Konsumgüteraktien sind tot – auch für die Zukunft?

Ein nebliger Friedhof mit einem Grabstein, auf dem ein Aktienkurs abgebildet ist
Bild: Aktienwelt360, KI-generiert via Flux

Früher galten Konsumgüteraktien als die langweiligen, aber verlässlichen Stars im Depot. Diese Dauerläufer mit Marken sind in fast jedem Haushalt zu finden. Ob Zahnpasta, Waschmittel oder Schokolade: Die Gewinne flossen, die Dividenden glänzten und die Anleger schliefen ruhig.

Heute dagegen scheinen die einstigen Börsenlieblinge auf der Intensivstation zu liegen: mit schwachem Wachstum, schrumpfenden Margen und einer Investorenstimmung, die irgendwo zwischen Desinteresse und Frustration pendelt. Wer heute Nestlé (WKN: A0Q4DC), General Mills (WKN: 853862) oder Campbell Soup (WKN: 850561) im Portfolio hat, spürt vor allem eines: Schmerz.

Geduld zahlt sich hier nicht mehr aus. Doch woran liegt das?

Warum die alten Rezepte nicht mehr schmecken

Heute leiden die Konsumgüterriesen unter einer Kombination aus strukturellem Gegenwind und veränderten Konsumgewohnheiten. Inflation und steigende Zinsen haben ihre Preissetzungsmacht eingeschränkt, während die Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal gleichzeitig nach oben geschossen sind.

Verbraucher greifen zudem häufiger zu Handelsmarken, die qualitativ kaum schlechter, aber deutlich günstiger sind. Zudem hat die Corona-Pandemie die Markenloyalität dauerhaft geschwächt – Kunden sind heute untreuer und vergleichen mehr.

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Auch ESG-Kriterien spielen eine Rolle: Nachhaltigkeit und Transparenz werden zwar gefordert, erhöhen aber die Kosten und bremsen die Renditen kurzfristig. Etwas besser laufen Produkte von Influencern. Doch auch hier handelt es sich oft um ein Strohfeuer, an dem sich sogar viele große Konsumgüterartikler die Finger verbrannt haben.

Hinzu kommt der Bewertungsdruck: Viele Konsumgüteraktien waren jahrelang hoch bewertet – getragen von der Sehnsucht nach Stabilität in unsicheren Zeiten. Nun verlangen Anleger jedoch wieder Wachstum und Innovation, zwei Bereiche, in denen Tech- und Industrieunternehmen aktuell deutlich attraktiver erscheinen.

Gibt es noch ein Comeback?

An der Börse heißt totgesagt bekanntlich nicht tot. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass Konsumgüteraktien mittelfristig wieder an Attraktivität gewinnen könnten – allerdings unter neuen Voraussetzungen.

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Sobald sich die Zinsen stabilisieren und die Inflation weiter zurückgeht, könnten die defensiven Qualitäten dieser Unternehmen wieder geschätzt werden. Zudem investieren viele Konzerne massiv in digitale Vertriebskanäle, Direktkundengeschäfte und nachhaltige Verpackungslösungen. Markenstärke bleibt ein langfristiger Wert, der jedoch neu interpretiert werden muss.

Ob die Rückkehr gelingt, hängt letztlich davon ab, ob die Giganten des Alltags ihr Geschäftsmodell modernisieren, ohne ihre Identität zu verlieren. Der Konsument von morgen kauft bewusster, digitaler und nachhaltiger – wer das versteht, hat eine Zukunft. Konsumgüteraktien sind also nicht tot, nur die, die sich nicht anpassen können.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von Campbell Soup, General Mills und Nestlé. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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