativen Marge von 7,9 % entspricht.
Die Verlegung des Prime Day komplett in das zweite Quartal lieferte einen starken Rückenwind für das Handelsvolumen. Zudem hat sich Amazon als zweitgrößter Lebensmittelhändler der USA etabliert. Insbesondere das Angebot an frischen Lebensmitteln (Perishables) mit Same-Day-Lieferung verzeichnete seit Jahresbeginn einen Zuwachs von über 50 % bei den monatlich aktiven Kunden.
Das internationale Segment umfasst das Handels- und Subskriptionsgeschäft außerhalb Nordamerikas. Der Nettoumsatz wuchs währungsbereinigt um 15 % auf 42,2 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis stieg leicht auf 1,7 Mrd. US-Dollar (im Vorjahr waren es 1,5 Mrd. US-Dollar), was einer operativen Marge von 4,1 % entspricht. Im Vergleich zum nordamerikanischen Geschäft bleibt die Marge strukturell niedriger, da Amazon in vielen internationalen Märkten weiterhin massiv in den Aufbau von Logistikinfrastruktur, Same-Day-Netzwerken und lokalen Inhalten investiert. Zur weiteren Automatisierung testet Amazon bereits die nächste Generation des KI-gesteuerten Sprach-Logistikroboters Proteus, der schwere Lasten von bis zu 600 kg eigenständig transportiert.
AWS ist ein Riesen-Wachstumsmotor
AWS bildet das Cloud- und KI-Infrastrukturgeschäft von Amazon ab und ist und bleibt der mit Abstand wichtigste Profittreiber des Konzerns. Der Umsatz kletterte um 36,7 % auf 42,2 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht der schnellsten Wachstumsrate seit 18 Quartalen sowie einem hochgerechneten Jahresumsatz (Run Rate) von 169 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis stieg sprunghaft um 62,7 % auf 16,6 Mrd. US-Dollar.
Führende KI-Labore wie Anthropic und OpenAI schlossen mehrjährige Verträge für Amazons Trainium-Chips ab. Der Auftragsbestand stieg auf 496 Mrd. US-Dollar (dreistelliges Wachstum im Jahresvergleich). Die ausgewiesene operative Marge von 39,3 % beinhaltet einen Sondergewinn von ca. 600 Millionen US-Dollar aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten für langfristige Stromeinkaufsverträge. Bereinigt lag die Marge bei immer noch sehr starken 37,7 %. Hauptgründe für die hohe Grundprofitabilität sind das strikte Kostenmanagement, die verbesserte Serverauslastung und der verstärkte Einsatz kostengünstigerer eigener Hardware.
Unterm Strich steht ein starkes Gewinnwachstum je Amazon-Aktie
Die weltweite operative Marge stieg von 11,5 % auf 13,7 %. Der Gewinn je Amazon-Aktie (EPS) stieg extrem auf 5,75 US-Dollar (Vorjahr: 1,68 US-Dollar). In das Ergebnis flossen Vorsteuererträge von 53,4 Mrd. US-Dollar (hauptsächlich aus Neubewertungen der Anthropic-Beteiligung) sowie operative Erträge von 1,2 Mrd. US-Dollar aus Zollrückerstattungen und Derivategewinnen aus Energieverträgen ein. Der Free Cashflow (TTM) sank wegen gewaltiger Investitionen auf -7,6 Mrd. US-Dollar.
Amazons Burggraben basiert auf dem Kundenfokus und der Motivation, es den Kunden immer angenehmer (in puncto Preis und Service) zu machen. Dabei helfen die einzigartige Logistikinfrastruktur, die tiefe Verzahnung von Cloud- und KI-Daten sowie das riesige Prime-Ökosystem. Wesentliche Risiken liegen in den immensen Investitionssummen und den anhaltenden Hardware-Engpässen.
Das Kapital wird aggressiv in zukunftsträchtige Wachstumsmärkte umgeleitet. Amazon reinvestiert den operativen Cashflow (161,4 Mrd. US-Dollar TTM) nahezu vollständig in Rechenzentren, KI-Chips, Robotertechnologie und das Satelliten-Netzwerk. Die Bilanz bleibt trotz hoher Liquiditätsreserven und überschaubarer Verschuldung grundsolide.
AWS hat das Potenzial, sich langfristig zu einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar zu entwickeln. Weitere Zukunftssäulen sind das autonome Fahren (Zoox) und das Satelliten-Internet Project Leo.
So könnte es für die Amazon-Aktie weitergehen
Für das dritte Quartal 2026 erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 197,0 und 202,0 Mrd. US-Dollar (ein Wachstum von 9 bis 12 % im Jahresvergleich) und ein operatives Ergebnis von 22,5 bis 26,5 Mrd. US-Dollar. Die optische Verlangsamung des Umsatzwachstums erklärt sich vor allem durch die Verschiebung des Prime Day ins zweite Quartal (2025 lag er im dritten Quartal). Bereinigt um diesen Kalendereffekt läge das prognostizierte Wachstum etwa 400 Basispunkte höher. Zudem hat das Management die geplante Investitionssumme für 2026 von 200 Mrd. US-Dollar auf ca. 220 Mrd. US-Dollar erhöht.
Das normalisierte KGV der Amazon-Aktie liegt aktuell bei knapp 29. Amazon ist gut aufgestellt, um auch eine Wachstumsrate von 15 % p. a. zu halten. Damit liegt aktuell noch eine faire Bewertung vor.
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