KGV 10 bis 16: Trotz Rekordhochs sind diese Aktien günstig!

Hochhäuser und Wolkenkratzer von Banken formen die Skyline einer Stadt
Foto: Expect Best via Pexels

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Banken – die Hüter von Schalterhallen und Sparbüchern – plötzlich wieder als Renditegaranten gelten? Und das in Zeiten, in denen Tech-Giganten an der Börse für die größte Wachstumsfantasie sorgen. 

Es gibt jedoch einiges, was für Bankaktien spricht: Während viele Indizes auf Rekordniveau mit utopischer Bewertung notieren, sieht es bei zahlreichen Finanzhäuser weltweit anders aus. Viele von ihnen notieren zwar auch in der Nähe ihrer Zehn-Jahres-Hochs, sind aber mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGVs) zwischen 10 und 16 dagegen erstaunlich günstig. Saftige Dividenden und Kurspotenzial könnten in Zukunft für weitere Renditepunkte sorgen.

Rückenwind durch Zinsen und Stabilität

Nicht grundlos steigen Bank-Aktien, denn das anhaltend höhere Zinsumfeld verschafft Banken derzeit eine seltene Kombination aus steigenden Erträgen und relativer Sicherheit. Zudem profitieren vor allem US-Institute von einer laxeren Regulierung durch die Trump-Administration.

Aber auch dank der Inflation in den Jahren 2021 bis 2023 hatten die Institute nach Jahren extrem niedriger Zinsen endlich wieder Spielraum, ihre Nettozinserträge auszuweiten. Gleichzeitig sank die Sorge vor einer akuten Rezession in vielen Industriestaaten, was den Kreditmärkten Stabilität verlieh.

Die Profitabilität vieler Großbanken erreicht damit Niveaus, die in den letzten zehn Jahren kaum vorstellbar waren. Und dank Bitcoin und möglicher Reindustrialisierung der USA dürfte die Fantasie nicht nachlassen. Es gibt jedoch auch Bedenken.

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Risiken von Bank-Aktien bleiben präsent

So verlockend die aktuelle Bewertung auch erscheinen mag, Anleger sollten die Risiken nicht übersehen. Banken sind konjunktursensitiv: Steigende Kreditausfälle in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld können die Gewinne rasch schmälern. Gerade die US-Zollpolitik könnte hier das Zünglein an der Waage sein.

Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, disruptive Bedrohungen durch Fintechs, regulatorische Eingriffe sowie die Gefahr einer schnelleren Normalisierung des Zinsumfelds. Die jüngste Zinssenkung vom 17. September könnte eine Richtung vorgeben, die für Banken alles andere als rosig aussehen könnte. 

Auch hausgemachte Probleme, wie die Integration großer Übernahmen oder die digitale Transformation, bergen Stolperfallen. Doch nicht alle Banken sind dem US-Risiko gleichermaßen ausgesetzt.

Nordea, Swedbank und UBS im Fokus

In Europa zeigt beispielsweise die schwedische Swedbank (WKN: 895705), dass konservatives Retail-Banking keineswegs langweilig sein muss. Das Unternehmen glänzt mit hohen Eigenkapitalrenditen und einer konsequenten Kostenkontrolle.

Auch die Schweizer UBS (WKN: A12DFH) konnte durch die Übernahme der Credit Suisse ihre Position als globaler Vermögensverwalter massiv ausbauen. Die Integration ist zwar komplex, bietet aber langfristig große Skalenvorteile und ein deutlich stärkeres Wettbewerbsprofil.

Nordea (WKN: A2N6F4) gilt ergänzend dazu als Schwergewicht des nordischen Bankensektors. Die Bank lebt von soliden Privatkunden- und Unternehmenskrediten und erzielt eine bemerkenswert hohe Eigenkapitalrendite. Dank ihrer starken Marktstellung in Skandinavien und einer konsequenten Kapitaldisziplin gilt die Bank als verlässlicher Wert mit zusätzlichem Aufwärtspotenzial.

Fazit zu den Bank-Aktien

Bank-Aktien sind 2025 keine langweiligen Dividendenzahler mehr, sondern profitierende Akteure einer Zinslandschaft, die ihnen lange verschlossen blieb. Mit moderaten KGVs und niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen wirken zahlreiche Titel im Vergleich zu vielen überhitzten Branchen fast günstig. Wer investiert, sollte aber nicht vergessen: Die Stabilität von Banken ist immer nur so dauerhaft wie das Vertrauen, das Märkte und Kunden in sie setzen.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Nordea. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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