Dein Tagesgeld mit Aktien: Chancen, Möglichkeiten, Unstimmigkeiten

Ein himmlisches Angebot: Viele Prozent % auf alles
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

Aktien eignen sich nur bedingt als Ersatz für Tagesgeld. Wir könnten darüber einen ganzen Aufsatz schreiben, wo die Unterschiede und potenzielle Gemeinsamkeiten liegen. Oder wir lassen es einfach dabei und beschränken uns darauf, dass Aktien risiko- und dafür chancenreicher sind. Tagesgeld bildet hingegen eine sehr sichere und vertragliche Form der Rendite.

Dennoch sind Aktien in sich nicht immer gleich. Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen Dividendenaktien und Wachstumsaktien. Diese unterschiedlichen Chancen eröffnen es uns als Investoren, auf der sicheren Seite und im Kreise der ausschüttenden Wertpapiere auf Namen mit Qualität und beständigen Historien zu setzen.

Wer dann noch auf einen bunten Korb setzt und idealerweise zehn Jahre Zeit besitzt, damit die täglichen Aufs und Abs ihren Schrecken verlieren, der kann mit Aktien Tagesgeld ersetzen. Sehen wir uns die Chancen, Möglichkeiten und bestehenden Unstimmigkeiten daher etwas intensiver an.

Aktien: Wer Zeit mitbringt, erhält etwas Besseres als Tagesgeld!

Der Deal beim klassischen Tagesgeld ist eigentlich relativ klar: Du unterschreibst bei einer Bank und sicherst dir für einige Monate einen Aktionszins von beispielsweise 2,75 %. Das gilt dann für ein paar Monate, ehe der Zinssatz auf das ansonsten übliche Niveau von 1,0 % bis ca. 1,8 % fällt. Soweit zu den Basics in der aktuellen Ausgangslage. Der Stand mag in einem Jahr bereits wieder veraltet sein.

Aktien sind in dieser Hinsicht besser. Als Investoren können wir uns teilweise Dividendenrenditen von 3 % bis 5 % pro Jahr sichern. Das gilt dann nicht nur wenige Monate. Sondern, wenn das Unternehmen beständig ausschüttet, über viele Jahre und Jahrzehnte. Aus dem deutschen Raum hat beispielsweise die Münchener Rück seit dem Jahre 1969 die eigene Dividende nicht ein einziges Mal gekürzt. Wer damals investiert hat, sicherte sich die damaligen Konditionen daher mindestens für heute. Ohne einen Wechsel. Ohne den Kauf einer neuen Aktie. Das ist anders, als beim Tagesgeld, wo wir uns gute Konditionen immer neu sichern müssen und sowieso wenig Einfluss auf das Leitzinsniveau haben. Natürlich ist die Dividende nicht garantiert. Einige Aktien kürzen oder setzen einzelne Ausschüttungen aus. Wer aber auf Qualität achtet, bekommt bedeutend mehr Stabilität.

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Aber nicht nur Stabilität. Sondern in einigen Fällen auch Wachstum. Das ist etwas, das beim Tagesgeld nicht möglich ist, da sich die Konditionen nicht verändern. Die Aktie der Münchener Rück hat beispielsweise die Dividende je Aktie seit dem Jahre 2009 von 5,75 Euro auf 20,00 Euro mehr als ver-3,5-facht. Zeig mir ein Tagesgeldkonto, das das ermöglicht. Du wirst es nicht finden. Aber die Münchener Rück ist mit 3,65 % Dividendenrendite kein Einzelfall. Auch Aktien wie Coca-Cola erhöhen seit 60 Jahren die Dividende je Aktie pro Jahr, genauso wie PepsiCo (mehr als 50 Jahre). Viele andere defensive Aktien wie General Mills halten die eigene Ausschüttung mindestens über Jahrzehnte konstant.

Möglichkeiten: Verschiedene Intervalle

Der ein oder andere mag einwenden, dass Tagesgeld im Vergleich zu Aktien flexibler ist. Es gibt Anbieter, die schreiben einem die Zinsen monatlich gut. Andere vierteljährlich. Um fair zu sein: Dieses Maß an Flexibilität ist bei Aktien nicht gegeben. Es sollte auch nicht um die Zahlungsintervalle, sondern um die Unternehmen, deren Bewertung und dann die Dividenden gehen. Keine Frage: Das ist ein Unterschied.

Aber ganz musst du trotzdem keine Abstriche machen. Coca-Cola und die meisten US-Konzerne zahlen beispielsweise vierteljährlich ihre Dividenden aus. Es gibt sogar einige Aktien mit einer monatlichen Dividende. Dazu zählen zum Beispiel der seit über 50 Jahre zuverlässig ausschüttende Real Estate Investment Trust Realty Income. Oder sein Branchenkollege STAG Industrial. Bei Aktien ist daher eine Dividende pro Monat möglich, so wie teilweise beim Tagesgeld.

Ich möchte dich heute dennoch für eines sensibilisieren: Die Unterschiede beim Zahlungsintervall sind eigentlich nicht marginal. Man kann gegebenenfalls früher reinvestieren und den Zinseszinseffekt früher nutzen. Aber 3 % Zinsen und 3 % Dividende pro Jahr bleiben näherungsweise diese Rendite, egal welches Zahlungsintervall wir haben. Du solltest daher keine Entscheidung auf Grundlage solcher Feinheiten treffen.

Aktien und Tagesgeld: Unterschiedlich sicher!

Zu guter Letzt wollen wir außerdem noch einmal auf Unstimmigkeiten eingehen. Wie gesagt: Auch ich bestätige immer, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen Aktien und Tagesgeld gibt. Es sind einfach zwei verschiedene Assetklassen. Natürlich greift bei Aktien keine gesetzliche Einlagensicherung. Coca-Cola garantiert dir zum Beispiel nicht, dass du deinen Einsatz wiedererhältst. Das bedeutet ein gewisses Risiko. Nichtsdestotrotz bestehen auch beim Tagesgeld Risiken, wenn dein Geld ein Vermögen von 100.000 Euro überschreitet. Dann endet für Individualpersonen der gesetzliche Einlagenschutz.

Aktien besitzen hingegen eine etwas andere Sicherheit. Auch wenn sie alltäglich schwanken mögen, gelten sie bei deinem Broker als Sondervermögen. Selbst wenn die Bank oder der Broker pleitegehen, kannst du dich darauf verlassen, dass diese Vermögenswerte weiter dir gehören. Das definiere ich als eine Art Schutz, was deine Vermögensposition angeht. Nicht jedoch den Kurs, wie gesagt.

Letztlich ist es deine Entscheidung, ob du Aktien als Ersatz für Tagesgeld verwenden möchtest. Gerade jetzt sehe ich jedenfalls einen Markt, der so manche Dividendenaktie günstig zu bieten hat.

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola, General Mills, Münchener Rück, PepsiCo, Realty Income und STAG Industrial. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Münchener Rück, von PepsiCo und Realty Income.



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