Nike-Aktie: Überraschende Zahlen – aber verdient sie wirklich dieses KGV?

Der größte Sportartikelhersteller der Welt Nike (WKN: 866993) konnte im Ende August abgelaufenen Quartal erstmals seit knapp zwei Jahren wieder seinen Umsatz steigern. Die positive Reaktion der Nike-Aktie folgte mit einem Plus von 7 % prompt, schmolz jedoch in den folgenden Handelstagen fast vollständig wieder zusammen.
Können Investoren nun auf eine langfristige Trendwende hoffen, oder war das nur ein Strohfeuer?
Wachstum ja, aber wie viel?
Das Umsatzplus von 1 % war zwar minimal und positiv beeinflusst von Währungseffekten, aber eine deutliche Verbesserung zum vorherigen Quartal (-12 %) und auch besser als die eigene Prognose (Umsatzrückgang mit mittleren einstelligen Raten).
Positive Treiber dieser Entwicklung waren das Großhandelsgeschäft (+5 %) und die Laufschuhsparte (+ 20 %). Diese verdeutlichen gut die Anstrengungen des seit nun einem Jahr amtierenden CEO, der anders als sein Vorgänger stärker auf enge Beziehungen mit Händlern wie Foot Locker und Amazon sowie auf Produktinnovationen setzt. Maßnahmen wie die sportorientierte Neugestaltung des House of Innovation in New York trieben den Umsatz zusätzlich an.
Im Direktvertrieb (-5 %) und auch in China (- 10 %) schwächelt Nike hingegen weiterhin. Im Quartal entfielen „nur noch“ 13 % der Gesamtumsätze auf China. In Anbetracht der starken – auch lokalen – Konkurrenz sehen wir die weitere Entwicklung in China skeptisch.
Nike-Aktie: Die Profitabilität macht weiter Sorgen
Auch beim Gewinn hat Nike noch viel Arbeit vor sich. Dieser sank um 31 % im Quartal. „Höhere Großhandelsrabatte, höhere Rabatte in unseren NIKE-Fabrikläden, gestiegene Produktkosten, einschließlich neuer Zölle und Gegenwind im Vertriebskanalmix“ ließen die Bruttomarge laut dem CFO deutlich auf nun 42,2 % sinken. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor lag diese bei Nike noch bei 47,5 %, Konkurrent On Holding kommt auf 61,5 %. Trotz der höheren Rabatte sanken die Bestände „nur“ um 2 %.
Entsprechend sprach der CFO davon, dass Nike von „den erzielten Fortschritten (…) ermutigt“ sei, aber dennoch noch viel zu tun sei.
Der Ausblick für die Nike-Aktie
Im nun laufenden Quartal soll der Umsatz wieder sinken und auch die Bruttomarge zurückgehen. Es wird also weiterhin Zeit brauchen, bis Nike auf den langjährigen Erfolgspfad zurückkehren kann. Wir trauen das dem Unternehmen aufgrund seiner starken Marke und in unseren Augen richtigen strategischen Ausrichtung unter dem aktuellen CEO zu. Entsprechend halten wir an der Nike-Aktie fest, auch wenn die Bewertung gemessen am aktuell geringen Gewinn mit einem KGV von 33 zu hoch erscheint. Da ist zum Beispiel die Puma-Aktie, die allerdings unter noch dramatischeren Problemen leidet, günstiger.
Langfristig sehen wir einen immer stärkeren Einzug sportlicher Mode in den Alltag und damit eine Vergrößerung des Zielmarktes für Sportartikelhersteller wie Nike. Ebenfalls positiv ist die zunehmende Mittel- und Oberschicht in heute noch ärmeren Gegenden der Welt. Mit seiner starken Marke und als größter Player auf dem Markt ist Nike perfekt positioniert, um von alledem zu profitieren. Durch die Stärkung des Direct-to-Consumer-Geschäfts könnte Nike die Margen noch weiter steigern. Der Pfad für Wachstum bei der Nike-Aktie ist also vorgezeichnet.
Das größte Risiko sind neue, innovativere Marken wie die bereits erwähnte On Holding und lokale Wettbewerber in den oben genannten schneller wachsenden Entwicklungsmärkten. Nike hat in den letzten Jahren Marktanteile an diese verloren und befindet sich im Turnaround. Dieser könnte scheitern.
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