Du glaubst nicht, wo mein 13-jähriges Ich am meisten über Aktien gelernt hat!

zwei Kinder sitzen jubelnd vor einem Apple MacBook
Foto: StartupStockPhotos via Pixabay

Lieber Aktiensegler,

bereits mit 13 Jahren war ich sehr geschäftstüchtig. Ich habe damals ein Online-Game gespielt und die Währung des Spiels an andere verkauft. Das hat mir den einen oder anderen Euro für mein Taschengeld eingebracht. Und auch ein Quäntchen mehr.

Der Stundenlohn mag im Nachhinein vielleicht lächerlich niedrig gewesen sein. Allerdings kann ich bis heute sagen: Beim Spielen dieses einfachen Spiels mit einer sehr einfachen Marktwirtschaft, einem kaum regulierten Markt und einigen in der Realität nicht ganz zutreffenden Bedingungen habe ich sehr viel über Wirtschaft, Unternehmen und auch Aktien gelernt.

Das glaubst du nicht? Klingt auch verrückt. Aber lass mich dir einen Einblick in meine damalige Gedankenwelt geben.

Die Bedeutung des RoI

Meine wichtigste Lektion habe ich wohl zum Return on Investment (RoI) gelernt. Lass mich kurz noch auf das Spiel eingehen: Auch wenn es eigentlich eher in Richtung Action, sich gegenseitig töten, Krieg zwischen zwei Parteien und so weiter ging, gab es dort Berufe und Handel. Ich habe schnell gemerkt, dass man dort als sogenannter Koch sehr viel Geld in der Spielwährung machen kann. Deshalb entschied sich mein 13-jähriges Ich dafür.

Was hat dort meinen Alltag bestimmt? Eine einfache Formel: Wenn ich Zutat X für 50 Goldmünzen kaufe, Zutat Y für 2 Goldmünzen ebenfalls benötige und daraus Gericht Z für 85 Goldmünzen verkaufen kann, habe ich maximal 33 Goldmünzen Gewinn. Es gab noch Lagerkosten von einer halben Goldmünze pro Tag. Das schmälerte natürlich meinen Gewinn. Deshalb war mir sehr daran gelegen, nicht zu lange lagern zu müssen.

Im Endeffekt habe ich es häufig geschafft, mit 30 Goldmünzen Gewinn zu verkaufen. Das hat mir eine gute Wertsteigerung ermöglicht und einen hervorragenden Return on Investment. Bei einem Kapitaleinsatz von 55 Goldmünzen erzielte ich eine Rendite von 54 %. Damit konnte ich gut skalieren.

Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass es hier keine Steuern, keine Arbeitskraft (außer meiner) oder andere Faktoren gab. Aber die unternehmerischen Gedanken in diesem Spiel haben mir gezeigt, wie man Wertsteigerungen erzielt, indem man ein eher günstiges Produkt herstellt und teurer verkauft. Das Wissen nutze ich auch heute noch. Aber eher bei der Analyse von guten Unternehmen und deren Aktien.


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Wenn Konkurrenz dein Geschäft killt und du keinen Wettbewerbsvorteil hast

Da das Spiel wirklich eher einfach war, musste ich aber schnell auch eine andere Lektion lernen: Konkurrenz belebt nicht unbedingt das Geschäft. Sie kann es auch killen. Vor allem wenn man so wie ich keinen Wettbewerbsvorteil besaß. Es ging im Grunde wirklich nur darum, die Waren einzukaufen, zu kochen und teurer automatisiert wieder zu verkaufen. Wie soll man da auch einen Vorteil aufbauen können?

Anfangs habe ich versucht, die Konkurrenz auszumerzen. Es gab Möglichkeiten in dem Spiel, wie man jemandem eine Auszeit verdonnern konnte. Mein 13-jähriges Ich griff hart durch. Es ging schließlich auch um mein Taschengeld. Ab irgendeinem Zeitpunkt musste ich jedoch einsehen: Der Markt nimmt seinen Lauf. Die Waren werden im Einkauf teurer. Man konnte hin und wieder die Vertrauenskarte ausspielen. Irgendwann war man schließlich als Händler etabliert. Aber der Preis bestimmte ab irgendeinem Zeitpunkt einfach den Verkaufspreis.

Der RoI sank. Es wurde weniger lukrativ. Das zeigte mir im Nachhinein, dass ein Geschäft, das lediglich eines von vielen ist, keinen Vorteil besitzt. Wir als Investoren sollten und müssen darauf achten, dass unsere Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Irgendwann kommt die Konkurrenz und macht ansonsten den Markt kaputt.

Die „gesetzliche Regulation“ gab mir den Todesstoß

Kommen wir zuletzt noch zu meinem Geschäft: dem Verkauf der Goldmünzen gegen Taschengeld. Der Spielebetreiber hat es lange Zeit einfach toleriert. Nicht bewusst erlaubt, nicht verboten. Als das Ausmaß aber plattformübergreifend immer größer wurde, entschied man sich offenbar doch, durchzugreifen. Das Admin-Team war hier so etwas wie die Politik, die Regierung. Vielleicht noch in Kombination mit der Zentralbank. Denn sie führten plötzlich drastische Veränderungen ein, die meinem Geschäft den Todesstoß gaben.

Man entschied sich nämlich dafür, ein Sponsoring zu verkaufen, das man auch als Gutschein erwerben und gegen das Spielgeld veräußern konnte. Ab dann begann eine Phase hoher Inflation bei der Spielwährung. Der Verkauf der Währung wurde praktisch unwirtschaftlich für die Spielenden. Ich zog mich zurück, weil mir das Spiel, ehrlich gesagt, kaum mehr Spaß machte. Ich wollte nur ein wenig Geld verdienen.

Nach zwei Jahren hörte ich daher als 15-jähriger wieder auf und hatte wertvolle Lektionen über die Wirtschaft, Aktien und das Unternehmertum gelernt. Wobei mir die Regulation gezeigt hat, wie wichtig möglichst freie und liberale Märkte für Unternehmen sind. Denn im Zweifel kann ein neues Gesetz oder eine gesetzliche Maßnahme Unternehmen das Wasser abgraben. Nicht nur digital im Spiel, sondern auch in der echten Welt.

Vielleicht kannst du die eine oder andere Lektion auch für dich mitnehmen. Aber eines ist mir wichtig: Wir als Investoren können in verschiedenen Situationen sehr viel dessen lernen, was wir gebrauchen können. Halte daher stets die Augen auf.

Unternehmerische Grüße,

Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360

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