GameStop-Aktie: Warum das 8,7-Milliarden-Dollar-Cashpolster jetzt zum Gamechanger werden könnte

Eine Frau trägt eine Virtual-Reality (VR)-Brille
Foto: Andrea Piacquadio via Pexels

GameStop (WKN: A0HGDX) galt lange als Relikt der Meme-Ära – doch heute spricht vieles für einen echten Turnaround. Während der S&P 500 seit Herbst 2022 um 80 % gestiegen ist, liegt die Aktie mit +6,6 % deutlich zurück. Was auf den ersten Blick schwach wirkt, eröffnet auf den zweiten Blick Chancen: Ein Milliarden-Cashpolster, wachsende Margen und ein klarer Sparkurs legen die Basis für langfristige Stabilität. Für dich könnte das der Beginn einer spannenden Erneuerungsgeschichte sein.

Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal

Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2025 zeigen einen Turnaround. Der Umsatz stieg um 21,8 % auf 972,2 Mio. US-Dollar, nachdem im Vorjahr nur 798,3 Mio. US-Dollar erreicht worden waren. Noch beeindruckender ist der Sprung beim Operating Income: von einem Verlust von 22 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf nun 66,4 Mio. US-Dollar Gewinn. Das Net Income kletterte sogar auf 168,6 Mio. US-Dollar, ein mehr als elfmal so hoher Wert wie die 14,8 Mio. US-Dollar aus dem Vorjahreszeitraum.

Der wichtigste Wachstumsmotor ist die Verlagerung hin zu Sammlerstücken. Trading Cards, Figuren und Gaming-Merchandise brachten fast 228 Mio. US-Dollar Umsatz – ein Plus von 63 % gegenüber dem Vorjahr. Inzwischen macht dieses Segment bereits ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. Ergänzt wird das durch die Hardware-Sparte, die dank des Nintendo Switch 2 um 31 % auf 592 Mio. US-Dollar kletterte.

Kosten im Griff

CEO Ryan Cohen setzt aber nicht nur auf Umsatzwachstum, sondern auch auf Kostendisziplin. Die Selling-, General- und Administrative Expenses (SG&A) fielen um 19,2 % auf 218,8 Mio. US-Dollar. Damit spart GameStop im Quartal über 50 Mio. US-Dollar ein. Hat das Management also endlich die Basics im Griff?

Richtig spannend wird es bei der Bilanz. Ende Q2 lag der Cash-Bestand inklusive Wertpapiere bei 8,7 Mrd. US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Zusätzlich hat GameStop Anfang 2025 rund 528,6 Mio. US-Dollar in Bitcoin investiert. Zusammengenommen ergibt das 9,2 Mrd. US-Dollar, was etwa 81 % der gesamten Marktkapitalisierung von 11,3 Mrd. US-Dollar entspricht. Mit anderen Worten: Vier Fünftel des Börsenwerts sind mit liquiden Mitteln unterlegt.

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Auch die operative Finanzkraft ist gestiegen. Der Free Cashflow kletterte auf 113,3 Mio. US-Dollar, ein Plus von 73 % gegenüber dem zweiten Quartal 2024. Das bedeutet, dass GameStop trotz Transformation solide Geld erwirtschaftet. Für mich als Anleger ist das ein entscheidender Faktor: Cashflow bedeutet Überlebensfähigkeit, gerade in einer volatilen Branche.

Warrants als Gratis-Option

Die wohl ungewöhnlichste Nachricht ist die geplante Warrant-Dividende. Am 3. Oktober erhalten Aktionäre für je 10 gehaltene Aktien einen Optionsschein (Warrant). Jeder Warrant erlaubt den Kauf einer GameStop-Aktie zu 32 US-Dollar – handelbar bis zum 30. Oktober 2026 an der NYSE.

Sollten alle 59 Mio. Warrants ausgeübt werden, könnte GameStop bis zu 1,9 Mrd. US-Dollar zusätzlich einsammeln. Der Clou: Diese Kapitalerhöhung ist nicht verwässernd, da nur bestehende Aktionäre beteiligt sind. Damit schafft Cohen eine elegante Möglichkeit, Geld für Akquisitionen oder Investitionen zu beschaffen. Das ist Finanz-Engineering auf ziemlich hohem Niveau. Dennoch ist die Bewertung sportlich. Das Forward-KGV liegt bei 34, während der S&P 500 nur auf 22 kommt. Damit bezahlt der Markt ein massives Plus.

Nicht ohne Grund setzen viele Trader momentan gegen die Aktie. Das Short-Interest liegt bei 66,18 Mio. Aktien, was 16,18 % des Free Floats entspricht. Noch im Juni lag der Wert bei fast 20 %, also deutlich höher, aber das Niveau bleibt überdurchschnittlich. Mit einer Days-to-Cover-Ratio von 5,1 Tagen reicht schon ein unerwarteter Kursanstieg, um Shorts unter Druck zu setzen.

Mein Fazit

GameStop ist längst mehr als eine spekulative Meme-Aktie – es entsteht eine Finanz- und Transformationsstory mit Substanz. Das Milliarden-Cashpolster von 8,7 Mrd. US-Dollar bietet Sicherheit und eröffnet strategische Spielräume. Die Warrant-Struktur verschafft zusätzliches Kapitalpotenzial, ohne bestehende Aktionäre zu verwässern. Dennoch bleibt die Short-Quote ein Risiko. Für langfristige Anleger zählt am Ende, ob Ryan Cohen es schafft, die operative Wende nachhaltig zu verankern – gelingt das, könnte GameStop in einigen Jahren weit mehr sein als die Erinnerung an vergangene Hypes.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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