3,5 Milliarden Gründe, die Palo Alto-Aktie zu kaufen

Ein Hacker tippt auf seiner Tastatur
Foto: Sora Shimazaki via Pexels

Der Cybersicherheits-Spezialist Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q) hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 ordentlich abgeliefert. Der Umsatz stieg um 16 % auf 2,54 Mrd. US-Dollar und der Gewinn je Palo Alto-Aktie erreichte 0,95 US-Dollar. Gleichzeitig meldete das Management die höchste Auftragsdynamik seit zweieinhalb Jahren und eine operative Marge von erstmals über 30 % im Quartal. Das sendet ein klares Signal: Wachstum und Effizienz gehen hier Hand in Hand.

Aber es gibt auch Schattenseiten: Der ausgewiesene Nettogewinn sank im Quartal von 357,7 Mio. US-Dollar auf 254 Mio. US-Dollar. Das wirkt auf den ersten Blick störend, erklärt sich aber durch Sondereffekte und die bekannt konservative Bilanzierung bei Hardware-Altbeständen. Entscheidend ist für uns, dass die wirtschaftliche Substanz stimmt: Der Free Cashflow lag im Gesamtjahr 2025 bei rund 3,50 Mrd. US-Dollar, was einer Marge von 38 % entspricht. Das ist erstklassig für ein hochskalierendes Software- und Plattformgeschäft.

Das Wachstum bei Palo Alto Networks: Was dahintersteckt

Damit Du die Qualität des Wachstums einschätzen kannst, schauen wir tiefer in die Struktur. Produktumsätze stiegen um 19 %, getrieben von Software-Faktoren wie virtuellen Firewalls. Services wuchsen um 15 %, Abos um 17 %, Support um 11 %. Bemerkenswert: Über die letzten zwölf Monate lag der Software-Anteil an den Produktumsätzen erstmals über 40 %. Das verschiebt die Profitabilität strukturell nach oben, weil Software höhere Bruttomargen ermöglicht als Hardware.

Der wichtigste Qualitätsindikator im Software-Universum ist die Stabilität wiederkehrender Umsätze. Palo Alto misst diese als ARR (Annual Recurring Revenue), also den hochgerechneten Jahresumsatz aus Abonnements und laufenden Verträgen. Im Kernsegment Next-Generation Security (NGS) – das umfasst moderne Cloud-, Netzwerk- und Security-Plattformen – kletterte der ARR auf 5,58 Mrd. US-Dollar, plus 32 % gegenüber dem Vorjahr.

Genauso wichtig ist die RPO (Remaining Performance Obligation). Das ist der noch nicht realisierte, vertraglich gesicherte Auftragsbestand über die kommenden Jahre. Er stieg auf 15,80 Mrd. US-Dollar, plus 24 %, und damit auf das höchste Wachstum seit sieben Quartalen. Der aktuelle RPO – also der Anteil, der in den nächsten zwölf Monaten realisiert wird – lag bei 7 Mrd. US-Dollar, plus 17 %.

Ein dritter Anker ist die Net Retention Rate. Sie misst, wie stark Bestandskunden ihre Ausgaben innerhalb eines Jahres ausweiten (Umsatz-Abgänge und Kündigungen eingerechnet). Bei den Plattformkunden lag sie im Quartal bei beeindruckenden 120 %, wie das Management in der Telefonkonferenz mit den Analysten verriet. Kunden bleiben, wachsen mit – und binden neues Budget an Palo Alto. Genau so möchten wir wiederkehrendes Wachstum sehen.

SASE, Software-Firewalls und der Wandel im Netzwerk

Der Herzschlag im klassischen Kerngeschäft – Netzwerksicherheit – hat sich in Richtung Software verschoben. SASE (Secure Access Service Edge) kombiniert Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen aus der Cloud, damit Nutzer und Standorte sicher und performant auf Anwendungen zugreifen können, egal von wo. Der SASE-ARR wuchs um 35 % und damit mehr als doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Palo Alto meldete über 6.300 SASE-Kunden und deckt inzwischen rund ein Drittel der Fortune-500-Unternehmen ab.

Bei Software-Firewalls – also virtuellen, cloud-nativen Firewalls, die in öffentlichen Clouds laufen – beansprucht Palo Alto einen Marktanteil nahe 50 % und ist mit allen großen Hyperscalern verbunden. Das ist wichtig, weil Unternehmen heute fast immer multi-cloud unterwegs sind. Und wer in mehreren Clouds konsistent schützen will, benötigt eine einheitliche Steuerungsebene.

Ein großer Teil des Zukunftsnarrativs spielt sich im SOC (Security Operations Center) ab. Traditionelle SIEM-Lösungen (Security Information and Event Management) sammeln Logs, definieren Regeln und erzeugen viele Alarme – oft zu viele. Palo Alto hat mit XSIAM eine KI-gestützte SOC-Plattform aufgebaut, die Signale korreliert, automatisch priorisiert und Reaktionen orchestriert. Mehr als 60 % der Kunden berichten inzwischen von MTTR-Werten (Mean Time to Respond) von unter zehn Minuten.

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Uns lässt aufhorchen, dass XSIAM das am schnellsten wachsende Produkt in der Firmengeschichte ist und im Schnitt über 1 Mio. US-Dollar ARR pro Kunde erzielt. Das spricht für hohe strategische Relevanz, tiefe Integration und geringe Austauschbarkeit. Je stärker XSIAM in die Security-Prozesse eines Konzerns eingebettet ist, desto größer die Wechselkosten – und desto verlässlicher wird der Umsatzstrom.

Künstliche Intelligenz: Vom Trend zur Pflicht

Die Zahlen aus dem Feld sind eindeutig: Laut Management stieg der GenAI (generative künstliche Intelligenz)-Traffic bei Kunden im Jahr 2024 um rund 890 %, sicherheitsrelevante Vorfälle im Zusammenhang mit KI verdoppelten sich. Sobald Entwickler, Fachabteilungen und externe Partner KI in größerem Stil einsetzen, entsteht eine neue, komplexe Angriffsoberfläche. Palo Altos Antwort darauf heißt Prisma AIRS – eine Plattform, die den gesamten KI-Lebenszyklus absichert: von der Entwicklung über die Tests bis zum produktiven Einsatz, inklusive Daten-, Modell- und Zugriffskontrollen.

Ergänzend dazu entwickelt sich der sichere Browser zur künftigen Schaltstelle. Im vierten Quartal verkaufte Palo Alto über 3 Mio. Lizenzen seines Prisma-Access-Browsers, die installierte Basis verdoppelte sich sequenziell auf über 6 Mio. Sitze. Hintergrund ist der Trend zu „Agenten“ im Browser, die Aufgaben automatisiert ausführen. Für Unternehmen ist es entscheidend, diese Bots unter Kontrolle zu bringen, sonst drohen Datenabflüsse über die vermeintlich harmlose Anwendung am Arbeitsplatz: den Browser.

Palo Alto-Aktie: Die Übernahme von CyberArk

Der größte strategische Schritt ist die geplante Übernahme von CyberArk für rund 25 Mrd. US-Dollar. Pro Aktie sind 45 US-Dollar in bar plus 2,2 Palo Alto-Aktien vorgesehen. CyberArk ist führend in PAM (Privileged Access Management), also in der Verwaltung und Absicherung privilegierter Konten und Anmeldeinformationen.

Wir sehen hier drei Bausteine für Wertschöpfung. Erstens erweitert Palo Alto seine Plattform um Identitätssicherheit und kann segmentübergreifende Use Cases abdecken, etwa die Korrelation von Netzwerk-, Cloud- und Identitätssignalen in XSIAM. Zweitens erlaubt die größere Reichweite – Palo Alto zählt etwa 75.000 Kunden – eine schnellere Durchdringung für CyberArk-Produkte. Drittens stärkt ein integrierter Identitäts-Layer die Abwehrfähigkeit in KI-Workflows, in denen Agenten in Echtzeit Berechtigungen anfragen und Aktionen ausführen.

Palo Alto lieferte im Gesamtjahr 2025 einen Free Cashflow von etwa 3,50 Mrd. US-Dollar und eine Marge von 38 %. Das Management peilt für 2026 erneut 38 % bis 39 % an. Ein Treiber ist der operative Hebel: Seit 2022 stieg die operative Marge um fast 1.000 Basispunkte, weil Vertrieb, Entwicklung und Verwaltung effizienter über die Plattform skaliert werden. Hinzu kommt die Verlagerung auf jährliche Zahlungszyklen bei Großkunden. Das glättet die Liquiditätsströme über die Zeit.

Der Ausblick für die Palo Alto-Aktie

Für 2026 erwartet das Management Produkt-Bruttomargen in der hohen 70er- bis niedrigen 80er-Spanne, Services bleiben stabil im mittleren 70er-Bereich. Die Bilanz wurde durch die Fälligkeit der 2025er-Wandelanleihe gestärkt; die Schulden sanken im vierten Quartal um 383 Mio. US-Dollar. Eine verbleibende Ermächtigung zum Rückkauf von Palo Alto-Aktien über 1,0 Mrd. US-Dollar bis Dezember 2025 bietet Flexibilität.

Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management Umsätze von 2,45 Mrd. US-Dollar bis 2,47 Mrd. US-Dollar, was rund 15 % Wachstum entspricht. Auf Jahressicht plant man mit 10,47 Mrd. US-Dollar bis 10,53 Mrd. US-Dollar Umsatz, einer operativen Marge von 29,2 % bis 29,7 % und einer Free-Cashflow-Marge von 38 % bis 39 %. Die Top-Treiber bleiben SASE, XSIAM und die KI-Sicherheitsplattform AIRS. Saisonale Effekte sorgen bei der Palo Alto-Aktie traditionell für eine zweite Jahreshälfte mit höherem Gewicht.

Der Mix verschiebt sich weiter in Richtung Software, was Produktumsätze in den niedrigen Zehnerprozenten wachsen lassen dürfte. Parallel dazu könnten Services und Abos solide zulegen, getragen von hoher Vertragsdurchdringung bei Plattformkunden und Upsells in Richtung KI-Funktionalität.

Unser Fazit zur Palo Alto-Aktie

Palo Alto Networks hat auch 2025 eindrucksvoll gezeigt, dass das Unternehmen mehr ist als ein klassischer Security-Anbieter. Mit zweistelligen Wachstumsraten, über 10 Mrd. US-Dollar Umsatz, einer Free-Cashflow-Marge von fast 40 % und einer klaren Innovationsstrategie bleibt der Konzern ein starker Player in der Branche.

Die Plattformisierung bindet Kunden langfristig, steigert die Umsätze pro Kunde und senkt die Abwanderungsquote. Neue Produkte wie Prisma AIRS und XSIAM greifen aktuelle Megatrends wie KI-Sicherheit auf und schaffen neue Milliardenmärkte. Die geplante Übernahme von CyberArk stärkt zusätzlich die strategische Position im Bereich Identity Security – einem Segment, das in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird. Insgesamt bleiben wir trotz der optisch hohen Bewertung Fans der Palo Alto-Aktie, da wir langfristig von einer Vervielfachung des Geschäftsvolumens ausgehen.

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