Autodesk-Aktie im Feiermodus: Kaum einer achtet auf dieses Millionen-Risiko!

Ein Mann im Anzug hält ein Tablet in der Hand, auf dem illustrierte Kräne und andere Baustellenfahrzeuge stehen
Bild: Gerd Altmann via Pixabay

Autodesk (WKN: 869964) ist ein weltweit führender Anbieter von Software für Architektur, Bauwesen, Maschinenbau und weitere Branchen. Die Programme sind unverzichtbar bei der Gestaltung von Maschinenteilen oder Immobilien, und die Autodesk-Aktie kommt inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von stolzen 69 Mrd. US-Dollar. Aber geht da noch mehr?

Die Kernfrage: Wie läuft das Geschäft bei Autodesk?

Die gute Marktposition im Bereich Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen beflügelt das operative Geschäft im letzten Quartal. Grund dafür ist, dass die Kunden von anhaltenden Investitionen in Rechenzentren, Infrastruktur und Industriegebäude profitieren. Dadurch wird die Schwäche im gewerblichen Bereich mehr als ausgeglichen. Der Gesamtumsatz stieg im zweiten Quartal um 17 % bzw. 18 % währungsbereinigt auf 1,763 Mrd. US-Dollar. Ohne den Beitrag des neuen Transaktionsmodells in Höhe von 105 Mio. US-Dollar wäre der Umsatz um 11 % gestiegen. Aufgrund der Umstellung der meisten Mehrjahresverträge auf jährliche Rechnungsstellung stiegen die Rechnungen um 36 % bzw. 34 % – bei konstanten Wechselkursen.

Der Bereich Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen verzeichnete währungsbereinigt ein Wachstum von 24 % auf 878 Mio. US-Dollar und trägt damit knapp zur Hälfte zum Umsatz bei. Zu den Kunden gehört seit neuestem beispielsweise Dynamic Energy. Der Full-Service-Solarentwickler nutzt die Autodesk Construction Cloud, um seine Arbeitsabläufe zu beschleunigen und eine bessere Integration mit seinem ERP-System zu erreichen.

Tools für die Produktentwicklung und Fertigungsplanung sind weniger stark gefragt. Sie stiegen währungsbereinigt um 14 % auf 334 Mio. US-Dollar. Dieses Segment macht knapp 20 % aus. Zu den Kunden gehört Atkins Réalis, ein weltweit führendes Unternehmen für Ingenieurdienstleistungen und Nukleartechnik. Im letzten Quartal wurde der sechste Vertrag geschlossen. Autodesk konnte mit Initiativen wie automatisierter Modellvalidierung, verbesserter Interoperabilität und XR-basierten Designprüfungen punkten. Das Unternehmen wird dazu beitragen, die Arbeitsabläufe weiter zu optimieren und die Qualitätssicherung zu verbessern.

Die Gewinne wachsen überproportional schnell

Aufgrund der generell höheren Nachfrage gelingt es Autodesk, eine operative Hebelwirkung zu erzielen. Das Unternehmen kann mithilfe der Kostendisziplin die Marge steigern, obwohl das Transaktionsmodell noch auf die Marge drückt. Die operative Marge nach GAAP stieg um 2 % auf 25 %, der Gewinn je Autodesk-Aktie stieg um 12,3 % auf 1,46 US-Dollar.

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Auch der Free Cashflow konnte saisonbedingt um 122 % auf 451 Mio. US-Dollar zulegen. Das verfügbare Geld wird genutzt, um weitere Aktien zurückzukaufen. Im letzten Quartal wurden 1,2 Mio. Autodesk-Aktien im Wert von 356 Mio. US-Dollar zurückgekauft, seit Jahresbeginn waren es 2,5 Mio. Aktien im Wert von 709 Mio. US-Dollar. Damit ist jedoch noch nicht Schluss, denn das Unternehmen plant weitere Aktienrückkäufe und hat die Prognose um 100 Mio. US-Dollar erhöht. Bis zum Jahresende sollen 1,2 bis 1,3 Mrd. US-Dollar zurückgekauft werden, was knapp 2 % der ausstehenden Aktien entspricht.

Nicht nur die Prognose für die Aktienrückkäufe wurde erhöht, sondern auch die Umsatz- und Gewinnprognose. Der Umsatz soll zwischen 7,025 und 7,075 Mrd. US-Dollar (statt 6,925 bis 6,99 Mrd. US-Dollar) liegen und der GAAP-Gewinn je Autodesk-Aktie soll bei 4,68 bis 5,09 US-Dollar (statt 4,63 bis 5,14 US-Dollar) herauskommen. Auf Basis der Prognose liegt das KGV bei 68; nimmt man den bereinigten Gewinn, so fällt das KGV auf 32,5. Die Differenz ist zu 75 % auf die aktienbasierte Vergütung zurückzuführen. Diese ist immer noch sehr hoch – dazu später mehr – und macht knapp 11 % des Umsatzes aus. Durch das Wachstum wird sich dieser Anteil etwas senken.

Wie wir über die Autodesk-Aktie denken

Autodesk profitiert von der Digitalisierung. Sobald die Wirtschaft wieder anzieht, kann das Unternehmen sein Wachstum wahrscheinlich noch einmal beschleunigen. Diese Tech-Aktie bleibt aus unserer Sicht ein guter Dauerläufer.

13+1 | RisikoReich

Das langfristige Ziel des Managements ist mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 15 % pro Jahr und einer Free-Cash-Flow-Marge von 30-35 % klar formuliert. Ein konjunktureller Abschwung kann das geplante Wachstum verzögern und zu Kundenverlusten führen. Aufgrund der Marke und der mittlerweile guten Bilanz sollte dies jedoch mittelfristig eine Chance für Autodesk darstellen, da Konkurrenten aus dem Markt ausscheiden und neue Startups den Markt nicht als attraktiv erachten. Eine große Chance für die Autodesk-Aktie liegt in der zunehmenden Digitalisierung der Bauwirtschaft, die derzeit noch stark hinterherhinkt. Durch die Umstellung auf Abomodelle (Software-as-a-Service) werden die Einnahmeströme stabiler.

Das Risiko Verwässerung

Als größtes Risiko sehen wir, dass das Unternehmen zum Selbstbedienungsladen für die Mitarbeiter wird – zulasten der Investoren. Der CEO Andrew Anagnost besitzt im Verhältnis zu seinem Gehalt kaum Autodesk-Aktien und könnte die Verwässerung der Aktien durch aktienbasierte Vergütung fördern. Anagnost erhält seine variable Vergütung auf Basis von Kennzahlen wie Umsatz, Non-GAAP-Betriebsergebnis und Aktienkurs. Diese Zusammensetzung ist nicht perfekt im Einklang mit unseren langfristigen Interessen.

Eine steigende Aktienanzahl bewirkt, dass der Unternehmensgewinn auf mehr Anteile verteilt wird, wodurch weniger auf jedes einzelne Kuchenstück entfällt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Verwässerung bisher durch Aktienrückkäufe ausgeglichen werden konnte. Wir hoffen, dass das so bleibt, damit auch die Investoren der Autodesk-Aktie vom wahrscheinlichen profitablen Wachstum profitieren können.

Übrigens: Auch dieses deutsche, mit Autodesk verpartnerte Unternehmen ist aus unserer Sicht eine interessante Investitionsmöglichkeit.

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