Meine liebste Dividendenaktie hat ihren Gewinn gerade um 23 % gesteigert

Die Versicherungsholding Talanx AG (WKN: TLX100) befindet sich seit Jahren auf Rekordkurs, und zwar sowohl beim Ergebnis als auch bei der Dividende. Die jüngsten Neun-Monats-Ergebnisse aus Hannover bestätigen diesen Trend: Das Konzernergebnis konnte um sehr schöne 23 % verbessert werden. Welche Auswirkungen das auf die Dividende haben könnte, schauen wir uns am Ende an.
Rekordergebnis
Talanx konnte das Ergebnis für den Zeitraum von Januar bis September auf 1,96 Mrd. Euro steigern. Während die Prämieneinnahmen bei 36 Mrd. Euro stabil blieben, stammt die Ergebnisverbesserung aus einer geringeren Schadenbelastung im dritten Quartal. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg nach neun Monaten um 8 % auf 4 Mrd. Euro. Aus den Kapitalanlagen nahm Talanx mit 993 Mio. Euro etwa 4 % mehr ein.
Für das Gesamtjahr erwartet Talanx einen Gewinn von mehr als 2,4 Mrd. Euro. 2026 sollen es sogar 2,7 Mrd. Euro werden. Damit hätte man das Gewinnziel, das ursprünglich für 2027 ausgegeben wurde, schon ein Jahr früher erreicht.
Der Talanx-Konzern
Der Konzern mit dem Kunstnamen „Talanx“ wurde 1996 gegründet. Er arbeitet in vier Geschäftsbereichen mit einem Multi-Marken-Ansatz. Die vier Bereiche sind Industrieversicherer wie der HDI (Haftpflichtverband der deutschen Industrie), das deutsche Privatkundengeschäft mit Marken wie HDI oder neue leben, das internationale Privatkundengeschäft und natürlich der 50,2%ige Anteil am Rückversicherer Hannover Rück (WKN: 840221), der die weltweite Nummer drei seiner Branche ist.
Das Privatkundengeschäft in Deutschland ist etwa ein Drittel so groß wie das Industriegeschäft, aber international zählt das Geschäft mit Privatkunden zu den Wachstumstreibern im Konzern. Insbesondere in Polen wächst Talanx stark, aber auch die Gesellschaften in der Türkei, Mexiko und Brasilien tragen zum Gedeihen von Talanx bei.
Combined Ratio
Die vielleicht wichtigste Kennziffer bei Versicherungen ist das „Combined Ratio“, auf Deutsch auch „Schaden-Kosten-Quote“ genannt. Dieser Wert zeigt an, welcher Anteil in Prozent von den Prämieneinnahmen für die Regulierung von Versicherungsschäden sowie die Verwaltungskosten aufgebracht werden muss. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser ist es also. Werte über 100 % sind schlecht, weil die Versicherung dann mit ihrem Kerngeschäft Geld verliert. Bei Talanx lag das Combined Ratio von Januar bis September bei 89,8 % – das zeigt, dass der Konzern seine Risiken adäquat bepreist und auskömmliche Prämien durchsetzen kann. Zudem ist die Schaden-Kosten-Quote in den letzten Jahren immer weiter gesunken; daran erkennt man die Qualität des Underwritings, also des Eingehens von Risiken.
Hervorragende Solvabilität
Diese guten Ergebnisse haben im Verlauf der Zeit dazu geführt, dass Talanx eine sehr starke Bilanz und eine hohe Solvabilität, wie man die Fähigkeit einer Versicherung nennt, ihre finanziellen Verpflichtungen langfristig zu erfüllen, vorweisen kann. Bei der Solvabilität wird das Verhältnis der verfügbaren Eigenmittel zu den Kapitalanforderungen ermittelt. Ein Wert von über 150 % wird als ausgezeichnet angesehen. Nach ihrer eigenen Berechnung lag die Solvency-2-Quote von Talanx zum 30. September bei 233 % nach 224 % ein Jahr zuvor.
Die Dividende
All dies sorgt dafür, dass Talanx ein sehr starkes Unternehmen ist und ganz nebenbei der viertgrößte Versicherungskonzern in Europa. Zu unserer Freude lassen die Hannoveraner ihre Aktionäre am Erfolg teilhaben und gehören zu den großen Dividendenzahlern des Landes. Die Steigerung der Ausschüttung ist ausdrücklich Teil der Dividendenpolitik von Talanx – und seit 2012 hat sie das auch fast immer geschafft; die einzige Ausnahme war das Coronajahr 2020, als die Dividende „nur“ stabil gehalten wurde.
Für das Jahr 2024 zahlte Talanx eine Dividende von 2,70 Euro je Aktie bei einem Gewinn je Aktie von 7,65 Euro. Für 2025 erwarte ich einen Gewinn je Aktie von 10 Euro, sofern bis zum Jahresende keine außergewöhnlichen Schäden mehr auftreten. Damit wäre eine Dividende von wenigstens 3 Euro je Aktie nicht unrealistisch. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 108 Euro (19.11.2025) entspräche das einer Dividendenrendite von rund 2,8 %.
Ferner beträgt die Ausschüttungsquote bei einer solchen Dividende rund 30 %. Somit ist auch in Zukunft noch Platz für weitere Dividendensteigerungen, und selbst bei einem schwächeren Ergebnis müssten wir keine Kürzung oder gar Streichung der Dividende befürchten.
Für mich klingt das nach einer attraktiven Aktie für Einkommensinvestoren. Tatsächlich ist die Talanx meine Lieblingsaktie in diesem Bereich, der ich nun schon seit mehr als zweieinhalb Jahren die Treue halte. Und es sollen noch viel mehr werden.
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Offenlegung: Peter besitzt Aktien der Talanx AG. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.
