Novo Nordisk vs. Eli Lilly: Warum der Gewinner im Adipositas-Markt lange nicht klar ist!

Ein Thermometer liegt auf einem Berg an Medikamenten, Arzneien und Pillen.
Foto: Pixabay via Pexels

Bei den Aktien von Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) und Eli Lilly (WKN: 858560) ist ein spannendes Rennen im Gange. Es ist womöglich das heißeste Wettrennen im Pharma-Markt. Denn es geht um nicht weniger als 100 Mrd. US-Dollar Umsatz pro Jahr, die bestmöglich eingesammelt werden wollen.

Novo Nordisk ist derzeit mit Wegovy, Ozempic und CagriSema im Rennen. Eli Lilly hingegen mit Zepbound und Mounjaro. Derzeit scheint es so, als läge der US-Pharmakonzern vorne. Man mag mir aufgrund meiner Investition in die Dänen unterstellen, dass ich eine leichte Bias habe. Zudem habe ich die These aufgestellt, dass der Adipositas-Markt kein Winner-Takes-It-All-Segment sein wird.

Je mehr ich aber über die beiden Aktien nachdenke, desto klarer wird mir: Es ist alles andere als sicher, wer das Wettrennen gewinnt. Denn gerade die Krankheit Adipositas ist ein Leiden mit vielen Gesichtern. Es wird wohl um mehr gehen, als bloß den absoluten Gewichtsverlust. Das deuten auch die aktuellen Schlagzeilen an.

Novo Nordisk vs. Eli Lilly: Der Kampf um Adipositas, was heißt das eigentlich?

Im Moment ist der Markt vor allem darauf konzentriert, welches Produkt einen geringeren Gewichtsverlust bezweckt. Medikamente der ersten Generation wie Wegovy kommen auf ca. 15 % Verlust in relevanten Vergleichszeiträumen. Der nächsten Generation, CagriSema, wird hingegen ein Wert von 20,4 % bis 22,6 % nachgesagt. Eli Lilly soll hingegen mit Zepbound und Mounjaro über 20 % liegen. Wir sehen dher klar, dass es Unterschiede gibt.

Aber betrachten wir zu Anfang die Krankheit Diabetes. Anders, als andere Leiden, bedingt ein zu hohes Körpergewicht nämlich viele andere Krankheitsbilder. Google AI Overview liefert in Kurzform den folgenden Überblick:

  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus Typ 2, Gicht, Fettleber.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates: Arthrose (Gelenkverschleiß), chronische Rückenschmerzen.
  • Atemwegserkrankungen: Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf), Kurzatmigkeit, Asthma.
  • Krebserkrankungen: Erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten, z. B. Darm-, Brust-, Nieren- und Eierstockkrebs.
  • Weitere: Unfruchtbarkeit, Harninkontinenz, Gallensteine, geschwächte Immunabwehr.

Daneben gibt es auch psychische Faktoren, die einen Einfluss haben können. Nicht nur, dass man mit Adipositas in einigen Fällen mit Einschränkungen verbunden ist. Es leidet zum Teil auch die Selbstwahrnehmung.

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Jetzt kommt der springende Punkt!

Der für mich relevante Aspekt ist: Die Entscheidung, ob Novo Nordisk oder Eli Lilly erfolgreich sein werden, hängt auch damit zusammen, welche Präparate die bessere Wirkung bei Folgeerkrankungen zeigen. Natürlich dauert es Jahre, ehe wir hier zuverlässige Ergebnisse haben werden. Aber exakt das ist meine Aussage: Der Gewinner ist noch nicht bestimmt.

Im Moment macht aber Novo Nordisk auf sich aufmerksam. Die Dänen behaupten, in einer klinischen Studie gezeigt zu haben, dass mit Semaglutid das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfällen und sogar für den Tod um 57 % geringer ausfällt. Der Vergleich beziehe sich auf Tirzepatid aus dem Hause Eli Lilly. Tirzepatid ist der Wirkstoff, der in Mounjaro und Zepbound zum Einsatz kommt. Mir zeigt das, dass solche „Nebenwirkungen“ oder Nebendaten ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Denn wer bei der Behandlung von Adipositas für vielleicht 2 % oder 5 % geringeren Gewichtsverlust lebensbedrohliche Krankheitsbilder ausklammern kann, geht diesen Deal womöglich ein.

Meine These ist, dass wir in den kommenden Jahren zu vielen ähnlichen Folgekrankungen noch Auswertungen erhalten dürfen. Aber im Moment konzentriert sich der Markt bei Novo Nordisk und Eli Lilly lediglich auf den relativen Gewichtsverlust. Das ist meiner Meinung nach einfach zu kurz gedacht.

Novo Nordisk und Eli Lilly: Ein facettenreiches Rennen!

Allein die jüngste Schlagzeile zeigt mir daher, dass das Rennen zwischen Novo Nordisk in vielen Disziplinen entschieden wird. Es wird um den Gewichtsverlust gehen, keine Frage. Aber auch um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall-Risiko, psychische Elemente. Und voraussichtlich auch um die Verträglichkeit und die Nebenwirkungen. Ich glaube sogar, dass Novo Nordisk und Eli Lilly beide immer mal wieder die Nase vorn haben werden.

Das Rennen dürfte jedenfalls nicht heute entschieden werden. Nicht morgen. Vielleicht auch nicht in fünf Jahren. Die womöglich beste Strategie ist für mich daher, sich gegebenenfalls in beide Aktien zu positionieren, um vom Adipositas-Markt zu profitieren. Vielleicht immer dann, wenn ein Unternehmen (vermeintlich) Gerade nicht die Nase vorn hat.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.



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